Aus DBZ 22: Ritterdämmerung

Aus DBZ 22: Ritterdämmerung

Das Ende der Ritterzeit, so liest man oft, sei mit der Einführung der Feuerwaffen eingeläutet worden. Diese populäre These entbehrt aber jeder Grundlage. Zwar spielte die Entdeckung des Schießpulvers eine gewisse Rolle bei der Entwicklung der mittelalterlichen Kriegshaufen hin zu modernen Heeren, doch versetzten die um 1500 in größerem Umfang verwendeten Schusswaffen lediglich einer bereits sterbenden Waffengattung den Todesstoß. Politisch, wirtschaftlich und sozial hatte das Rittertum längst seine einst bedeutende Position eingebüßt. Militärisch spielte es kaum noch eine Rolle, was jedoch andere Gründe hatte. Denn der Untergang zeichnete sich bereits sehr viel früher ab. Die Schlacht bei Azincourt am 25. Oktober 1415 belegte diesen Prozess in besonders tragischer Weise.

Krone der Ritterschaft

Ritter-Briefmarken

Ritter waren von ihrer Kindheit an ausgebildete Einzelkämpfer im Dienste ihres Lehnsherren (MiNr. 769, 773).

Frankreich galt seinerzeit als die Hochburg des Rittertums. Nirgends wurde der Kult um Ehre, Treue und Minne-Liebe derart zelebriert wie im Kapetingerreich. Der wohlhabende Adel betrachtete sich als die Krone der Ritterschaft. In der Tat erblühte unter ihm die höfische Kultur in außergewöhnlicher Weise, deren Glanz die bedeutendsten Dichter priesen. Das Turnierwesen befand sich auf dem Höhepunkt. Die Herren des Landes verbanden kriegerische Wettkämpfe mit der größten Prachtentfaltung, die das mittelalterliche Europa gesehen hatte. Diese seit der Kindheit intensiv ausgebildeten und abgehärteten Berufskrieger verstanden ihr Handwerk ohne jeden Zweifel. Jeder einzelne von ihnen stellte für seinen Gegner eine tödliche Bedrohung dar. Eine Gruppe gepanzerter Ritter auf ihren hochgezüchteten Schlachtrossen konnte wie eine stählerne Dampfwalze alles niederrennen, was ihr im Weg stand. Doch suchte man auf dem Schlachtfeld nach Ehre, und die wurde im ritterlichen Zweikampf gewonnen. Dazu guckten sich die Kämpfer im Getümmel würdige Gegner aus, standesgemäße Kontrahenten. Diese wurden in der Regel nicht getötet. Viel lieber nahm man den Besiegten gefangen und stellte seiner Familie ein angemessenes Lösegeld in Rechnung. Diese höfische Sitte in Kombination mit den besten Rüstungen und Helmen der Zeit führte dazu, dass der Krieg für den Ritter zwar ein durchaus gefährliches, aber in der Regel nicht tödliches Unternehmen war. Was aber, wenn der Gegner nach anderen Regeln kämpfte?

Den kompletten Beitrag von Jan Sperhake lesen Sie in der aktuellen DBZ 22/2015, die Sie im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Abonnenten sparen sich nicht nur den Weg…


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Verfasst von: Udo Angerstein

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