Sonderstempel ehrt „Züchtigung“ von 1943

Dambuster-Gedenkstempel zur DammsprengungIm vierten Jahr des Zweiten Weltkrieges befand sich Deutschland an allen Fronten in der Defensive. Die zunehmende wirtschaftliche Überlegenheit der Alliierten und deren bessere Versorgung mit Rohstoffen für Industrie und Rüstung ließen bereits 1943 keine Zweifel mehr am sich langfristig abzeichnenden Ausgang des Konflikts. Einschneidend war vor allen Dingen die Tatsache, dass Hitlers Luftwaffe die Hoheit über den deutschen Luftraum entglitt. Mit dem Einsetzen massiver britisch-amerikanischer Bomberangriffe auf deutsche Industriezentren, sollten substanzielle Verluste verursacht werden. Die Verlagerung der deutschen Waffenindustrie in unterirdische Anlagen konnte der Bedrohung aus der Luft nur ansatzweise begegnen.

Rollbombe der AirforceDoch die Allierten hatten noch ausgefallendere Pläne, um die deutsche Wirtschaft in die Knie zu zwingen, etwa die als „Operation Chastise“, also Züchtigung, bezeichnete gezielte Sprengung von Staudämmen. Strom- und Wasserversorgung im Ruhrgebiet waren das Ziel. Nun galt es einen Weg zu finden, eine Bombe mit ausreichender Sprengkraft an die Dämme zu bringen. Dazu bildete die Royal Air Force aus 19 Avro Lancaster MK III-Bombern eine Sonder-Staffel. Die sogenannten „Dambusters“ trugen eine eigens für den Einsatz entwickelte Rollbombe an Bord. Diese sollte im Tiefflug über der Wasseroberfläche abgeworfen werden und wie ein Kieselstein über etwaige Anfangnetze springen, um schließlich am Staudamm selbst zu versinken. Ein Druckzünder sollte in ca. zehn Metern Tiefe die Detonation auslösen und die Staumauern zum Einsturz bringen. In drei Angriffswellen flogen die Dambusters in der Nacht vom 16. zum 17. Mai 1943 die Staumauern von Möhne-, Eder-, Sorpe- und Ennepetalsperre an. Die Verluste durch Flakfeuer oder technische Defekte waren groß. Acht der Lancaster-Maschinen gingen verloren. Das Ziel wurde hingegen nur zum Teil erreicht. Die beiden ersten Talsperren konnten zum Einsturz gebracht werden. Die so ausgelöste Überflutung des Umlandes bezahlten mehrere Tausend Menschen mit ihrem Leben, zahlreiche von ihnen ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene.

Auch wenn dieser spektakulären Aktion bei weitem nicht die kriegsentscheidende Bedeutung innewohnte, welche sich die allierten Strategen erhofft hatten, bleibt sie doch bis heute fest im Gedächtnis verankert. Zumindest in dem der Briten, die in regelmäßigen Abständen neue philatelistische oder marcophilistische Produkte zum Andenken an die „Dambusters“ herausgeben. Aktuell erscheint am 30. Mai ein Sonderstempel beim philatelistischen Service der Britischen Streitkräfte. Die Anschrift lautet: British Forces Philatelic Service, The Old Post Office, Links Place Elie, LEVEN Fife, KY9 1AX. Aktuell beträgt das Porto nach Deutschland 87 Pence. Bereits am 13. Mai gab es eine Abbildung der Rollbombe. Beide Sonderstempel können auch noch auf farbigen Schmuckumschlägen für 4-5 Pfund erstanden werden. Überhaupt bietet der britische Militär-Philatelie-Service stets eine große Auswahl bunter Gedenk-Artikel, denn das Motto lautet: Fundraising für die Armee. Ob man das unterstützen möchte, ist natürlich jedem selbst überlassen.

Schmuckumschlag zum Angriff 1943

Eventuell erscheint eine limitierte Auflage mit Autogramm von Fred Sutherland, einem teilnehmenden Soldaten des Luftangriffs.


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Verfasst von: Jan Sperhake

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