Einer der Schöpfer der „Zauberflöte“

Deutschland Block 26 1991 Mozart Schickaneder Zauberflöte

Auf dem Titelblatt der Erstausgabe des Librettos erscheint Emanuel Schickaneder als Papageno.

Wer schrieb die „Zauberflöte“? Die meisten werden sofort Wolfgang Amadeus Mozart benennen, was ja nicht unbedingt falsch ist. Mozart war indessen nur der Komponist der Oper. Das Libretto, also Text und Spielanweisungen, stammten von Emanuel Schickaneder.
Johann Joseph Schickeneder, der seinen Namen später änderte, wurde am 1. September 1751 in eine Straubinger Familie geboren. Ab 1773 gehörte er der „Moserschen Schauspielgesellschaft“ an, einem Wandertheater. 1780 trat es in Salzburg auf. Schickaneder machte erst die Bekanntschaft mit Leopold Mozart, dann mit dessen Sohn.
Keineswegs entwickelte sich daraus aber sofort eine produktive Zusammenarbeit zwischen Theatermann und Tonsetzer. Vielmehr spielte Schickaneder weiterhin für die Mosersche Gruppe, trat indessen ab 1785 auch am Wiener Burgtheater und am Kärntnertortheater auf. Doch er hatte größere Pläne und wollte ein eigenes Theater gründen. Dies untersagte ihm Kaiser Joseph II. 1787, weshalb Schickaneder vorübergehend nach Regensburg zog. 1789 kehrte er nach Wien zurück.
Dort hatte Christian Roßbach inzwischen das Freihaustheater gebaut. Der Spielbetrieb begann am 12. Juli 1789 mit Schickaneders Stück „Der dumme Anton im Gebirge“. Gut zwei Jahre später, am 30. September 1791, feierte das Theater seinen größten Erfolg. Wolfgang Amadeus Mozart hatte Schickaneders „Die Zauberflöte“ vertont. Schickaneder selbst spielte den Papageno.
Der Zuspruch war überwältigend. Schickaneder verdiente mit den Aufführungen genügend Geld, um nunmehr seinen Traum vom eigenen Theater verwirklichen zu können. Berühmt genug war er inzwischen auch, sodass selbst der Kaiser das Vorhaben nicht mehr verhindern mochte. Das Theater an der Wien nahm den Spielbetrieb mit der Oper „Alexander“ auf, deren Libretto ebenfalls Schickaneder verfasst hatte. Die Musik stammte von Franz Teyber. Oper wie Tonsetzer sind heute vergessen.
Dieses Schicksal wäre sicherlich auch Schickaneder beschieden gewesen, der in seinen Inszenierungen großen Wert auf Effekte, Pomp und aufwändige Dekorationen legte, also Volkstheater im eher schlechteren Sinne des Wortes machte. 1804 gab er die Leitung des Theaters ab. Bereits 1802 hatte er ein barockes Palais in Nußdorf erworben, das heute als Lehár-Schickaneder-Schlössl bekannt ist. Nachdem er 1811 infolge der Wirren während der napoléonischen Kriege sein Vermögen verloren hatte, fiel er in geistige Umnachtung.
Heute vor 200 Jahren, am 21. September 1812, verstarb der Librettist der „Zauberflöte“, fast 21 Jahre nach ihrem Komponisten. Ohne Mozarts Töne wäre das Werk indessen wohl ebenso vergessen wie „Alexander“ und „Der dumme Anton im Gebirge“.


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Verfasst von: Torsten Berndt

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