21.000 Lose in zehn Katalogen

Experten kennen nur eine preußische Postanweisung mit der 4-Silbergroschen-Frankatur.

Experten kennen nur eine preußische Postanweisung mit der 4-Silbergroschen-Frankatur (Abb. Gärtner).

Mit einem umfangreichen Angebot wartet das Auktionshaus Christoph Gärtner auf seiner kommenden Auktion vom 6. bis 10. Oktober auf. Ergänzt wird sie von einem zusätzlichen Tag am 21. November. Stolze 21.000 Lose ruft Gärtner aus, darunter 8000 Sammlungen. Das gesamte Angebot erforderte die Erstellung von nicht weniger als zehn Katalogen.
Ein herausragendes Stück des Altdeutschland-Teils haben wir in Heft 20/2014 Ihrer DBZ vorgestellt. Mit einem Sechserblock der württembergischen Marke zu 70 Kreuzer – der größtmöglichen Einheit – war ein Paket nach Wien freigemacht, daneben mit einem senkrechten Paar. Aus Württemberg stammt zudem eine bemerkenswerte Währungs-Mischfrankatur mit Werten zu 14 Kreuzern und 10 Pfennig auf einem Ganzsachen-Umschlag zu 3 Kreuzern/10 Pfennig.
Liebhaber der Privatpost der Familie Thurn und Taxis bekommen die einmalige Gelegenheit, einen Beleg in das britisch besetzte Balaklava während des Krim-Krieges zu ersteigern. Der portogerecht mit 23 Kreuzern freigemachte Beleg ist, wie BPP-Experte Peter Sem in seinem Attest vermerkte, der einzige bekannte.
Zwei Stück gab es einstmals von einem Fehldruck der bayerischen Wappen-Marke zu 3 Kreuzern. Neben dem vorderseitigen Druck erscheint rückseitig ein Doppeldruck der karminrosa Farbe. Das zweite Exemplar des mutmaßlich aus einem irrtümlich verkauften Andruck stammenden Wertes gilt seit Jahrzehnten als verschollen, sodass der glückliche Bieter, der den Zuschlag erhält, nach heutigem Kenntnisstand ein Unikat erwirbt.
Mit einem Unikat wartet auch Preußen auf, einer Postanweisung mit portogerechter 4-Silbergroschen-Frankatur, dargestellt mit einem senkrechten Paar des 2-Silbergroschen-Wertes der Wappen-Ausgabe. Überhaupt kennen die Preußen-Spezialisten nur vier komplett erhaltene Postanweisungen.
Christoph Gärtner ist allgemein als Spezialist für China und Asien bekannt. Dies bestätigt er mit einem exquisiten Angebot, zum Beispiel der Marke „Das ganze Land ist rot“ von 1968 oder der nicht ausgegebenen Marke mit Mao Zedongs Anweisungen für einen japanischen Freund. Zur Red Revenue darf Gärtner einen Beleg ausrufen, der in Benjamin Y. K. Hwas Standardwerk zu den Belegen der Ausgabe nicht verzeichnet ist. Das Spitzenstück stammt aus Hongkong, die gelbbraune 96-Cents-Marke mit dem Porträt von Königin Victoria von 1865.
Selbstverständlich entdecken auch die Liebhaber weiterer Gebiete in den Gärtner-Katalogen jede Menge Preziosen. Russland-Sammler können sich auf einen Beleg mit der 20-Kopeken-Marke von 1858 auf dickem Papier freuen, versandt am 19. Februar 1858. Nur ein Beleg mit einem früheren Datum, dem 18. Februar, blieb der Nachwelt erhalten. Lediglich zwei Briefe sind vom Postmaster-Provisorium aus Nashville bekannt, das während der Jahre der Konföderierten Staaten von Amerika entstand. Den Beleg der Lynch-Korrespondenz ziert ein Kehrdruck-Paar.
In der kommenden Woche richten sich die Blicke der Philatelisten nach Bietigheim-Bissingen. Die 29. Gärtner-Auktion steht bevor. Im kommenden Jahr kann Christoph Gärtner dann mit der 30. Auktion vom 9. bis 13. Februar ein kleines Jubiläum begehen.


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Verfasst von: Torsten Berndt

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