Ballons über Paris

Ballons über Paris

montgolfier-Briefmarke-1978Als sich am 21. November des Jahres 1783 ein mit Heißluft gefüllter Ballon über Paris in den Himmel erhob, bekam das Zeitalter der Luftfahrt einen markanten Startpunkt. Das Konzept für das rundliche Fluggerät stammte von Joseph Michel Montgolfier und seinem Bruder Jacques Etienne. Durch das Verbrennen von Stroh und Wolle wurde dabei Luft erwärmt, sodass eine darüber gespannte, nach Belieben verzierbare Ballonhülle aus Leinwand und Papier aufstieg. Unter sie ließ sich ein Korb hängen, und aus dem Heißluftballon wurde ein Fortbewegungsmittel. Bevor zum ersten Mal Menschen in diesen Korb stiegen, wurden einige Tiere, ein Schaf, ein Hahn und eine Ente, hineingesetzt. Ihre darauffolgende Reise, die auch Louis XVI. mitverfolgte, überstanden sie unversehrt. Der französische König hatte die Brüder Montgolfier zu sich bestellt, nachdem diese mit ersten kurzen und besatzungslosen Heißluftballonstarts Aufsehen erregt hatten. Gründe für das Interesse seitens des königlichen Hofs waren der wissenschaftliche, aber auch der militärische Einsatz bemannter Ballons.

de-rozier-BriefmarkeDen ersten Personenflug am historischen Wintertag 1783 machte wenige Monate nach dem nur kurzen Versuch mit den drei Testpassagieren kein Montgolfier. Bei den zwei hochrangigen menschlichen Ballonführern handelte sich stattdessen um Jean François Pilâtre de Rozier, einen Physiker, und François Laurent Marquis d‘Arlandes, einen Offizier. Nach 25 Minuten landeten die beiden wieder. Zwei Jahre später starb der ballonfahrtbegeisterte und abenteuerfreudige de Rozier jedoch bei einem Unfall während eines anderen Flugs. Das Staunen der zahlreichen Beobachter jener ersten Heißluftballonfahrten, die von den Montgolfiers angeleitet und begleitet wurden, war groß. Und die Kunde davon verbreitete sich schnell und über die Landesgrenzen hinaus. Nicht nur bauten Konstrukteure an anderen Orten eigene Ballons. Es brach darüberhinaus eine regelrechte Ballonbegeisterung aus. Modernität und Fortschritt symbolisierende Ballonmotive und -formen hielten dabei auch auf Gegenständen der Alltagskultur, speziell in der Mode, Einzug.

Montgolfier-briefmarke-FrankreichZeitgleich mit den Brüdern Montgolfier unternahm auch der Physiker Jacques Alexandre César Charles erfolgreiche und vielbeachtete Versuche mit zum Transport von Menschen geeigneten Ballons. Bei ihm waren sie jedoch mit Wasserstoffgas gefüllt. Die „Montgolfière“ und die „Charlière“, so die bald gängigen Namen der verschiedenen Ballonmodelle, sowie ihre jeweiligen Erfinder lieferten sich einen Wettstreit um die buchstäbliche Lufthoheit. In der Frage, wie man ein Fluggerät effektiver lenken konnte, führte jedoch auch die Charlière nicht weiter als die Montgolfière.

montgolfier-Briefmarke-ParaguayJoseph Michel Montgolfier, der ältere der beiden erfinderischen, experimentier- und unternehmungsfreudigen Brüder aus Annonay bei Lyon, kam heute vor genau 275 Jahren zur Welt. Wie Jacques Etienne arbeitete er leitend in der gut laufenden väterlichen Papierfabrik. Sein Interessensgebiet waren aber die Naturwissenschaften und daraus erwachsende Experimente, die auch jenseits der technischen Komponenten der Papierproduktion lagen. Der Heißluftballon war zwar natürlich Montgolfiers berühmteste, nicht jedoch seine einzige Erfindung. Vor allem entwickelte er außerdem die von John Whitehurst erfundene Hydrodynamische Wasserpumpe weiter. Dass ihn aber besonders die Möglichkeit des Fliegens umtrieb, zeigt sich auch in den riskanten Fallschirmsprüngen, die Montgolfier wagemutig unter anderem vom eigenen Hausdach unternahm.
Es war dies nur wenige Jahre bevor er zusammen mit seinem Bruder einen ungleich größeren Schritt in die Wege leitete. Da begannen die Ballons, von Frankreich aus in die Himmel zu steigen. Und Joseph Michel Montgolfier wurde zu einem Pionier der Luftfahrt. Im Jahr 1983 wurden das Jubiläum „200 Jahre Luftfahrt“ und die Brüder Montgolfier weltweit mit zahlreichen Briefmarken-Ausgaben gewürdigt.


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