„Schlimmer Modernist“

Die Musik war ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt. Sein Vater, Franz Strauss, einer der größten Waldhornkomponisten seiner Zeit und ab 1871 Professor an der Musikakademie in München, sorgte dafür, dass sein Sohn Richard eine vorzügliche musikalische Ausbildung genoss. Der vor 150 Jahren in München geborene Strauss-Sprössling war kein Wunderkind à la Mozart, aber ein fleißiger, talentierter Junge, der dem, was sein autoritärer Vater für richtig hielt, Folge leistete. Es dürfte für den jungen Bayern eine Herausforderung dargestellt haben, sich aus dem Schatten des Vaters zu lösen. Diese meisterte er allerdings mit Bravour. Der Nachwelt ist Richard Strauss in erster Linie als großer Komponist in Erinnerung geblieben. Doch er selbst sagte einmal, er hätte nur im Nebenberuf komponiert und sähe seinen Hauptberuf als den des Dirigenten. Dieser „Brotberuf“ sicherte ihm die künstlerische Freiheit, denn allein von den Einkünften aus seiner eigenen Musik konnte er wohl erst seit dem Ende der 1920er-Jahre leben.

125. Geburtstag Beleg

Zum 125. Geburtstag wurde natürlich auch an Richard Strauss erinnert. Der Einschreibebrief aus Wien nach München wurde mit Österreichs MiNr. 1905 (200. Todestag von Christoph Willibald Gluck) und mit gleich drei Geburtstagsmarken, MiNr. 1964, frankiert.

Die technischen Fähigkeiten eines Dirigenten erwarb er 1885 als Herzoglich Meiningenscher Hofmusikdirektor und zwar bei keinem geringeren als dem Wagner-Schüler Hans von Bülow, der in Meiningen als Hofmusikintendant tätig war. Ein Jahr später wechselte er an die Hofoper München, wo er als dritter Kapellmeister eingestellt wurde. In dieser Zeit begann Strauss mit der Entwicklung eines neuen Genres, dem er selbst den Namen „Tondichtungen“ gab und das er in der Tradition der symphonischen Dichtungen von Liszt sah. Für das erste dieser Werke, „Macbeth“, unternahm er mehrere Anläufe, ehe er sich 1891 mit der dritten Fassung zufriedengab. Als Wegweiser der Moderne aber fungierte die zweite Tondichtung, „Don Juan“ (1888/89), mit der Strauss vollkommen neue musikalische Ausdrucksbereiche erschloss. Als Programmmusik können seine Tondichtungen nur eingeschränkt bezeichnet werden, denn, wie Musikwissenschaftler Michael Walter beschreibt, waren die Kompositionsarbeiten an den Tondichtungen weniger geprägt „durch ein konkretes Programm als durch eine Grundidee, deren Realisierung sich sowohl hinsichtlich des poetischen Inhalts wie der musikalischen Strukturen erst während der Komposition ergab […]“.

Strauss sammelte weitere Erfahrungen als zweiter Kapellmeister am Hoftheater Weimar (ab 1889) und kehrte 1894 nach München zurück. Mit der dort entstandenen Tondichtung „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ (1895) gelang es ihm, sich endgültig als der führende deutsche Komponist symphonischer Werke zu etablieren. Es folgten Meisterwerke wie „Also sprach Zarathustra“ (1896) und „Don Quixote“ (1897) …

Tanja Uhdes kompletten Artikel über Richard Strauss, der heute vor 150 Jahren geboren wurde, finden Sie in der DBZ 12/2014, die Sie noch kurze Zeit im Bahnhofsbuchhandel bekommen können. Ansonsten empfiehlt sich ein Abonnement.


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Verfasst von: Tanja Uhde

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