Der Krakatau: Als die Welt versank

Ausbruch des Krakatau auf indonesischer Briefmarke von 1983 Am Morgen des 27. August 1883 erschütterten gewaltige Explosionen die indonesischen Inseln Java und Sumatra: Der Vulkan Krakatau, der bereits am Vortrag mit mächtigen Ausbrüchen auf sich aufmerksam gemacht hatte, sprengte sich selbst in die Luft. Schon am Tag zuvor hatten die ersten Ausbrüche Aschewolken hervorgerufen, die die Küstenstädte Javas und Sumatras derart verdunkelten, dass am hellichten Tag die Straßenlaternen angezündet werden mussten, und selbst im 150 Kilometer weit entfernten Jakarta konnte man die Explosionen hören. Doch es sollte noch schlimmer kommen: Am frühen Morgen gegen 5.30 Uhr erfolgte die nächste große Explosion, so gewaltig, dass selbst in Australien die Menschen aus dem Schlaf gerissen wurden.

Ausbruch des Krakatau auf indonesischer Briefmarke von 1983 Zwei weitere Explosionen folgten in den nächsten Stunden, die Region war in Dunkelheit gehüllt und Tsunamis verwüsteten die Küsten. Gegen 10 Uhr kam es dann zur letzten und schlimmsten Explosion: Der Krakatau versank dabei in den Fluten, die Eruptionswolke stieg dabei bis zu 38 Kilometer in die Luft. Experten schätzen die Sprengkraft des finalen Ausbruchs auf das 10 000fache der Atombombe auf Hiroshima. Ein gewaltiger Tsunami mit einer Höhe von bis zu 40 Metern verheerte nun die Küsten und zerstörte Dörfer und Städte, mehr als 36 000 Menschen starben bei der Katastrophe.

Der Krakatau auf französischer Briefmarke von 2012 Selbst in Europa waren die Auswirkungen der FlutwelIe noch messbar, weltweit kam es in den nächsten Wochen aufgrund der Aschewolke in der Atmosphäre zu spektakulären Sonnenuntergängen: „Plötzlich färbte sich der Himmel blutrot, die Wolken aus Blut und Flammen hingen über dem blau-schwarzen Fjord und der Stadt“, schrieb der Maler Edward Munch, dessen berühmtestes Gemälde „Der Schrei“ vermutlich vom Ausbruch des Krakatau inspiriert wurde, in sein Tagebuch. Die Durchschnittstemperatur auf der Erde sank nach dem Ausbruch für einige Jahre um bis zu 0,8 Grad, zugleich wurde der Ausbruch des Krakatau zum ersten globalen Medienereignis: Dadurch, dass wenige Jahre zuvor die ersten Tiefsee-Telegraphenkabel verlegt worden waren, erfuhr die gesamte Welt innerhalb kürzester Zeit von der Katastrophe.


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Verfasst von: Udo Angerstein

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