Große politische Persönlichkeit

Briefmarke zum 100. Geburtstag Kurt Schumachers 1995.

Er zählt zu den Gründungsvätern der Bundesrepublik Deutschland. Kurt Schumacher (1895-1952), der erste Nachkriegsvorsitzende der SPD, war eine große politische Persönlichkeit. All seinem Streben richtete sich auf die Errichtung und der Erhalt einer demokratischen und sozialen Ordnung.
1946 schrieb er in der Zeit: „Man muß die Demokratie als einen Lebensodem der deutschen Politik, als das alles beherrschende politische, gesellschaftliche und kulturelle Prinzip begriffen haben, um Deutschland aufbauen zu können. Es ist bitter, sagen zu müssen, daß die Demokratie heute in Deutschland nicht sehr viel stärker ist als die Sozialdemokratische Partei.“ Als größte Gefahren für die Demokratie machte er zwei Seiten aus: die kommunistisch-diktatorische und die autoritär-demokratische des Besitzbürgertums. Damit einher ging seine strikte Ablehnung, mit den Kommunisten zusammenzuarbeiten, die er als „rotlackierte Doppelausgabe der Nationalsozialisten“ bezeichnete. Seiner Haltung ist es zuzuschreiben, dass die Kommunisten im Westen Deutschlands nach Ende des Zweiten Weltkriegs de facto keine Rolle gespielt haben.

Zum 20. Todestag Kurt Schumachers brachte die Deutsche Bundespost 1972 diese Marke heraus.

Kurt Schumachers Lebensweg war zugleich ein Leidensweg. Im Dezember 1914 verlor er als Kriegsfreiwilliger an der Ostfront nach einer schweren Verwundung seinen rechten Arm. Nachdem die Sozialdemokraten 1933 das Ermächtigungsgesetz abgelehnt hatten, war Schumacher, der dem SPD-Fraktionsvorstand angehörte und die berühmte Rede des SPD-Vorsitzenden Otto Wels gegen die Machtergreifung Hitlers mitverfasst hatte, dem Unrechtsregime ausgeliefert. Er wurde 1933 in Berlin verhaftet und fast zehn Jahre in Konzentrationslagern gefangen gehalten. Trotz der schweren gesundheitlichen Probleme, die die Inhaftierung bei ihm hinterlassen hatte, ignorierte Schumacher nach Kriegsende den Rat seiner Ärzte, seinen Körper und seine Gesundheit zu schonen. Stattdessen baute er von Hannover aus die SPD wieder auf und wirkte an der Gestaltung eines anderen Deutschlands mit. Nach der Bundestagswahl 1949 lehnte er die Bildung einer Großen Koalition ab und wurde erster Oppositionsführer der Bundesrepublik.

Als Spätfolge der KZ-Haft musste ihm 1948 das linke Bein amputiert werden. Ende 1951 erlitt er einen Kreislaufkollaps. Am 20. August 1952 starb Kurt Schumacher im Alter von 57 Jahren. Nicht alle seine politischen Ziele konnte er umsetzen. Dennoch hat er die SPD und das Nachkriegsdeutschland in vielerlei Hinsicht geprägt.


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Verfasst von: Tanja Uhde

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