Streng und zweckmäßig

Ikonen der Bauhaus-Kunst

Fagus-Werk Alfeld auf Briefmarke von 2014

Das Fagus-Werk in Alfeld ist das erste Gebäude im Stil des späteren Bauhauses.

Der junge Berliner Architekt Walter Gropius erhielt 1911 von dem Unternehmer Carl Benscheidt aus Alfeld in Niedersachsen den Auftrag, ein Fabrikgebäude zu entwerfen und zu bauen. Benscheidt vertraute dem noch unbekannten Architekten und war gegenüber dessen modernen Ansichten offen. Gropius konnte so seine Ideen vom modernen Bauen verwirklichen. Das Lagerhaus des Faguswerkes in Alfeld war ein traditioneller Steinbau. Doch die Werkstätten wiesen völlig andere Merkmale auf. Große glasverkleidete Fronten ließen viel Licht in die Räume. So entstanden für die Arbeiter ideale Produktionsbedingungen. Sie konnten hier bei viel Licht die Schuhleisten aus Buchenholz herstellen. Die Buche, lateinisch fagus, hat auch den Namen für das Werk geliefert.

Die Wandflächen besitzen ein Stahlskelett, in das die Stahlrahmen mit den Fenstergläsern gehängt werden. Die Glasfläche bildet praktisch eine Vorhangfassade. Auch die Ecken sind vollständig verglast, obwohl sie keine Stützen aufweisen. Der ganze Baukörper besteht aus kubischen Formen. Vollständig fehlen die sonst üblichen Zierformen und Ornamente. Alles ist auf funktionelle Bauteile beschränkt, bei denen die Sachlichkeit vorherrscht. Mit dem Fagus-Werk in Alfeld zieht die sogenannte „Neue Sachlichkeit“ in die Architektur ein. Die Steinflächen schließen sich dieser Sachlichkeit an. Sie sind mit Klinkern verkleidet. In Alfeld hat Gropius erstmals diese Architekturelemente eingesetzt und damit den Ursprungsbau der späteren Bauhausarchitektur geschaffen.

Im Fagus-Werk wird bis heute noch produziert, es ist also kein Architekturdenkmal. Seit 2011 zählt das Werk zum Weltkulturerbe der UNESCO. Weimar bis Berlin 1919 wurde in Weimar die Vereinigung der Hochschule für Bildende Kunst mit den Restbeständen der Kunstgewerbeschule Henry van der Veldes zum Bauhaus vollzogen. Als sein Gründer gilt Walter Gropius, der auch der erste Direktor wurde. Im Gründungsmanifest heißt es: „Das Bauhaus erstrebt die Sammlung alles künstlerischen Schaffens zur Einheit, die Wiedervereinigung aller werkkünstlerischen Disziplinen – Bildhauerei, Malerei, Kunstgewerbe und Handwerk – zu einer neuen Baukunst als deren unablösliche Bestandteile“ …

Den kompletten Artikel von Dietrich Ecklebe können Sie in der DBZ 9/2015 lesen, die Sie im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Abonnenten sparen sich den Weg und auch noch Geld…


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Verfasst von: Udo Angerstein

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