Todessehnsucht: Sylvia Plath

Sylvia Plath Stamp 2012Sterben ist eine Kunst, wie alles.
Ich kann es besonders schön.
Ich kann es so, dass es die Hölle ist, es zu sehn.
Ich kann es so, dass man wirklich fühlt, es ist echt.
(Sylvia Plath: Lady Lazarus)
Schon zu Lebzeiten veröffentlicht die amerikanische Schriftstellerin Sylvia Plath erste Gedichte, ihre literarische Bedeutung wird aber erst nach ihrem Tod gewürdigt. Als Sylvia Plath acht Jahre alt ist, stirbt ihr Vater, ein Biologieprofessor, kurz danach beginnt sie mit dem Schreiben. Die Mutter treibt sie zu Höchstleistungen an, denn es gilt, um jeden Preis den sozialen Abstieg zu vermeiden. So entstehen innerhalb weniger Jahre an die 400 Gedichte. Als ausgezeichnete Schülerin erhält Plath ein Stipendium für ein renommiertes College und veröffentlicht Kurzgeschichten in Frauenzeitschriften. 1953 gewinnt sie schließlich ein Praktikum in der Redaktion von „Mademoiselle“ in New York.

Der hohe Erwartungsdruck fordert jedoch seinen Preis: Plath bekommt starke Depressionen, unternimmt einen Selbstmordversuch, verbringt Monate in der Psychiatrie. Trotzdem schafft sie es, ihr Examen abzulegen und erhält ein Stipendium für die Universität in Cambridge, wo sie ihren späteren Mann, den Schriftsteller Ted Hughes, kennenlernt. Im Oktober 1960 veröffentlicht sie ihre erste Gedichtsammlung, danach beginnt sie mit ihrem autobiografischen Roman „Die Glasglocke“, der im Januar 1963 unter Pseudonym veröffentlicht wird. Doch die Depressionen haben sie weiterhin in der Gewalt, vier Wochen später, am 11. Februar 1963, bringt sie sich um. Ihre hinterlassenen Gedichte veröffentlicht Ted Hughes 1965 in der Gedichtsammlung „Ariel“, 1971 wird „Die Glasglocke“ erstmals unter ihrem richtigen Namen in den USA publiziert und ein großer Erfolg. 1982 wird Sylvia Plath postum mit einem Pulitzer-Preis für ihre Gedichte ausgezeichnet, im Jahr 2012 erschien in den USA eine Briefmarke mit ihrem Porträt.


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Verfasst von: Udo Angerstein

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