Komponist, Dirigent und Lehrer

Komponist, Dirigent und Lehrer

Leonard Bernstein auf Briefmarke aus den USANicht zuletzt als Komponist der „West Side Story“ sowie als Dirigent unter anderem des „New York City Symphony Orchestras“ und der Werke von Beethoven und Brahms wurde Leonard Bernstein weltberühmt. Vielleicht, so haben es gerade Mitglieder seiner Familie und Menschen aus dem persönlichen Umfeld gesagt, fand er selber aber eine andere Rolle am wichtigsten: Die des Lehrers. Dies wiederum hatte damit zu tun, dass Bernstein selbst von Neugier und Wissensdurst erfüllt und getrieben, dass er stets ein Lernender war. Und als solcher verstand es der 1918 im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts Geborene, die Entwicklung Anderer zu begleiten und zu inspirieren. Denn er wusste um den Vorteil der Begeisterung und Lust beim Lernen. Bernstein arbeitete dabei nicht nur im direkten Kontakt mit jungen und aspirierenden Musikern, sondern er wandte sich auch an die breite Öffentlichkeit, die andernfalls womöglich wenig Gelegenheit zur Beschäftigung mit der klassischen Musik gehabt hätte : Ab 1957 trat er beinahe eineinhalb Jahrzehnte lang im Rahmen der Sendung „Young People’s Concerts“ im Fernsehen auf, um dort zusammen mit dem „New York Philharmonic Orchestra“ zu spielen und über klassische Musik zu referieren und zu reden.

Leonard Bernstein auf Briefmarke aus IsraelUnd Bernstein redete gerne. Er tat es außerdem gut, dies zeigten die Reaktionen von Zuschauern, Universitätsstudenten sowie unter seiner Leitung stehenden Orchestermusikern. Dabei war der pianistische Virtuose, der sein Instrument wie das Dirigieren an der Bostoner „Harvard University“ und dem „Curtis Institute of Music“ in Philadelphia studiert hatte, ein offener Musiker und Denker, der wusste, dass der wesentliche Funke der musikalischen Leidenschaft in jeder Form von Musik zu finden sein kann. So begann Bernstein in seiner TV- Sendung gelegentlich, aktuelle Popsongs, etwa von den „Beatles“ oder „Kinks“, zu singen und auf dem Klavier zu spielen, um seinem jungen Publikum bestimmte musiktheoretische Zusammenhänge zu demonstrieren. Sein pädagogischer Antrieb zeigt sich auch in Titeln seiner diversen, einführenden Bücher, „The Joy of Music“ („Freude an der Musik“) und „The Infinite Variety of Music“ („Von der unendlichen Vielfalt der Musik“) etwa.

 

Leonard Bernstein auf Briefmarke aus San Marino

1957 wurde das Musical „West Side Story“ am New Yorker „Broadway“ uraufgeführt. Die von Bernstein stammende Musik dafür zählt bis heute zu den bekanntesten dieses Genres. Es war nicht die einzige, auch „On the town“ kam von dem Komponisten dreier Symphonien, unter diesen zum Beispiel „The Age of Anxiety“ („Das Zeitaler der Angst“), der zudem zwei Opern, „Trouble in Tahiti“ („Ärger in Tahiti“) und „A quiet place“ („Ein stiller Platz“), komponierte.
Im Jahr 1958 wurde Bernstein Leiter der New Yorker Philharmoniker. Und wie bei seinem Dirigenten-Gastspiel in der Mailänder „Scala“ war er dabei der erste Amerikaner, der eine derartige Position in den USA bekleiden konnte. Auch bei der Präsentation des Werks von Gustav Mahler in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommt Bernstein eine Pionierrolle zu.
Leonard Bernstein, Vater von zwei Töchtern und einem Sohn, starb vor 25 Jahren, am 14. Oktober 1990. Noch zu Lebzeiten wurde er vielfach mit unterschiedlichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet: So war er unter anderem Ehrenpräsident des „London Symphony Orchestras“, Ehrenmitglied der „Wiener Philharmoniker“ und erhielt einen „Grammy Award“ für sein Lebenswerk sowie das „Goldene Grammophon“ der „Deutschen Grammophon“.


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Verfasst von: Marius Prill

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