„Den nehm ich. Wenn er sprechen kann.“

Cary Grant auf Briefmarke der USA von 2002Er ist wohl die perfekte Verkörperung des Gentlemans schlechthin gewesen und in der Liste der größten Filmstars aller Zeiten hat ihn lediglich Humphrey Bogart auf den 2. Platz verwiesen: Archibald Alexander Leach, geboren am 18. Januar 1904 in Bristol, schrieb Filmgeschichte, hat aber nie einen Oscar für seine Filme bekommen, lediglich dafür, dass er der war, der er war: Cary Grant. Seine Kindheit dürfte eher unangenehm gewesen sein: Der Vater war dem Alkohol nicht abhold, die Mutter schwer depressiv und als der zehnjährige Archibald eines Tages nach Hause kam, war sie fort, dem Jungen wurde gesagt, die Mutter sei im Urlaub, später hieß es dann, sie sei tot. Erst viele Jahre später, mit Anfang 30, erfuhr er, dass sie noch am Leben und in einer Nervenheilanstalt war.

Mit 13 Jahren wurde der Junge von der Schule geworfen und schloss sich einer Schauspieltruppe an, mit der er zwei Jahre durch die Lande zieht. Die Truppe verschlug es 1920 zusammen mit Archie zu einem Engagement in die Vereinigten Staaten, 455 Vorstellungen gaben sie am Hippodrome in New York, bevor ihre Show abgesetzt wurde, eine unschätzbare Ausbildung für den jungen Schauspieler, der nun auch Gesangsunterricht nahm und sich ab Ende der 1920er-Jahre nicht ohne Erfolg in ersten Musicalrollen versuchte.

1932 verschlug es ihn nach Hollywood, wo er seinen Namen in Cary Grant änderte. Seine erste Rolle von Bedeutung spielte er in „Blonde Venus“ an der Seite von Marlene Dietrich, dann holte ihn Mae West für zwei Hauptrollen an ihre Seite. Angeblich soll sie, als sie Grant das erste Mal gesehen hatte, zu einem Verantwortlichen gesagt haben: „Den nehm ich. Wenn er sprechen kann.“ Nun stellte sich allmählich der Erfolg ein, 1938 spielte er mit Katherine Hepburn in „Leoparden küsst man nicht“, 1941 wurde er zum ersten Mal von Alfred Hitchcock für „Verdacht“ vor die Kamera geholt und innerhalb weniger Jahre avancierte Cary Grant zum Superstar, stets charmant und elegant, witzig und im Film scheinbar nie an seinen Partnerinnen interessiert. Allerdings ist er dann doch im wahren Leben fünfmal verheiratet gewesen. Er spielte an der Seite von Ingrid Bergman, Grace Kelly, Sophia Loren und Audrey Hepburn und verewigte sich in den kommenden Jahren in unzähligen Klassikern wie „ Arsen und Spitzenhäubchen“, „Über den Dächern von Nizza“, „Der unsichtbare Dritte“ und „Charade“, bis er sich 1966 endgültig aus dem Filmgeschäft zurückzog, da er sonst nur noch die Rollen von Großvätern übernehmen könne, wie er erklärte. Stattdessen übernahm er einen Vorstandsposten in einer Kosmetikfirma und ging mit seiner Tochter auf Reisen. Am 29. November 1986 starb Cary Grant auf einer Vortragsreise an einem Schlaganfall.


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Verfasst von: Udo Angerstein

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