Falschgeld im Postamt

Die Deutsche Bundespost – ein historischer Rückblick

Während in den späten 50er- bis zu Beginn der 80er-Jahre das Thema Falschgeld in der Bundesrepublik nur von untergeordneter Bedeutung war, da nicht übermäßig viele falsche DM-Noten oder Münzen vorkamen, war dies unmittelbar nach der Währungsreform und in den Jahren danach grundlegend anders. Ein Teil der Noten der aus den USA gelieferten Erstausstattung für die westdeutsche Geldreform vom Juni 1948 musste aus Zeitnot in großer Eile angefertigt werden, da man den Notenbedarf zunächst zu niedrig geschätzt hatte. Insbesondere die unter der Aufsicht der amerikanischen Staatsdruckerei Bureau of Engraving and Printing in Washington D.C.1 hergestellten Noten zu ½ und 1 DM beziehungsweise 2, 5, 20 und 50 DM erwiesen sich als nicht fälschungssicher, da sie im Zeit sparenden, aber einfachen und bereits damals leicht nachzuahmenden Offsetdruck hergestellt worden waren.

Falschgeld

Mit diesem Merkblatt, das auch an Postämter und Amtsstellen verteilt
worden war, warnte die Bank deutscher Länder vor der gut gelungenen,
wie die Originalnote im Offsetdruck hergestellten 20-DM-Fälschung.
Sie war unter anderem an der unterbrochenen Rahmenlinie in der
linken unteren Ecke zu erkennen.

Die beiden Höchstwerte hatte man zwar mit einem fluoreszierenden Untergrunddruck ausgestattet. Die Prüfung der Untergrund-Guillochen mit einer UVLampe war zu dieser Zeit aber nur der Bank deutscher Länder als Emissionsinstitut, einigen wenigen großen Banken sowie großen Polizeidienststellen möglich, sodass dieser Fälschungsschutz zur schnellen Prüfung für jedermann innerhalb des täglichen Zahlungsverkehrs nicht taugte. Die Westzonen wurden bereits kurz nach der Ausgabe der neuen Noten im Zuge des Erstumtauschs am 20. Juni 1948 von einer Falschgeldwelle regelrecht überschwemmt. Insbesondere die Stückelungen zu 5 und 20 DM kamen als Fälschungen nachgerade massenhaft vor, sodass der Barzahlungsverkehr verunsichert war und es häufig sogar zur Ablehnung dieser Banknoten im Publikum kam. Im Wesentlichen waren zwei große ausländische Fälscherbanden für die zum Teil hervorragend nachgeahmten Noten verantwortlich. Eine davon saß in Paris, der Stadt, die zu dieser Zeit und noch bis in die 60er- Jahre hinein als Dreh- und Angelpunkt der Falschgeldherstellung und -verteilung in Europa galt …

Den kompletten Artikel von Karlheinz Walz, Folge 8 einer mehrteiligen Serie, lesen Sie in der DBZ 22/2014, die Sie aktuell im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Haben Sie schon einmal über ein Abonnement nachgedacht?


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Verfasst von: Udo Angerstein

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