Zehn Weihnachtskugeln für über 27.000 Euro

Zehn Weihnachtskugeln für über 27.000 Euro

Gleich drei Schreibfehler auf einer Marke können eigentlich nicht passieren. Eigentlich! Denn was die Deutsche Post im letzten Herbst als Weihnachtsmarke verausgaben wollte, entpuppte sich als erschreckende Fehleranhäufung: „Fröhliche Weihnachten“ sollte dort in neun Sprachen übersetzt stehen, doch drei Übersetzungen enthielten peinliche Schreibfehler – eine wirklich erstaunliche Quote! So waren die Christbaumkugeln mit einem niederländischen „kerstfeest“ versehen, das fälschlicherweise groß und mit einem e zu wenig geschrieben war und auch beim großgeschriebenen „jul“ geriet sicher der ein oder andere Däne ins Grübeln. Die des Polnischen mächtigen Philatelisten suchten vergeblich nach dem Ogonek (polnisch für Schwänzchen), das das a von Swiat eigentlich komplettieren müsste. Wenigstens der letztere Fehler konnte zumindest bei den selbstklebenden Marken noch rechtzeitig korrigiert werden.

Ebay-Versteigerung lockt Philatelisten

Fehlerhafte Weihnachtsbriefmarke

Fehlerhafte Weihnachtsbriefmarke

Großer Aufruhr durchzuckte also die Philateliewelt, die sofort Zweifel an der Postankündigung, es würden keine fehlgedruckten Marken auftauchen,  anmeldete. Und so nahm es dann auch kaum Wunder, dass kurze Zeit später erste Fehldrucke auftauchten, die in der Folgezeit ordentliche Ergebnisse bei Ebay-Versteigerungen einbrachten. Beispielsweise erzielte ein Verkäufer im Februar den stolzen Betrag von 1.200 Euro.

Auktion von Felzmann bei der Internationalen Briefmarken-Messe in Essen

Im Rahmen der Internationalen Briefmarken-Messe in Essen fand nun heute (12. Mai 2017) eine Versteigerung durch das Auktionshaus Felzmann statt. Bereits im Vorfeld hatte ein Sendebeitrag des WDR ein breites mediales Interesse geweckt, sodass ein vielversprechender Verlauf der online-Auktion e@uction, bei der zwei Lose der 70-Cent-Weihnachtskugel-Marke zum Verkauf standen, zu erwarten war.

Weitere Meldungen zu Fehldrucken →

Los 12319 beinhaltete ein Folienblatt mit 10 Marken, der vom Verkauf zurückgezogenen und bis auf wenige Exemplare vernichteten Auflage in postfrischer Top-Erhaltung, Fotoattest H.-D. Schlegel BPP „…einwandfrei“. Das Folienblatt wurde für stolze 5.000 Euro ausgerufen und erzielte – nachdem sich zuletzt zwei Bieter ein erbittertes Gefecht geliefert hatten – am Ende einen Erlös von 27.500 Euro plus 20 Prozent Aufgeld!

Auch die gestempelte Einzelmarke (MiNr. XX) erzielte stolze 1500 Euro.

Los 12320 brachte ein bedarfsmäßig verwendetes Spitzenstück der Weihnachtsmarke für 900 Euro zum Ausruf. Es trägt einen voll aufsitzenden Kreisstempel „BRIEFZENTRUM 60 mb 21.12.16“ und daneben vollständige „WWF“-Werbung. Die Marke wechselte schließlich für 1500 Euro plus 20 Prozent Aufgeld den Besitzer!


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Verfasst von: Stefan Liebig

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