Konservativ und Reformatorisch

Grabmal des Papstes Pius X. auf Briefmarke des Vatikan, Ausgabe am 28.08.2014

Grabmal des Papstes Pius X. auf Briefmarke des Vatikan, Ausgabe am 28.08.2014.

„Instaurare omnia in Christo – Alles in Christus erneuern“ lautete das Motto des heute vor 100 Jahren verstorbenen Papstes Pius X. Der „konservative Reformpapst“, wie er häufig genannt wurde, da er getreu seinem Leitmotiv viele Neuerungen in der Kirche durchsetzte, sich jedoch entschieden gegen die Öffnung zur Moderne aussprach, wurde vor 60 Jahren von seinem Nachfolger Papst Pius dem X. heiliggesprochen.

Am 2. Juni 1835 im italienischen Riese geboren, tritt Guiseppe Sarto – so lautet der Geburtsname des späteren Papstes – bereits im Alter von 15 Jahren ins Priesterseminar ein. Nach seiner Weihe 1858 ist er zunächst als Priester in dem kleinen Ort Tombolo tätig. Innerhalb der nächsten 35 Jahre erfüllt er seine Ämter stets mit Hingabe und Energie, weshalb der Papst ihn am 12. Juni 1893 zum Kardinal erhebt und zum Patriarchen von Venedig ernennt.

Zehn Jahre später verstirbt Papst Leo nach 25 Jahren Amtszeit. Zunächst fällt den Kardinälen die Wahl eines neuen Papstes äußerst schwer. Doch nach mehrtägigem Konklave wählen sie den Patriarchen von Venedig am 3. August 1903 auf den Heiligen Stuhl in Rom. Der neugewählte Papst entscheidet sich für den Amtsnamen Pius und erinnert so an seinen Vorgänger Pius IX. und setzt sich damit ganz bewusst vom vorherigen Papst Leo XIII. ab, der sich der Moderne öffnete. In seinem ersten Rundschreiben fordert Pius X. zur Ablehnung der modernen Wissenschaft auf. Nur im Licht der katholischen Lehre könne laut Pius die Wissenschaft vorangetrieben werden. Vor allem die moderne Bibelkritik verurteilt der neue Papst als Gotteslästerung. Er lässt viele diesbezügliche Schriften auf den Index setzen und Theologieprofessoren überwachen, weshalb die Entwicklung theologischer Forschung behindert wird. 1910 führt Pius X. den Antimodernisten-Eid ein, der ein Abschwören der „modernen Irrtümer“ beinhaltete und der erst 1967 von Papst Paul VI. wieder abgeschafft wird.

Im Laufe seiner Amtszeit war dem neuen Papst darüber hinaus sehr daran gelegen, den Gottesdienst neu zu gestalten. Außerdem reformierte er die Römische Kurie und legte den verpflichtenden Glaubensunterrichts sowohl für Kinder als auch für Erwachsene fest. Des Weiteren setzte er das Mindestalter für Erstkommunionen von zuvor zwölf auf sieben Jahre herab, wodurch er als populärer Papst der Kinderkommunion in die Geschichte einging. Fünf Jahre zuvor hatte er von den erwachsenen Gläubigen gefordert, die Heilige Kommunion häufiger entgegen zu nehmen. Vor seiner Zeit als Papst war es üblich, nur einmal jährlich das Blut und den Leib Christi in Form von Brot und Wein zu empfangen. Die tägliche Kommunion galt als Privileg für die Priester und Ordensleute.

Am 28. August gibt der Vatikan eine Briefmarke ihm zu Ehren heraus. Das Postwertzeichen, das im 10er Kleinbogen erhältlich ist, zeigt das vom Bildhauer Pier Enrico Astorri gefertigte Grabmonument Pius X.‘ in der Petersbasilika.

Die DBZ möchte schon heute an seinem 100. Todestag dem Papst gedenken.

 


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Verfasst von: Stefanie Dieckmann

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