Deutschlands Welterbe

Gefährdungen durch Bauprojekte

Fagus-Werk Alfeld auf Briefmarke von 2014Mitte dieses Jahres war es soweit: Die Marke von 1000 Welterbestätten wurde durchstoßen. Auf seiner 38. Sitzung in Doha (Katar) beschloss das Welterbe-Komitee der UNESCO, weitere 26 Kultur- und Naturgüter in die „Liste des Erbes der Welt“ aufzunehmen. Seitdem gehören 1007 Stätten aus 161 Ländern dem Welterbe an: 779 Kulturerbestätten und 197 Naturerbestätten; 31 von ihnen zählen als „mixed sites“ sowohl zum Kultur- als auch zum Naturerbe.

Deutschland ist mit 39 Stätten auf der Welterbe-Liste vertreten, davon 36 Kultur-, aber nur drei Naturerbestätten. Zu Letzteren zählen die Grube Messel, eine Fossilienlagerstätte, die alten Buchenwälder Deutschlands und jene der Karpaten als grenzüberschreitendes Weltnaturerbe sowie das Wattenmeer, das sich ebenso auf mehrere Länder verteilt. Hingegen kann die Bundesrepublik auf 36 Weltkulturerbestätten verweisen, womit sich in Deutschland ein Verhältnis von eins zu 13 zwischen Weltnatur- und Weltkulturerbe ergibt.

Ursprünglich war geplant, weltweit etwa 500 Naturlandschaften und Kulturdenkmäler von „außergewöhnlichem universellem Wert“ auszuwählen und zum „Welterbe der Menschheit“ zu erklären – und zwar in einem Verhältnis von eins zu eins. Es sollten ungefähr gleich viele Natur- wie Kulturgüter in die vom UNESCO-Welterbe-Komitee geführte Liste eingetragen werden. Doch im Laufe der mehr als 40-jährigen Geschichte dieses Übereinkommens, das als erfolgreichstes Abkommen der Völkergemeinschaft zum Schutz ihres natürlichen und kulturellen Erbes gilt, war dieses Ziel nicht einzuhalten. Denn das internationale Schutzinstrument, welches die bedeutendsten Natur- und Kulturschätze der Menschheit vor dem Verfall und der Zerstörung schützen sollte, wurde zusehends als Möglichkeit der touristischen Vermarktung der jeweiligen Stätte gesehen. Insbesondere die europäischen Mitgliedsländer verstanden es, sich eine dominierende Stellung in der Welterbe-Liste zu verschaffen – allen voran Italien mit 50 Stätten, dicht gefolgt von Spanien mit 44 und Frankreich mit 39 Weltkultur- und Naturerbestätten. Deutschland ist somit den Spitzenreitern dicht auf den Fersen. Griechenland als Wiege der europäisch-abendländischen Kultur zählt hingegen „nur“ 17 Kulturerbestätten, wovon zwei auch dem Naturerbe zugeordnet werden …

Den kompletten Artikel von Christian Schuhböck lesen Sie in der DBZ 20 /2014, die Sie aktuell im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Haben Sie schon einmal über ein Abonnement nachgedacht?


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Verfasst von: Udo Angerstein

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