Die Inseln des Friedens

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Wo liegt Åland? Diese Briefmarke gibt Auskunft.

Eine alte Sufi-Lehre besagt, die Weisheit sei wie eine Karotte – jeder Esel interessiere sich für sie, aber das Beste bliebe den meisten verborgen. Die åländische Geschichte bezeugt auf dramatische Weise, wie ein idyllischer Inselarchipel zum Zankapfel der umgebenden Mächte werden kann. Wieder und wieder wechselten die zwischen Schweden und Finnland gelegenen Ostseeinseln ihren Besitzer. Dänen und Schweden, später dann Finnen und Russen und – was hierzulande kaum bekannt ist – sogar deutsche Truppen landeten kurzzeitig im Zuge des Finnischen Bürgerkrieges 1918 auf Åland an. Grund dafür war stets die herausragende strategische Bedeutung des Archipels für die Beherrschung der Ostsee. Heute ist Åland zwar offiziell zu Finnland gehörig, pflegt jedoch, mit weitgehender Autonomie ausgestattet, die schwedische Sprache. Sogar die Krone wird noch als Zahlungsmittel akzeptiert, obwohl die offizielle Währung der Euro ist. Kulturell und vom Selbstverständnis her ist Åland aber nur eines: åländisch. Seit 1921 sind die Inseln gemäß Mandat des Völkerbundes eine entmilitarisierte Zone. Zurecht nennt man sie seither auch die „Inseln des Friedens“.

Perle der Ostsee

Und die Inselbewohner haben allen Grund, stolz auf ihre schöne Heimat zu sein. Die über 6700 Inseln und Inselchen, von denen gerade einmal jede hundertste bewohnt ist, stellen für den skandinavischen Raum ein wichtiges Rückzugsgebiet für Pflanzen und Tiere dar, wie etwa für den in Finnland einst fast ausgerotteten Seeadler. Dazu liegen die Eilande im Gegensatz zum schwedischen und finnischen Festland in einer maritim geprägten Wetterzone. Der für diese Breitengrade übliche Nadelwald wird also von etlichen Laubbäumen aufgelockert. Sogar Orchideen gedeihen auf Åland.

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Auf der letzten Ausgabe der Norden-Serie darf der Sammler dem Kapitän auf der Brücke über die Schulter schauen, während das Schiff durch die Wellen der Ostsee pflügt.

Flora und Fauna sind folglich auch beliebte Motive auf den Briefmarken der lokalen Postverwaltung, die seit genau 30 Jahren eigene Markenausgaben an die Schalter bringt. Die åländischen Elche aus dem Jahr 2000 wurden gar zur schönsten Briefmarkenausgabe der nordischen Länder gekürt. Ålands Marken sind aber durchweg philatelistisch sehr angesehen, da sie einerseits qualitativ hochwertig produziert werden und gleichzeitig durch eine moderate Ausgabepolitik sammlerfreundlich bleiben. Die Themen sind durchweg åländisch, auf profitable „Trittbrettfahrer“ wird gänzlich verzichtet, auch das ist sein sympathischer Zug. Die erste Ausgabenserie zeigte übrigens ein geografisches Motiv, auf dem der neue Åland-Sammler erst einmal die exakte Lage des Ausgabelandes gezeigt bekam. Humor hat man, oder man hat ihn nicht …

Den kompletten Artikel von Jan Sperhake lesen Sie in der aktuellen DBZ 7/2014, die Sie derzeit im Bahnhofsbuchhandel bekommen können. Sie können natürlich auch ein Abonnement abschließen, es gibt attraktive neue Prämien!


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Verfasst von: Jan Sperhake

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