Außergewöhnliche Frankaturen

Außergewöhnliche Frankaturen

Zuschlagsmarken auf Bedarfspost (I)

Auf einem Geschäftsbrief aus dem Jahre 1951 an einen damals bekannten Berufsphilatelisten in Berlin springt uns gleich in fünf Exemplaren die Wohlfahrtsmarke Bund Michel-Nummer 143 entgegen: Das Postwertzeichen zu 4 plus 2 Pfennig Zuschlag wurde so portorichtig in einer Mehrfachfrankatur zur Freimachung eines Fernbriefes verwendet.

Natürlich verrät uns die Adresse, dass hier vielleicht neben dem geschäftlichen Bedarf auch das Interesse an der Schaffung einer Frankaturbesonderheit mitgespielt haben könnte. Denn immerhin wurden auf diese Weise 20 Pfennig für das Porto plus 10 Pfennig für den Zuschlag entrichtet. Das Ganze hätte man billiger haben können, wenn man die 20-Pfennig-Wohlfahrtsmarke aufgeklebt hätte: Diese wies nur einen Zuschlag von 5 Pfennig auf, der Fernbrief der ersten Gewichtsstufe wäre auf diese Weise für nur 25 Pfennig zu haben gewesen. Gerne wird Erich Goy diesen Brief empfangen haben, und in der Tat: Diese Frankatur zahlte sich dann auch katalogmäßig aus. Während die MiNr. 145 als Einzelfrankatur mit 25 Euro zu Buche schlägt, sind das bei der Mehrfachfrankatur der 143 bereits 150 Euro plus dreimal den Wert der losen Marke, wobei man davon ausgehen darf, dass bei der Katalogbewertung sicherlich nur an die ohnehin nicht häufige Ortspostkarte mit zwei Postwertzeichen zu 4 Pfennig gedacht worden war, nicht aber an eine Mehrfachfrankatur mit ganzen fünf Exemplaren dieser Marke.

Haben wir es bei dem ersten vorgestellten Brief eindeutig mit einem Beleg philatelistischen Ursprungs zu tun, ist der zweite, von der Frankatur her gleichartige, ein eindeutiger administrativer Bedarfsbeleg. Es ist bemerkenswert, dass auf einem amtlichen Beleg Wohlfahrtsmarken verwendet wurden. Für den Bedarfspostsammler eröffnet sich die Möglichkeit, Zuschlagsmarken auf Belegen zu sammeln, die zweifelsfrei keinerlei philatelistischem Interesse entstammen…

Den ersten Teil von Prof. Dr. Reinhadr Krügers Serie über Zuschlagsmarken auf Bedrafspost lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Zeitschrift. Die DBZ 5/2016  ist derzeit in Kiosken und Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich. Abonnenten erhalten ihre DBZ immer einige Tage früher und sparen auch noch einen Euro.


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