Ein kleiner Mann in großen Rollen

Heinz Rühmann auf Briefmarke "Für die Wohlfahrtspflege" 2000Er war unbestritten der beliebteste deutsche Schauspieler im 20. Jahrhundert: Heinz Rühmann, vor 111 Jahren in Essen geboren, spielte sich vor allem mit Komödien in die Herzen der Deutschen. Das Spielen begann er früh: Im Alter von fünf Jahren setzte ihn sein Vater, ein Gastwirt, regelmäßig abends auf die Theke, wo er zum großen Vergnügen der Gäste Gedichte rezitierte. Mit 17 Jahren verlässt Rühmann das Gymnasium und beginnt, Schauspielunterricht zu nehmen, es folgen erste Engagements in Breslau und Hannover, allerdings nicht sonderlich erfolgreich: Für tragende Rollen ist er zu klein und sieht zu jung aus.

Besser läuft es ab 1922 am Bremer Schauspielhaus: Dort glänzt er in der Hauptrolle als „Der Mustergatte“ und feiert erste Erfolge als Bühnenschaupieler. 1930 gelingt es Rühmann, eine der Hauprollen in dem Tonfilm „Die drei von der Tankstelle“ ergattern. Der Film, fast schon ein Musical (mit Auftritten der „Comedian Harmonists“), wird ein Kassenschlager und Rühmann in ganz Deutschland bekannt. Nach weiteren Hauptrollen ist Rühmann im Jahr 1932 bereits einer der bestbezahlten Schauspieler Deutschlands. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten versucht Rühmann sich politisch neutral zu verhalten und gleichzeitig mit dem Regime zu arrangieren. Um seine Karriere nicht zu gefährden, lässt er sich auf Druck von Goebbels 1938 von seiner jüdischen Frau scheiden. 1944 kommt er in seiner legendären Rolle als Hans Pfeiffer in „Die Feuerzangenbowle“ in die Kinos.

Nach Kriegsende wird Rühmann zügig entnazifiziert, neben seiner Paraderolle als „kleiner Mann“ gelingt es ihm in den folgenden Jahren auch als Charakterdarsteller zu überzeugen. In Helmut Käutners Verfilmung von „Der Hauptmann von Köpenick“ feiert er 1956 ein gelungenes Comeback auf der Kinoleinwand, an der Seite von Gert Fröbe spielt er 1958 in Dürrenmatts „Es geschah am hellichten Tag“, er spielt den „Pater Brown“ und Simenons „Maigret“ und etabliert sich ab den 60er-Jahren auch erfolgreich im Fernsehen. Auch musikalisch feiert er Erfolge, „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“, „La-Le-Lu“ oder „Ich brech‘ die Herzen der stolzesten Frau’n“ avancieren zu Evergreens. Heinz Rühmann stirbt am 3. Oktober 1994. Im Jahr 2000 wurde er mit der Herausgabe einer Wohlfahrtsmarke geehrt.


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Verfasst von: Udo Angerstein

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