Befreiung der Mordfabrik

Postalische Dokumente aus Auschwitz 

Nach dem Einmarsch sowjetischer Soldaten der 60. Armee der Ersten Ukrainischen Front am 27. Januar 1945 in das Konzentrationslager Auschwitz, dem größten Vernichtungszentrum des Nationalsozialismus, wurden noch etwa 7 000 im Lager ohne Lebensmittelversorgung zurückgelassene, teils sterbende Häftlinge vorgefunden, die meistens krank, ausgezehrt, physisch entkräftet und nicht für einen Fußmarsch geeignet waren. Sie ähnelten eher lebenden Skeletten als Menschen. Die Mehrzahl dieser Überlebenden litt an Durchfall, einem Symptom der Hungerkrankheit. Unter ihnen befanden sich auch ca. 200 Kinder, die nur Tage oder Stunden, ebenso wie die Erwachsenen, vom sicheren Erschöpfungstod entfernt waren. Die Zustände in den Baracken der einzelnen Lagerabschnitte waren unvorstellbar grauenvoll.

Postkarte-Auschwitz

Früher Häftlingsbrief vom 28. Februar 1941 aus dem KZ-Stammlager Auschwitz mit Abdruck von sieben Vorschriften aus der Lagerordnung sowie Stempel der Postzensur.

Exkremente und Unrat mussten von dem unbefestigten Boden gekratzt werden. Mehr als eine Million Kleidungsstücke, die in großen Stapeln aufgeschichtet waren, sowie Berge von Schuhen, Brillen, Prothesen und über sieben Tonnen Menschenhaar der im Lager Ermordeten waren Zeugnisse der Verbrechen. Obwohl die SS noch in den letzten Tagen des Bestehens des Konzentrationslagers versucht hatte, so viel als möglich schriftliche Unterlagen zu beseitigen, konnten diese Arbeiten nicht abgeschlossen werden und waren ebenso Zeugnisse des Vernichtungswillens der SS, wie die teils zerstörten Krematorien und die vorgefundenen Haufen von Menschenasche …

Zum Gedenken an den heutigen 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz starten wir eine Serie von Claus Geißler mit postalischen Belegen aus Auschwitz. Den ersten Teil finden Sie in der aktuellen DBZ 3/2015.


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Verfasst von: Torsten Berndt

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