Ehrfurcht vor dem Leben

Ehrfurcht vor dem Leben

Zum 50. Todestag Albert Schweitzers

Am 4. September 1965 verließen ihn endgültig seine Kräfte. Im westafrikanischen Lambaréné, seiner Wahlheimat und Wirkensstätte, verstarb Albert Schweitzer im stolzen Alter von 90 Jahren. Mit scheinbar unerschöpflicher Energie hatte der Arzt, Theologe, Philosoph und Musiker es in jeder seiner Leidenschaften zu großer Kunstfertigkeit gebracht. Seine akademischen Qualifikationen umfassten nicht weniger als drei Dissertationen. Schweitzer galt darüber hinaus als hervorragender Bach-Kenner und Interpret. Die von ihm verfasste Biografie des großen Komponisten sowie die von Schweitzer herausgegebenen Partituren Johann Sebastian Bachs sind Musikwissenschaftlern immer noch vertraut. Doch blieb der Musik eine dienende Rolle vorbehalten. Albert Schweitzer stellte sie – wie auch sein Leben – ganz in den Dienst seiner Sache: dem Hospital von Lambaréné.

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[Dankeskarte von Albert Schweitzer]: Geschäftiges Treiben auf dem Hof des Spitals von Lambaréné (Abb. Sammlung Dr. Jähne).

1904 schien Albert Schweitzers Zukunft bereits gesichert. Als junger Dozent für Theologie an der Straßburger Universität hatte er sein Einkommen und widmete sich nebenbei der Musik und Philosophie. In Paris nahm er darüber hinaus aktiv am Wirken der „Bach-Gesellschaft“ teil. Doch ausgerechnet einer dieser Besuche in der französischen Hauptstadt sollte sein Leben von Grund auf ändern. In einem Beitrag der Pariser Missionsgesellschaft las er einen Aufruf, der um Hilfe für das Kongo-Gebiet warb. Vielleicht erinnerte sich Albert Schweitzer dadurch an einen Vorsatz, den er bereits Pfingsten 1896 im Stillen gefasst hatte, nämlich sich ab dem 30. Lebensjahr dem „unmittelbaren menschlichen Dienen“ zu widmen. Sein 30. Geburtstag stand gerade bevor, als Albert Schweitzer sich entschied, noch einmal zu studieren. Er wollte Mediziner werden und nach Afrika gehen. Entgegen aller Widerstände – als bereits angestellter Universitätsdozent benötigte er eine Sondergenehmigung für dieses erneute Studium – folgte er seinem Plan und schloss im Februar 1913 seine nunmehr dritte Dissertation erfolgreich ab. Bereits im Frühjahr stachen Albert Schweitzer und seine Frau Helene, geborene Bresslau, in Richtung Westafrika in See. Ziel war die Station der evangelischen Pariser Missionsgesellschaft in Andende …

Den vollständigen Artikel Jan Sperhakes finden Sie in der DBZ 19/2015. Sie ist aktuell in den Kiosken und Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich. Abonnenten können sich immer etwas früher über die DBZ in Ihren Briefkästen erfreuen und zahlen weniger als die Einzelkäufer.


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Verfasst von: Udo Angerstein

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