In einer Kapsel befördert

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150 Jahre Berliner Stadtrohrpost (I)

Am 18. November 1865 wurde in Berlin zwischen den vier Telegrafenämtern HTA (Haupttelegrafenamt), Börse, Brandenburger Tor und Potsdamer Tor die erste Stadtrohrpostanlage in Deutschland in Betrieb genommen. Zwar zählt die Rohrpost zu den toten Medien, doch kennt man im Gegensatz zu anderen wie beispielsweise dem Tefifon – einem Gerät zum Aufzeichnung von Tönen – wenigstens noch ihren Namen. Aktuell wurde die Diskussion um die Rohrpost noch einmal, als nach den Enthüllungen Edward Snowdens über die Spähattacken des US-amerikanischen Nachrichtendienstes NSA auf deutsche Politiker die Frage aufkam, ob es nicht besser wäre, wichtige Informationen auf Regierungsebene im Original per Rohrpost zu befördern und sie damit einem nachrichtendienstlichen elektronischen Zugriff zu entziehen.

Nun, neue Rohrpostanlagen werden wohl kaum gebaut werden, dafür wird man weitere Milliarden in die Entwicklung neuer kryptographischer Verfahren stecken, denn die Rohrpost ist bei aller Begeisterung für diese historische Technologie ein im Wesentlichen abgeschlossener Teil der Technikgeschichte. Einst zählte sie zum Modernsten, was auf dem Markt der Nachrichtentechnik angeboten und installiert werden konnte.

Rohrpost-Berlin

Rohrpost-Umschlag RU 1 des Deutschen Reichs, versandt am 1. Dezember 1876 nachmittags im Postamt Berlin P.E. № 42 nach Berlin C Rohrpostamt 13. In zeitlicher Folge handelt es sich um den zweiten von diesem Tag bekannten Beleg.

In Berlin kam dies dazu, weil mit der Einführung der elektrischen Telegrafie die Übertragungsgeschwindigkeiten und die Leitungskapazitäten der Telegrafie so groß wurden, dass die Arbeitskräfte mit der Bearbeitung überfordert waren. Anstelle des Umschreibens der Telegramme und der eingegangenen Morsezeichen wurde wenigstens für den Stadtverkehr der Versand des originalen Telegramms per unterirdischer Druckluftröhre eingeführt, per Rohrpost eben …

Den kompletten Beitrag von Prof. Dr. Reinhard Krüger über die Berliner Stadtrohrpost lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Zeitschrift. Die DBZ 21/2015 ist in Kiosken und Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich. Abonnenten erhalten ihre DBZ immer früher als die Einzelkäufer und sparen auch noch einen Euro.


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Verfasst von: Udo Angerstein

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