Begründer der Elektrodynamik

Andre Marie Ampere auf Briefmarke von Monaco

Zum 220. Geburtstag wurde der Forscher in Monaco mit einer Briefmarke geehrt.

Der Name sagt es auch dem lange aus der Schulpflicht entlassenen Laien: Der Mann hat etwas mit Physik zu tun! Und wie: Nach André-Marie Ampère ist die Einheit für die Stromstärke benannt. Das Geburtsdatum des französischen Physikers und Mathematikers ist der 20. Januar 1775. Ampères Vater war ein wohlhabender Lyoner, der seinem reichlich begabten Sohn privaten Unterricht in aufklärerischem und von Jean-Jacques Rousseaus pädagogischer Utopie „Émile oder über die Erziehung“ inspiriertem Geist – u.a. las man im Hause Ampère eifrig in der von Denis Diderot und Jean d’Alembert herausgegebenen „Encyclopédie“ – zuteil werden ließ. Doch legten sich jäh dunkle Schatten über die familiäre und pädagogische Eintracht: Als Friedensrichter in Lyon verlor Jean Jaqcues Ampère im Zuge der radikalen Auswüchse der Französischen Revolution, die sich über das Land ausbreiteten, Kopf und Leben an der Guillotine.

Andre Marie Ampere auf Briefmarke von Afar und Issas

Im französischen Afar und Issas-Territorium, dem heutigen Dschibouti, erschien 1975 eine Luftpostbriefmarke.

Der freiheitlich und universell ausgerichtet gebildete André – der, so heißt es, übrigens noch später in seinem Leben ganze Artikel aus der berühmten Enzyklopädie wiedergeben konnte – arbeitete seinerseits zunächst als Lehrer in Lyon. Vor allem unterrichtete er, interessensmäßig keineswegs auf Naturwissenschaften beschränkt, sondern auch philosophisch aktiv, Physik und Chemie. Er befasste sich ansonsten besonders mit Fragen seines ursprünglichen Lieblingsfachs, der Mathematik. Ampère verfasste einige Arbeiten und bekam, obwohl er keinen formalen Bildungsnachweis vorzeigen konnte, eine Dozenten-Stelle an der polytechnischen Hochschule in Paris. Später wurde er Physik-Professor an der „Université de France“. Eine Position, in der er bis zu seinem aus einer Lungenentzündung resultierenden Tod im Jahr 1836 verblieb.
Ampère wurde im Alter von 25 Jahren Vater. Doch starb Julie, die Mutter des Sohnes und seit 1797 Madame Ampère, sehr früh. Der Gang von Lyon nach Paris, sagt man, hatte auch mit Ampères Versuch zu tun, mit dem Verlust seiner Ehefrau umzugehen. Wenige Jahre darauf heiratete der Witwer auch noch ein zweites Mal. Die allerdings ganz und gar nicht glückliche, kurze Ehe, die diesmal eine Tochter hervorbrachte, wurde jedoch geschieden.

Andre Marie Ampere auf Briefmarke der DDR

Auch in der DDR wurde Ampère 1975 philatelistisch gewürdigt.

Es war als die 1820er-Jahre begannen, dass André-Marie Ampères Interesse einen physikalischen Schwerpunkt erhielt und sich sein wissenschaftlicher Ruhm historischen Ausmaßes entfaltete: Er beschäftigte sich nicht als einziger mit aufsehenerregenden Experimenten, die der Däne Hans Christian Orstedt unlängst durchgeführt hatte. Und wie bei diesem ging es auch in den Überlegungen Ampères bald um die Zusammenhänge zwischen Magnetismus und elektrischem Strom. Jedoch in vertiefter Art und Weise: Materialien, Leiter, durch die Strom fließt – so Ampères zum einen experimentell untersuchte und zum anderen auch theoretisch formulierte Entdeckung – wirken aufeinander. Sie ziehen sich je nach Richtung der Stomflüsse an oder stoßen einander ab. Elektrischer Strom, dies fand Ampère heraus, ist die Grundlage von Magnetismus. Die magnetische Kraft eines Leiters nimmt außerdem mit verstärktem Stromfluss, mit erhöhter Stromstärke zu. Und diese konnte Ampère bereits mit der Urform seines „Amperemeters“ messen.

Andre Marie Ampere auf Briefmarke aus Frankreich

Frankreich ehrte den Physiker bereits zum 110. Todestag.

Ampère schrieb die Ergebnisse seiner Arbeit nieder und erntete kollegiale Bestätigung. Besonders wichtig unter seinen Publikationen ist die „Mathematische Theorie der elektrodynamischen Erscheinungen“ aus dem Jahr 1826. Der „Elektromagnetismus“ und die „Elektrodynamik“ als Teilbereiche der Physik wurden durch die Arbeiten André-Marie Ampères entscheidend vorangebracht bzw. überhaupt erst begründet. Ihren Niederschlag fand die Bedeutung der Ampèrschen Erkenntnisse schließlich auch darin, dass der Wissenschaftler sich 1881 in die illustre Reihe derer gesellte, deren Nachnamen eine naturwissenschaftliche Größe bezeichnen.


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Verfasst von: Marius Prill

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