Reinkarnierter Popstar: Der Dalai Lama wird 80

Dalai Lama Briefmarke Neue Presse Passau

Zum 80. Geburtstag des Dalai Lama gibt die Privatpost Neue Presse Passau diese Briefmarke heraus.

„Gehen wir voller Pessimismus an eine Sache heran, werden wir gar nichts erreichen“: Mit seinem unerschütterlichem Optimismus kämpft der Dalai Lama seit sieben Jahrzehnten für Frieden, für Gerechtigkeit und für die Freiheit seines Volkes. Trotz aller Rückschläge, trotz brutaler Gegenschläge, trotz der Unerbittlichkeit der chinesischen Machthaber hat das tibetische Oberhaupt immer an der Friedfertigkeit festgehalten und auf Diplomatie und Verstand gebaut. Denn er ist überzeugt: „Solange Zorn den menschlichen Geist erfüllt, ist Frieden unerreichbar.“
Gefragt wurde Lhamo Dhondrub nicht, als er 1935 im Alter von zwei Jahren als Reinkarnation des XIII Dalai Lama seiner Bestimmung zugeführt wurde. Der Sohn von Bauern eines kleinen tibetischen Dorfes wurde nach Lhasa gebracht und zweieinhalb Jahre später inthronisiert. Tenzin Gyatso, wie er nun hieß, wurde umfangreich ausgebildet. Die buddhistische Lehre stand ebenso auf dem Lehrplan wie Dialektik, Kunst und Kultur, Sprache und Medizin.

Der jetzige Dalai Lama, dessen 80. Geburtstag nach gregorianischem Kalender am 6. Juli gefeiert wird, steht in einer Jahrhunderte langen Tradition, die 1578 einsetzte, als der Ehrentitel erstmals vergeben wurde. Wie seine Vorgänger ist auch der 14. Dalai Lama die Reinkarnation des Avalokiteshvara, des Bodhisattva des Mitgefühls und des Schutzpatrons Tibets. Trotz der Bürde der Tradition ist der 14. Dalai Lama lebensnah und modern, was ihm große Popularität einbringt. Die setzt er ein für die Sache Tibets, für sein Engagement für den Frieden unter den Völkern und Religionen, für Menschenrechte und für ökologische Belange. Sehr zeitgemäß reist er durch die Welt, er nutzt soziale Medien wie Facebook für seine Anliegen und seine Auftritte ähneln denen eines Popstars – was nicht ganz unumstritten ist.


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Die Marke der Mongolei zeigt den Dalai Lama auf seinem Thron. Erschienen ist sie 1994 zum fünften Jahrestag der Nobelpreisverleihung.

Die Briefmarke der Mongolei ist 1994 zum fünften Jahrestag der Nobelpreisverleihung erschienen.

Die Unabhängigkeit Tibets war schon immer fragil. 1949 streckten die Chinesen wieder einmal ihren langen Arm aus und besetzten 1950 Tibet. 1959 erhob sich das tibetische Volk gegen die chinesischen Besatzer – mit furchtbaren Folgen: Etwa 90.000 Tibeter kamen ums Leben. Der Dalai Lama und mit ihm viele Tibeter flohen nach Dharamsala im Norden Indiens, wo das Oberhaupt die demokratische Exilregierung Tibets aufbaute, die bis heute existiert. 2011 gab der Dalai Lama die politische Führung des Landes ab: Lobsang Sangay ist heute Oberhaupt der tibetischen Exilregierung, die allerdings von keinem Land anerkannt ist.
Der Dalai Lama kämpft gewaltlos und er überzeugte Anfang der 1960er-Jahre die UNO von der Bedeutung der tibetischen Sache. Die UNO verfasste mehrere Resolutionen, in denen China erfolglos zur Einhaltung der Menschenrechte und zur Anerkennung der Autonomie Tibets aufgefordert wurde. 1989 erfuhr der Einsatz des Dalai Lama weltweite Anerkennung, als ihm für seinen Einsatz für die Völkerverständigung der Friedensnobelpreis verliehen wurde.

Die österreichische Marke mit dem Dalai Lama wurde auf Betreiben Chinas nicht verausgabt.

Die österreichische Marke mit dem Dalai Lama wurde auf Betreiben Chinas nicht verausgabt.

Auf Briefmarken wurde der Dalai Lama mehrfach verewigt. Skurril und bezeichnend dafür, wie politisch Briefmarken sein können, war die Affäre um die Sondermarke zu seinem 70. Geburtstag, die in Österreich erscheinen sollte (MiNr. IX Österreich). Dem starken China gefiel das gar nicht und die Österreicher machten einen Rückzieher, die bereits gedruckten Marken wurden eingestampft. Doch drei Zehnerbogen kamen in Umlauf.

Ein Eckrandstück eines solchen Zehnerbogens wurde 2008 bei Felzmann versteigert – und ging für enttäuschende 4500 Euro über den Tisch.

Nach tibetischem Kalender fiel sein 80. Geburtstag auf den 21. Juni, hier wird er am 6. Juli gefeiert. Und der Dalai Lama wird offenbar noch viele Geburtstage feiern: Er hat geträumt, dass er 113 Jahre alt wird – und danach ist ihm ja die Reinkarnation sicher.


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Verfasst von: Verena Leidig

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