Aus der DBZ 16: Politiker als Münzmeister

 

Münze Berlin 2015

Die Zinnmedaille mit der Ansicht der Staatlichen Münze wurde auf einer alten Spindelpresse geprägt. Foto: Caspar

Die deutsche Vereinigung wird in diesem Jahr allerorten gefeiert. Auch numismatisch: Zum 3. Oktober erscheinen die 25-Euro-Silbermünzen, die in der Staatlichen Münze Berlin geprägt wird. DBZ-Autor Helmut Caspar war dabei, als die Münze im Beisein von Politikern angeprägt wurde.
Die Staatliche Münze Berlin ist der älteste bis heute produzierende Betrieb der Hauptstadt, seine Anfänge als Geldschmiede der Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg gehen in das späte 13. Jahrhundert zurück. Was sich aktuell in dem Traditionsbetrieb tut, brachten Anfang Juli der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses Ralf Wieland und der Senator für Finanzen Matthias Kollatz-Ahnen vor Ort in Erfahrung. Nach der Landeshaushaltsordnung ist die Geldfabrik eine nachgeordnete Einrichtung der Senatsverwaltung für Finanzen. Da der Betrieb Gewinn abwirft, partizipiert der Berliner Landeshaushalt am Erfolg des Unternehmens, in dem mehr als 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind.
Durch die Prägeanstalt von deren Leiter Andreas Schikora geführt, erfuhren die beiden Politiker, warum auf Berliner Geldstücken seit Friedrich dem Großen der Münzbuchstabe A prangt und welchen Weg Münzen und Medaillen vom Entwurf über die Herstellung der Modelle sowie der Stempel bis zur Endfertigung in hochmodernen Prägeautomaten durchläuft, bis sie eingewickelt und in großen Holzkisten verpackt an die Bundesbank geschickt werden. Ein großer Teil der Arbeiten wird von Automaten erledigt. Die Belegschaft hat vielfach überwachende Aufgaben zu erledigen. Dazu gehört, dass in regelmäßigen Abständen geprüft wird, ob das Gepräge sauber ausgeführt ist. Sollten die Stempel abgenutzt sein, werden sie ausgetauscht.
Die Gäste nahmen die seltene Gelegenheit wahr, sich an einer historischen Spindelpresse unter fachkundiger Anleitung als Münzmeister zu betätigen und eine einseitige Zinnmedaille mit der Außenansicht der Geldfabrik herzustellen. Sie ist seit 2006 in einem ehemaligen Glaswerk an der Ollenhauerstraße 97 im Bezirk Reinickendorf untergebracht, weil ihr alter Standort am Berliner Molkenmarkt alles andere als wirtschaftlich war und den Produktionsbetrieb mehr behinderte als ihm zuträglich war.
Mehr über den Tag in der Staatlichen Münze lesen Sie in der neuen DBZ. Die DBZ 16 ist an Kiosken und im Bahnhofsbuchhandel erhältlich. Abonnenten bekommen ihre DBZ alle vierzehn Tage noch vor dem Verkauf im Einzelhandel in ihre Briefkästen.


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Verfasst von: Verena Leidig

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