Der König des Chicago-Blues

Muddy Waters auf Briefmarke aus den USA 1994Ob er genau vor 100 Jahren geboren wurde, ist nicht ganz sicher, hatte er doch in den 50er-Jahren behauptet, im Jahre 1915 geboren zu sein, in den 30er-Jahren allerdings auf offiziellen Dokumenten 1913 als Geburtsdatum angegeben. Sicher ist nur der Tag: an einem 4. April, vermutlich im Jahr 1913, wurde McKinley Morganfield im amerikanischen Bundesstaat Mississippi geboren. Der Junge spielte, wie so viele Kinder, gerne im Schlamm (mud), sodass ihn seine Großmutter „Muddy“ nannte, Spielkameraden ergänzten ein „Waters“, und das ist der Name, der haften blieb, und mit dem er sich in die Musikgeschichte einschrieb: „Muddy Waters“. Blues war die Musik im Delta des Mississippi und den Blues lernte er natürlich auch zu spielen, erst auf der Mundharmonika, dann auf der Gitarre, wo er sich besonders auf den „bottleneck style“ konzentrierte.

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Als der Musikforscher Alan Lomax, der im Auftrag der Kongressbibliothek die Volksmusik der Südstaaten dokumentierte, den legendären Bluesmusiker Robert Johnsons aufnehmen wollte, musste er feststellen, dass dieser bereits drei Jahre zuvor gestorben war. Stattdessen nahm er Muddy Waters auf, der zu jener Zeit als Traktorfahrer auf einer Plantage arbeitete. Dies war die erste Aufnahme von Waters, und zugleich ein einschneidendes Erlebnis für den Musiker: „Ich hörte mich wirklich zum ersten Mal“, sagte er später, „ich dachte, Mann, der Junge kann wirklich den Blues singen.“ 1943 brach Waters nach Chicago auf, um sich als Musiker Geld zu verdienen, und der Rest ist Geschichte: Waters legte sich eine elektrische Gitarre zu, der Delta-Blues wurde urban und Muddy Waters in den 50er-Jahren zum König des Chicago-Blues. Irgendwann wurde seine Musik dann auch in Europa entdeckt, unzählige Gitarristen wurden von seinen Riffs inspiriert und die „Rolling Stones“ benannten sich nach einem Song von Muddy Waters. Der König des Chicago-Blues hatte der Rockmusik den Weg bereitet. Bis in die 80er Jahre hinein gab er Livekonzerte, u.a. mit Eric Clapton, The Band, den Rolling Stones oder Johnny Winter, und wurde insgesamt mit sechs Grammys ausgezeichnet. Vor 30 Jahren, am 30. April 1983, ist Muddy Waters gestorben. Im Jahr  1994 wurde er in den USA mit der Herausgabe einer Briefmarke geehrt.


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Verfasst von: Udo Angerstein

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