Philatelie-Reise: Ein großer Erfolg

Sonnenaufgang in der Wachau.

Mit zahllosen positiven Eindrücken kehrten die mehr als 80 Teilnehmer am Samstagvormittag von der „Philatelie-Reise auf der Donau“ zurück, die gemeinsam von der Deutschen Post und den Fachzeitschriften DBZ und Briefmarken Spiegel organisiert worden war. Mit dem Flusskreuzfahrtschiff A-ROSA Bella ging es am Dienstag nach Ostern von Passau aus zunächst nach Bratislava, später nach Wien und schließlich in die Wachau. Den Abschluss bildete ein Stadtrundgang durch Passau.

Nachdem die Philatelie-Gruppe an Bord war, lud zunächst die Deutsche Post zur Präsentation der Sondermarke „Frühjahrsferien“ aus der Serie „Post“, die übrigens in diesem Jahr auslaufen wird. Lutz Richter von der DPAG hierzu: „Die Serie hatte viele erfolgreiche Ausgaben, doch ab dem kommenden Jahr wird es neue Serien geben, die nicht weniger spannend und abwechslungsreich sein werden.“ Grußworte sprachen unter anderem BDPh-Präsident Dieter Hartig und Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper. Beide gingen allerdings vor dem Ablegen wieder von Bord, nahmen also an der eigentlichen Philatelie-Reise aus Zeitgründen nicht mehr teil. „Ich beneide Sie um die Eindrücke, die Sie in den kommenden Tagen gewinnen werden“, betonte Dupper. Auch Hartig, der die Grüße des gesamten Bundesvorstandes überbrachte, wäre wohl am liebsten auf dem Schiff geblieben.

Er hätte es nicht bereut, denn die Reise führte durch wunderschöne Landschaften, vorbei an malerischen Orten, Burgen, Schlössern und Weindörfern. Nachdem Österreich passiert war, machte das Schiff kurz hinter dem Dreiländereck Slowakei-Österreich-Ungarn am Anleger in Bratislava fest. Auf verschiedenen Ausflügen erfuhren die Philatelisten viel über die Geschichte der sehenswerten slowakischen Hauptstadt, deren Einwohner übrigens Anfang der 90er-Jahre mehrheitlich gegen eine Trennung von der Tschechischen Republik votiert hätten – wenn man sie denn gefragt hätte. Meinungsumfragen zufolge sollen nur 35 Prozent für die Unabhängigkeit gewesen sein, wie die Reiseführer vor Ort zu berichten wussten. Dies sei allerdings in den Medien nie wirklich publiziert worden. Das Verhältnis zu Tschechien sei heute im Übrigen sehr gut.

Mitarbeiterinnen der Österreichischen Post beim Reißen und Stempeln von Sammlermarken.

Zurück an Bord, wurde die Lounge der A-ROSA Bella kurzerhand zum Vortragssaal für die Philatelie-Reisen umfunktioniert. Viele nutzten die Gelegenheit, sich die Vorträge von Walter Freisewinkel (Aktuelle Schiffspost-Stempel) und Markus Riese (Anekdoten aus der Geschichte der philatelistischen Fachpresse) anzuhören. Dieter Stephan, Koordinator Nord der Erlebnis: Briefmarken-Teams bei der Deutschen Post, bot an vier Tagen außerdem einen Schiffspost-Stempel an – jeden Tag mit anderem Datums-Einsatz, versteht sich. Bekanntlich dürfen Schiffspost-Stempel nur echt laufen; Gefälligkeitsabstempelungen sind hier nicht möglich. Entsprechend groß war die Nachfrage an Bord. Zusätzlich gab es einen hübschen Cachetstempel – und auch noch zwei Bordstempel an der Rezeption des Schiffes. So mancher Beleg ging also vierfach gestempelt auf die Reise.

Die nächste Station nach Bratislava war dann Wien, wo Prof. Richard Zimmerl die Gäste unter anderem zum Sammler-Service der Österreichischen Post – dessen Leiter Andreas Gabriel sich bestens um die Gruppe kümmerte und alle Fragen geduldig beantwortete – und ins Hauptpostamt 1010 Wien führte. Dort gab es ebenfalls einen besonderen Cachetstempel, den sich viele Sammler als Souvenir natürlich nicht entgehen ließen. Selbstverständlich kamen auch die touristischen Höhepunkte Wiens nicht zu kurz, und Prof. Zimmerl glänzte an allen Stationen mit außergewöhnlichem Fachwissen.

Die dritte und letzte Station auf der Reise war die Wachau. In Krems ging man von Bord, in Melk sammelte das Schiff die Ausflügler später wieder ein. Die Zwischenzeit verbrachten die Ausflügler beispielsweise im bezaubernden Örtchen Dürnstein, im Benediktinerkloster Stift Melk oder im Wallfahrtsort Maria Taferl. Erfreulicherweise spielte hier – wie schon in Bratislava – das Wetter mit. Einzig in Wien hatten die Philatelisten ein bisschen Pech – schlechte Sicht und Nieselregen trübten den insgesamt dennoch sehr positiven Gesamteindruck.

Die alte Post in Melk.

Zurück in Passau, lud die Deutsche Post noch zu einem Rundgang durch die attraktive Drei-Flüsse-Stadt – Donau, Inn und Ilz treffen hier zusammen –, was von vielen gern noch „mitgenommen“ wurde. Man besichtigte unter anderem den spektakulären Dom St. Stephan, in dem sich die größte Kirchenorgel der Welt befindet. In den Sommermonaten finden hier täglich Orgelkonzerte statt, die Scharen von Touristen anlocken. Überhaupt erlebt Passau derzeit einen großen Aufschwung, was vor allem am boomenden Tourismus liegt – denn Passau bietet sich als Ausgangspunkt für eine Donaukreuzfahrt bestens an. Das sahen auch die Teilnehmer der Philatelie-Reise so; viele erkundigten sich bereits, wann die nächste Tour geplant sei. Fest steht hierzu noch nichts, aber die Gespräche darüber haben bereits begonnen. Sobald es aktuelle Infos gibt, werden wir diese hier auf d-b-z.de natürlich vermelden, ebenso im gedruckten Heft.

Eine schöne Erinnerung an die Fahrt werden Sie übrigens in Ihrer DBZ 10/2012 entdecken: Dort wollen wir eine Postkarte abbilden, die nahezu alle Philatelie-Reisenden direkt an Bord der A-ROSA Bella auf der Anschriftenseite unterschrieben haben, und die dann – natürlich ganz dem Anlass angemessen – per Schiffspost an die DBZ abgeschickt wurde. In den nächsten Tagen dürfte die Karte hier bei uns eintreffen.


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Verfasst von: Anatol Kraus

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