Eine Frau hebt ab: Raymonde de Laroche

Eine Frau hebt ab: Raymonde de Laroche

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Damit gleich klar ist: Ja, es geht hier um eine Frau. Der Name „Raymonde de Laroche“ könnte ja in die Irre leiten. Aber es handelt sich um eine Art Künstlernamen. Die heutige, am 22. August des Jahres 1886 (andere Quellen nennen aber auch das Jahr 1882) geborene Jubilarin hieß eigentlich Elise Raymonde Deroche. Und die Sache mit Frau oder Mann ist an dieser Stelle deshalb interessant und wichtig, weil sie vor allem für eines berühmt ist: Sie war die erste weibliche Pilotin.
Beziehungsweise: Die erste Pilotin mit Schein und verbrieftem Alleinflug. Und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das durchaus spektakulär. Raymonde de Laroche ging zu Beginn des Jahres 1910 zum ersten Mal in die Luft. Kurz darauf, am 8. März 1910, bestand sie ihre Prüfung.

Luftige Höhen

Raymonde de Laroche BriefmarkeDEROCHE Elisa4Und sie beließ es nicht dabei. Nein, in den folgenden Jahren wurde das Fliegen ihre Passion. De Laroche nahm an Flugtreffen und -wettbewerben teil. Überall, von Budapest bis Ägypten und Sankt Petersburg. In der russischen Stadt begrüßte sie sogar ein angetaner Zar Nikolas II.. Die Pilotin mit der von der „Fédération Aéronautique Internationale“ erteilten Fluglizenz avancierte zu einer bekannten Person. Und vor allem wurde sie Mitglied der noch kleinen und ziemlich elitären internationalen Fliegergemeinde.

Keine echte Baronin

Als Bühnenkünstlerin wäre sie vielleicht nicht zu einer solchen Prominenz gekommen. De Laroche war vor ihrer Laufbahn als Pilotin nämlich Schauspielerin. Wahrscheinlich seit dieser Zeit nannte sie sich „Baronin Raymonde de Laroche“. Einen Adelstitel hatte die Tochter eines Klempners aber gar nicht. Allerdings zog es die junge Frau auch damals schon in die Höhe: Begeisterte sich die Pariserin doch für die Fahrt mit Heißluftballons. Und für Autos und Motorräder interessierte sie sich sowieso.

Nicht zu bremsen

Raymonde de Laroche Briefmarke GibraltarDe Laroche ließ sich auch von einem schlimmen Unfall nicht entmutigen und bremsen: Im Sommer 1910 stürzte sie in Reims ab. Trotz schwerer Verletzungen kehrte sie nach zwei Jahren ans Steuer der Maschinen zurück, die in diesen frühen Jahren noch ziemlich fragil waren. Und auch nach 1919 machte die Pilotin weiter. Während des Ersten Weltkrieges durfte sie als Frau hingegen nicht für die französische Luftwaffe starten. Als Chauffeurin hochrangiger Militärs in Frontgebieten ließ man sie allerdings einen ähnlich gefährlichen Job erledigen.

Tödlicher Testflug

Der letzte Schritt zum Fliegen gelang de Laroche vermutlich darüber, dass sie Léon Delagrange kannte. Der Mann war selber Pilot. Mit ihm, wiewohl das nicht ganz gesichert ist, hatte de Laroche eine Beziehung und ein Kind. Und er verschaffte ihr Kontakt mit Charles Voisin, einem luftfahrtbegeisterten Flugzeughersteller. Voisin selbst gab de Laroche Stunden.
Leider besiegelte das Fliegen auch ihr Ende: Am 18. Juli 1919 verunglückte Raymonde de Laroche tödlich. Als Co-Pilotin hatte sie an einem Testflug teilgenommen. Doch ging sie in die Geschichte der Luftfahrt ein. So befindet sich am Pariser „Le Bourget“-Flughafen eine Statue, die an Raymonde de Laroche als Pionierin und Vorbild erinnert.


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Verfasst von: Marius Prill

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