„Der geht ran wie Blücher“

Gerhard Leberecht von Bluecher auf Briefmarke 1992Vor 270 Jahren wurde in Rostock Gebhard Leberecht von Blücher geboren. Blücher, eines von neun Geschwistern, trat mit 16 Jahren in ein schwedisches Husarenregiment ein und kämpfte zunächst im siebenjährigen Krieg gegen die Preußen. Von diesen gefangen genommen, lässt er sich überreden, auf preußischer Seite weiterzukämpfen. Als er bei einer Beförderung scheinbar übergangen wird, beschwert er sich und reicht seinen Abschied aus der preußischen Armee ein, was König Friedrich II., der „alte Fritz“, auf Blüchers Abschiedsgesuch mit den Worten „Rittmeister von Blücher kann, sobald es ihm gefällt, zum Teufel gehen“ kommentiert. Erst 1787, unter König Friedrich Wilhelm II., tritt er wieder als Major in die Armee ein und wird zum Oberstleutnant, später zum Oberst befördert.

Der überzeugte Freimaurer Blücher verfasst grundlegende Schriften zu militärischen Reformen. Nach der Niederlage gegen Napoléon in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 gerät Preußen unter französische Vorherrschaft, doch Blücher, inzwischen Generalleutnant, hat sich als einer der wenigen Truppenführer bewährt und gilt fortan als Hoffnungsträger. Er wird zum Generalkommandant in Pommern ernannt, aber auf Druck der französischen Regierung wieder entlassen.

Bluecher auf Briefmarke der DDR Im Jahr 1813, mit 70 Jahren, tritt er zu Beginn der europäischen Befreiungskrieg zum zweiten Mal in die Armee ein, Napoleon wird schließlich in der Völkerschlacht von Leipzig geschlagen, Blücher zum Generalfeldmarschall ernannt. Napoléon zieht sich zurück, doch der „Marschall Vorwärts“ setzt ihm nach bis nach Paris. Napoléon dankt ab und wird auf die Insel Elba verbannt, Blücher wird in den Fürstenstand erhoben. Als Napoléon aus der Verbannung zurückkehrt und noch einmal die Macht an sich reißt, ist es Blücher, der dem bedrängten Wellington („Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen“) bei Waterloo zur Hilfe eilt und dem Kaiser der Franzosen die endgültige Niederlage zufügt. Blücher stirbt am 12. September 1819 auf seinem schlesischen Gut Krieblowitz. Noch heute erinnert die Redewendung „Der geht ran wie Blücher“ an den bei seinen Soldaten äußerst beliebten, draufgängerischen Truppenführer.

 


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Verfasst von: Udo Angerstein

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