Der Rabe mit der Krone: Matthias Corvinus

Matthias Corvinus auf ungarischer Briefmarke 2008Heute vor 570 Jahren wurde in Siebenbürgen einer der größten ungarischen Könige geboren; Matthias Hunyadi, nach seinem Wappenvogel, einem Raben, Matthias Corvinus genannt, war einer der ersten großen mitteleuropäischen Renaissancefürsten und eine der faszinierendsten Persönlichkeiten in der Geschichte Ungarns, sein Leben ist Stoff vieler Legenden. 1458 im Alter von 14 Jahren zum ungarischen König gewählt, hatte er von Anfang an mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen: Er musste seinen Machtanspruch gegenüber dem mächtigen Adel durchsetzen, sich gegen seine vormaligen Unterstützer behaupten, und in Wien beanspruchte Kaiser Friedrich III. nicht nur selbst den Titel des ungarischen Königs, sondern hatte sogar die ungarische Königskrone in seinem Besitz. Durch höchstes politisches Geschick schaffte Corvinus es, die Macht des höheren Adels zu brechen, zugleich reformierte er das Justizwesen und die Finanzverwaltung.

Matthias Corvinus auf slowakischer Briefmarke 2008 Und natürlich war die Bedrohung durch die Türken allgegenwärtig, im Jahre 1462 kam es schließlich im Zuge der Türkenkriege zu einer denkwürdigen Begegnung von Corvinus mit dem walachischen Fürsten Vlad III. Draculea. 1463 gelang es Matthias Covinus schließlich, sich mit Friedrich III. zu einigen: Es kam zu einem Gebietsaustausch mit Österreich und Corvinus konnte die Stephanskrone zurückkaufen, mit der er sich 1464 krönen ließ. Seine Hofhaltung war glänzend, bedeutende Humanisten und Gelehrte berieten ihn und seine Bibliotheca Corviniana war die größte Sammlung wissenschaftlicher und philosophischer Schriften ihrer Zeit.

Darüber hinaus baute er ein stehendes Heer auf: Die „Schwarze Legion“, bestehend auch aus hussitischen Söldnern, gab ihm eine bis dato unbekannte Machtfülle. 1469 rückte er schließlich mit dem Segen des Papstes in Böhmen ein und ließ sich 1471 zum König von Böhmen krönen. Matthias Corvinus auf Briefmarke zum Tag der Briefmarke 2008Neben den fortwährenden Kriegen gegen die Türken musste er allerdings auch immer wieder gegen Friedrich III. kämpfen, 1485 eroberte er schließlich Wien und verlegte seine Residenz dorthin. Im Jahre 1490 starb Matthias Corvinus nach  32 Jahren an der Regierung an einem Schlaganfall. Unter seiner Regierung hatte das ungarische Herrschaftsgebiet seine größte Ausdehnung erfahren.


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Verfasst von: Udo Angerstein

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