Zwei aus einem Stall

Zwei aus einem Stall

Briefmarke trifft Telefonkarte

Es ist ruhig geworden um die Telefonkarten. Was Anfang bis Mitte der 90er-Jahre noch als das Sammelgebiet der Zukunft propagiert wurde – manche Pressestimmen sahen die „altmodische“ Philatelie schon als aussterbendes Hobby –, wird heute nur noch von einer kleinen – oder eher stillen? – Schar Enthusiasten gepflegt. Die Ursachen sind bekannt. Das explosiv wachsende, nicht mehr überschaubare Angebot führte zu einer Übersättigung und letztlich zum Zusammenbruch der von Spekulanten angeheizten Telefonkartenmärkte, wodurch dieses Gebiet für Sammler mit auch finanziellen Interessen unattraktiv wurde. Zudem brachte es die technische Entwicklung mit sich, dass just zur gleichen Zeit der Siegeszug des Handys einsetzte und öffentliche Fernsprecher weitgehend entbehrlich machte. Dem Kartentelefon war ein ähnliches Schicksal beschieden wie der elektronischen Schreibmaschine, die bald nach ihrer Markteinführung durch den Personalcomputer zum „alten Eisen“ degradiert wurde.

Karten- wie Münzfernsprecher wurden inzwischen zum großen Teil abgebaut und verschrottet. Erhalten geblieben sind aber viele Telefonkarten, die als Zeugnisse eines bewegten Zeitabschnittes der Telekommunikation weiterhin unser Interesse verdienen. Wenn auch die Telekom als Relikt noch eine „Telefonkarte Comfort“ mit Chip und Rubbelfeld im Angebot hat und Sammlervereine hie und da eine hübsche Calling-Card auflegen – de facto ist die „klassische“ Telefonkarte heute ein abgeschlossenes Sammelgebiet. Während aber Sammelobjekte wie Münzen, Banknoten oder Ansichtskarten nicht nur in der philatelistischen Fachpresse mehr und mehr Beachtung erfahren, sondern auch – beispielsweise in Form von Numisbriefen – Eingang in philatelistische Sammlungen finden, bleiben Telefonkarten hier meist „außen vor“. Eigentlich schade, denn die Vielfalt der Kartenserien und -motive bietet nicht nur für thematische Sammlungen so manche Möglichkeit der Bereicherung und Aufloc­kerung. Zudem kommen beziehungsweise kamen Briefmarken und Telefonkarten fast überall aus dem gleichen „Stall“. In Deutschland war dies, zumindest bis zur zweiten Postreform von 1994, die Deutsche Bundespost. Telefonkarten verkörperten ebenso wie Briefmarken einen vorausbezahlten Wert für die Inanspruchnahme von Leistungen dieses Staatsunternehmens …

Den kompletten Beitrag von Dieter Heinrich lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Zeitschrift. Die DBZ 2/2016  ist derzeit in Kiosken und Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich. Abonnenten erhalten ihre DBZ immer einige Tage früher und sparen auch noch einen Euro.

 


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