Mächtigste Frau der Welt

Monaco Sondermarke 2012 Nofretete Nefertiti

Nofretete in Stahl gestochen: aktuelle Sondermarke aus Monaco.

Ihre genauen Lebensdaten sind naturgemäß unbekannt. Sicher ist, dass Nofretete im 14. Jahrhundert vor Beginn der christlichen Zeitrechnung lebte. Sie war die Große königliche Gemahlin Echnatons, also Hauptfrau des Pharaos der 18. Dynastie. Historiker setzen seine Regierungszeit unterschiedlich an: 1351 bis 1334, 1340 bis 1324 und 1353 bis 1336 sind die üblicherweise genannten Daten. Echnaton nahm seinen Namen erst an. Bis zum Wechsel vom Amun-Re- zum Aton-Kult hieß er Amenophis. Den Religionswechsel machte Echnatons Sohn Tutanchamun dann rückgängig.
Über Nofretetes Herkunft streiten die Gelehrten. Thesen, sie sei eine Tochter von Pharao Amenophis III., also eine Halbschwester Echnatons gewesen, stehen neben Mutmaßungen, ihre Familie habe der ägyptischen Oberschicht angehört. Zeitweise kursierten sogar Vermutungen, sie sei als Zuwanderin nach Ägypten gekommen. Sicher ist, dass Nofretete zu den Königinnen gehörte, die nicht bloß an der Seite des Gemahls standen. Nofretete regierte mit, und es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass sie sogar das Tagesgeschäft bewältigte, derweil Echnaton sich den religiösen Dingen zuwandte. Darstellungen von Nofretete auf einem Streitwagen existieren ebenso wie Motive, die man heute nicht mehr als bloße Familienbilder interpretiert. Man kann wohl sagen, dass sie die mächtigste Frau der antiken Welt war.

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Nofretetes Porträts lehnten sich anfangs an Darstellungen des Pharaos an, wobei umgekehrt auch Echnatons Bildnis verweiblicht wurde. Dies hatte religiöse Hintergründe. Mit dem Wechsel von der Amun- zur Aton-Religion erfolgte eine deutliche Rückbesinnung auf die traditionelle Darstellung. Maskuline Symbole der Königswürde blieben zwar erhalten, beispielsweise die Kinnpartie. Insgesamt jedoch durfte die Königin wieder als Frau erscheinen, wenn auch idealisiert. Inwiefern die Darstellungen das wahre Aussehen Nofretetes wiedergeben, lässt sich daher nicht sagen. Neben der Büste präsentiert das Berliner Ägyptische Museum eine Standfigur, die Nofretete als ältere Frau zeigt.
Heute vor 100 Jahren barg der Archäologe Ludwig Borchardt die Büste in den Ruinen von Achetaton, der von Echnaton begründeten Hauptstadt Ägyptens. Anlässlich des Jubiläums findet im Berliner Neuen Museum bis 13. April die Sonderausstellung „Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete“ statt. Selbstverständlich kam die Büste wiederholt zu Briefmarkenehren. In der Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“ zierte Nofretete die Werte zu 20 und 70 Pfennig beider Gebiete, Bund und Berlin. Die nächste Ausgabe erscheint am 2. Januar kommenden Jahres. Auch andere Länder gaben Briefmarken mit der alten Ägypterin heraus. Auf ihnen steht gewöhnlich der international geläufige Name Nofretetes, Nefertiti.
Übrigens: Tutanchamun steht im Mittelpunkt der DBZ 26/2012, die am 14. Dezember in den Bahnhofsbuchhandel kommt. Abonnenten erhalten das Heft zwei, drei Tage zuvor. Gegenüber dem Preis im Einzelhandel sparen sie bares Geld…

Aktualisierung 8. Januar: Die am 2. Januar nassklebend erschienene Sondermarke kommt am 7. Februar selbstklebend an die Schalter.


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Verfasst von: Torsten Berndt

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