„Kann machen, dass die Blinden geh’n“

„Kann machen, dass die Blinden geh’n“

„Ich bin der Doktor Eisenbarth,
kurier die Leut‘ nach meiner Art.
Kann machen, dass die Blinden geh’n
und dass die Lahmen wieder seh’n…“

An einem 27. März vor 350 Jahren wurde in Oberviechtach in der Oberpfalz Johann Andreas Eisenbarth geboren. Eisenbarth wurde nach dem Tod seines Vaters, eines Okulisten (Augenarzt) und Bruchschneiders (Chirurg für Leistenbrüche), im Alter von zehn Jahren nach Bamberg in die Obhut seines Schwagers gegeben. Dieser Schwager war ebenfalls als Okulist und Bruchschneider tätig und praktizierte zusätzlich als Steinschneider, enfernte also Blasensteine. Eisenbarth lernte dort etwa zehn Jahre lang sein Handwerk, bevor er für einige Jahre als Handwerkschirurg auf Wanderschaft ging und im Jahre 1684 in Salzburg seine Gesellenprüfung ablegte. 1686 übersiedelte er in die Residenzstadt Altenburg, wo er eine eigene Praxis eröffnen wollte. Von bereits dort ansässigen neidischen Kollegen wurde er jedoch denunziert, was ihn dazu zwang, weiterhin als Wanderarzt umher zu ziehen, dies aber immerhin mit ausdrücklicher Erlaubnis des Herzogs. Dergestalt privilegiert konnte er auf ein gesichertes Einkommen bauen, was ihm die Heirat ermöglichte.

Eisenbarth-Briefmarke von 1977, als Gif animiert von Friedrich Wilhelm EisenbarthSeine Behandlungen führte Eisenbarth auf Jahr- und Wochenmärkten durch, wo er auch selbst hergestellte Wundsalben verkaufen durfte. Durch sein Geschick und seine erfolgreichen Behandlungen erwarb sich Eisenbarth hohes Ansehen und konnte seinen Wirkungsbereich per Privileg immer weiter ausdehnen, bald durfte er bereits über Sachsen und Thüringen hinaus praktizieren, es folgten das Königreich Polen, Schlesien, Brandenburg, Preußen, Hessen-Kassel und Braunschweig-Lüneburg, darüber hinaus reiste er auch nach Holland, Frankreich und Italien und richtete in Magdeburg eine Produktionsstätte für Arzneimittel ein.

Den Höhepunkt seiner Laufbahn erlebte Eisenbarth im Jahr 1716, als ihn König Friedrich Wilhelm I. persönlich für eine Augenoperation an einem seiner Offiziere anforderte. Der berühmte Wundarzt Johann Andreas Eisenbarth starb am 11. November 1727 in Hannoversch-Münden. Besonders in Erinnerung blieb er, trotz seiner hervorragenden Arbeit, allerdings durch ein Trink- und Spottlied, das ein Göttinger Student etwa 70 Jahre nach seinem Tod verfasste und welches sich schnell über die Studentenverbindungen hinaus verbreitete. Dabei hatte Eisenbarth nie selbst den Doktortitel geführt… Die Briefmarke von 1977 brachte einer seiner Nachfahren, Friedrich Wilhelm Eisenbarth, in Bewegung. Auf Eisenbarths Homepage können Sie noch mehr über Doktor Eisenbarth erfahren – und auch noch einige Exemplare der Marke Individuell bekommen.


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Verfasst von: Udo Angerstein

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