Mit „Dada“ dem Sinn entrinnen

Mit „Dada“ dem Sinn entrinnen

Während Europa im Jahr 1916 durch den Ersten Weltkrieg verheert wird, ist es in Zürich ruhig. Die Schweiz ist, obwohl ringsum von kriegführenden Mächten umgeben, neutral geblieben und bietet durch ihre seinerzeit noch recht liberale Einwanderungspolitik vielen Emigranten Zuflucht.
Darunter sind viele Künstler, die sich ausgehend vom „Cabaret Voltaire“ unter dem Begriff „Dada“ gegen den Wahnsinn des Ersten Weltkriegs stellen und mit Gedichten, Collagen, Tanz und Musik Sinnzertrümmmerung betreiben. Mit dabei sind Hugo Ball, Emmy Hennings, Hans Arp, Sophie Taeuber und Tristan Tzara. „Die besten und unerhörtesten Künstler werden diejenigen sein, die stündlich die Fetzen ihres Leibes aus dem Wirrsal der Lebenskatarakte zusammenreißen, verbissen in den Intellekt der Zeit, blutend an Händen und Herzen“, heißt es im dadaistischen Manifest. Man kämpft mit Mitteln der Kunst gegen die Kunst, grenzt sich dezidiert von anderen Kunstrichtungen wie dem Kubismus oder dem Futurismus ab und versetzt der modernen Kunst entscheidende Impulse, die bis heute wirken.

Heute vor 100 Jahren, am 14. Juli 1916, erblickte die neue Kunstrichtung das Licht der Welt, als Hugo Ball beim 1. Dada-Abend das Eröffnungs-Manifest vortrug: „Dada ist eine neue Kunstrichtung. Das kann man daran erkennen, dass bisher niemand etwas davon wusste und morgen ganz Zürich davon reden wird.“ Von Zürich aus verbreitet sich die avantgardistische Kunstbewegung über Ableger in alle Welt, bis sie in den 1920er-Jahren wieder einschläft. Die Schweizer Briefmarken zum 100. Geburtstag sind bereits im März erschienen und zeigen Hugo Ball im kubistischen Kostüm beim Rezitieren seines Lautgedichts „Gadji beri bimba“ und ein aus Holz gedrechseltes „Portrait Jean Arp“ von Sophie Taeuber-Arp.


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Verfasst von: Udo Angerstein

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