Aus dem Inferno von Dresden

Einige postalische Zeitzeugen

Am 14. Februar 1945 flogen alliierte Bomberverbände in einer Stärke von 311 bis 316 B-17-Bombern sowie bis zu 200 Begleitjägern zwischen 12.17 und 12.31 Uhr mit insgesamt 770 Tonnen Bomben einen Angriff auf Dresden. Nach diesem Angriff schrieb Johanna Zumpe aus der Lockwitzer Straße 18 in Dresden A 20 (Dresden-Strehlen im Südosten der Stadt) eine Postkarte an ihre Tochter Marianne Stach in Limbach über Querfurt. Die Postkarte kam offenbar niemals an. Wahrscheinlich, weil sie nach Leerung des Briefkastens (falls das überhaupt stattfand) spätestens im Postamt am kommenden Tag den Einwirkungen des nächsten Bombenangriffs zum Opfer fiel. Denn am 15. Februar 1945 griffen diesmal zwischen 11.51 und 12.01 Uhr 211 B-17-Bomber mit nochmals 460 Tonnen Bomben Dresden an. Erneut griff Johanna Zumpe zur Feder und schrieb wiederum ihrer Tochter in Limbach, wohl in der Ahnung, dass ihre Postkarte vom Vortag den letzten Bombenangriff kaum überstanden haben dürfte.

Eilnachricht-Dresden

Eilnachricht mit Lebenszeichen vom 17.2.1945 ab Kipsdorf / Erzgebirge nach Freiburg / Breisgau von einer Dresdner Familie auf der Flucht aus der zerstörten Stadt.

Sie schreibt diese Karte nach dem letzten Angriff vom 15. Februar 1945 noch am gleichen Tag, so ist die Karte jedenfalls datiert. Wann sie diese Karte in den Briefkasten geworfen hat, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Ebensowenig gesichert ist, wann sie im Zuge einer Briefkastenleerung einem Briefkasten entnommen wurde. Wohl aber kann festgestellt werden, daß diese Karte von dem für den Dresdner Stadtteil von Frau Zumpe zuständigen Postamt Dresden A 20 bearbeitet wurde: Sie trägt nämlich einen Tagesstempel vom 17. Februar 1945, 6 Uhr morgens. Das spricht weniger für eine Schaltereinlieferung, sondern eher dafür, dass die Postkarte über den Briefkasten der Post übergeben wurde. Der Inhalt der Karte lässt sich unter diesen historischen Umständen bereits erahnen: Es wird von dem Grauen der Bombenangriffe vom 14. und 15. Februar geschrieben, und ihre Auswirkungen werden im Detail geschildert …

Den kompletten Artikel von Prof. Dr. Reinhard Krüger über die Bombenangriffe auf Dresden und deren postalische Zeitzeugen finden Sie in der neuen DBZ 3/2015, die Sie aktuell im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Abonnenten sparen sich den Weg und auch noch Geld…


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Verfasst von: Udo Angerstein

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