Der „Engel von Sibirien“

„Das Einzige, worauf es ankommt, ist das ständige Bemühen, den Mitmenschen das Leben erträglich zu gestalten und für sie Freude zu schaffen.“
(Elsa Brändström)


Wohlfahrts-Briefmarke für Elsa Brändström, Deutsche Bundespost 1951Als Elsa Brändström vor 65 Jahren in Cambridge starb, trauerte die ganze Welt um den „Engel von Sibirien“, einen Titel, den sie selbst allerdings nicht so gern hörte. Geboren am 26. März 1888 als Tochter eines schwedischen Diplomaten in St. Petersburg, wächst sie in Schweden auf, kehrt aber 1908 nach St. Petersburg zurück, wo sie sich bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs freiwillig als Krankenschwester bei der Russischen Armee meldet. Zunächst ist sie für die Betreuung der russischen Verwundeten zuständig, doch dann bekommt sie die erbärmlichen Zustände mit, in denen die deutschen und österreichischen Kriegsgefangenen leben: Mehr als 80 Prozent von ihnen sterben zu Beginn des Krieges aufgrund katastrophaler Zustände in russischer Gefangenschaft an Seuchen, Hunger und Kälte.

Als Delegierte des Schwedischen Roten Kreuzes besucht sie Lager in ganz Russland und Sibirien, bringt Decken, Kleider und Medikamente mit und erzwingt Verbesserungsmaßnahmen. Nach dem Krieg veröffentlicht sie 1922 ihr Buch „Unter Kriegsgefangenen in Russland und Sibirien 1914-1920“ und setzt ihre humanitäre Arbeit fort: Auf Vortragsreisen in den USA sammelt sie Geld und gründet in Deutschland ein Sanatorium für ehemalige Kriegsgefangene sowie ein Kinderheim. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verlässt sie im Jahr 1934 mit ihrem Mann, dem Sozialdemokraten Robert Ulich, und ihrer Tochter Deutschland und geht ins Exil in die USA. In Cambridge, wo ihr Mann eine Professor erhalten hatte, unterstützt sie die zumeist jüdischen Emigranten aus Deutschland, beschafft Einreisebürgschaften, Jobs, Wohnungen und Stipendien und sammelt Geld für den Widerstand.

Schon vor Ende des Dritten Reiches startet sie eine Hilfsaktion für notleidende Kinder und schickt Medikamente und Kleider in Kisten nach Deutschland, eine Aktion, aus der schließlich  die „CARE“-Pakete entstehen. Fünfmal ist sie für den Friedensnobelpreis nominiert worden, erhalten hat sie ihn nie. In Deutschland sind etliche Straßen, Schulen und gemeinnützige Einrichtungen nach ihr benannt. Anlässlich des 125. Geburtstages von Elsa Brändström erscheint am 4. April eine deutsche Ganzsache, die wir in der DBZ 6/2012 ausführlich vorstellen. Sie erscheint am Freitag, Abonnenten erhalten sie etwas früher.Gedenkganzsache 125. Geburtstag Elsa Brändström 2013


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Verfasst von: Udo Angerstein

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