Eine außergewöhnliche Frau

Briefmarke zum 100. Geburtstag von Elly Heuss-Knapp„Die Erziehung zur Demokratie beginnt schon in der Familie und in der Schule“ (Elly Heuss-Knapp)

Heute jährt sich zum 60. Mal der Todestag von Elly Heuss-Knapp. Der Name dieser außergewöhnlichen Frau, Ehefrau des Journalisten und ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss, ist heutzutage nicht mehr vielen geläufig. Geboren 1881 als Elly Knapp, legt sie 1899 ihr Examen als Lehrerin ab, studiert ab 1905 Volkswirtschaftslehre und beginnt, erste politische Vorträge zu halten. 1908 heiratet sie Theodor Heuss, die Ehe wird von Albert Schweitzer geschlossen. 1910 veröffentlicht sie das Lehrbuch „Bürgerkunde und VWL für Frauen“, das bis 1933 im Unterricht an Mädchenschulen eingesetzt wird. 1933 erhält sie Auftrittsverbot, ihr Mann Berufsverbot. Während der Nazizeit beginnt Elly Heuss-Knapp in der Werbung zu arbeiten und ernährt so die Familie. Mit Erfolg: Für eine Radiowerbung der Wybert-Hustenpastillen setzt sie den Produktnamen in eine gesungene Melodie um und gilt damit als Erfinderin des „Jingles“ als akustisches Markenzeichen eines Unternehmens. Diese Idee lässt sie sich patentieren und setzt sie unter anderem für Marken wie Nivea, Erdal, Kaffee Hag, Knorr, Blaupunkt und Persil ein. Nach dem Krieg wird ihr Mann 1949 zum ersten Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Elly Heuss-Knapp fühlt sich als „First Lady“ nicht wirklich ausgelastet und gründet im Jahre 1950 das Müttergenesungswerk, das heute mit 82 anerkannten Mütter- und Mutter-Kind-Kliniken und mehr als 1300 Beratungsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden jährlich mehr als 100 000 Mütter und ihre Kinder erreicht. „Das Müttergenesungswerk war für mich eine wirkliche Krönung meines Leben“, schreibt sie am Ende ihres Lebens.

Zuschlagsmarke für das Müttergenesungswerk von 1957


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Verfasst von: Udo Angerstein

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