150 Jahre Bethel und Bodelschwinghsche Stiftung

150 Jahre Bethel und Bodelschwinghsche Stiftung

Nicht nur kirchliche Geschichte spiegelt die Entwicklung der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, sondern auch ein wichtiges Kapitel in den Annalen der Philatelie. Diese erlebte bekanntlich seit den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts einen steten Aufschwung. Dieser fiel so gewaltig aus, dass Friedrich von Bodelschwingh der Ältere auf den Gedanken kam, seine Institution unter anderem mit philatelistischen Aktivitäten zu finanzieren. Er rief die Unterstützer der später nach ihm benannten Anstalten dazu auf, Briefmarken aus dem Posteingang zu spenden. In der Diakonie beschäftigte er Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen, um die Marken auszuschneiden. „Briefmarken für Bethel“ war geboren, die Keimzelle aller philatelistischen Aktivitäten der evangelischen Diakonie.

Die Gedenkganzsache zeigt im Schmuckzudruck das Gründungshaus
der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. 1867 entstand eine
„Ebenezer“ genannte Heimstätte für an Epilepsie leidende Menschen.
Neben dem Gebäude des ehemaligen Bauernhofes sehen wir das Porträt Friedrich von Bodelschwingh des Älteren. Den Erstverwendungsstempel
vom 7. September haben wir einkopiert. Die technischen Daten finden
Sie im Deutschland-Aktuell-Teil dieses Heftes auf Seite 8.

Bet-El – Haus Gottes

Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere kam unter anderem 1996 zu Markenehren. Die Sondermarke zeigt zudem das Zeichen der evangelischen Diakonie, MiNr. 1835.

Heute sammelt man auch außerhalb Bielefelds Briefmarken. In Hamburg, Berlin und anderswo etablierten sich kirchliche Stellen, die dem guten Vorbild folgten. Philatelisten aus ganz Deutschland nutzen die Angebote, in deren Mittelpunkt die Kiloware steht. Schon mancher Sammler hat in den Päckchen und Paketen – trotz der Bezeichnung gibt es klassische Kiloware auch im Pfund oder im Gebinde zu 250 Gramm, gewaschene Marken zudem in Einheiten ab 100 Gramm aufwärts – Seltenheiten von Rang gefunden. Es muss ja nicht gleich eine Hepburn-Marke sein; Philatelisten entdeckten in der Kiloware unter anderem attraktive Zähnungs- und Stanzungsfehler, jede Menge Plattenfehler und andere Abarten.

Schätze aus der Wühlkiste

1951 würdigte die Deutsche
Bundespost Friedrich von
Bodelschwingh den Älteren
auf der Wohlfahrtsmarke
zu 10 Pfennig, MiNr. 144.

Brandaktuell ist natürlich die Suche nach gestempelten Stücken der Unverausgabten, die 2016 wegen diverser Rechtschreibfehler nicht erscheinen sollte, dies dann in einigen Postfilialen aber doch tat. Wer in der Kiloware eine Weihnachtskugel-Marke entdeckt, auf der „Kerstfest“ anstelle von „kerstfeest“ steht, hat den Preis von mehreren Paketen Kiloware locker wieder raus. Mit Sicherheit geben viele Sammler dieses Jahr eine Extrabestellung bei der Diakonie auf, um auf Raritätensuche gehen zu können. Neben all den Kostbarkeiten locken interessante Stempelungen und natürlich schlichtweg die Möglichkeit zum Lückenschluss im Gestempelt-Album.

Gründungstag der Briefmarken Stiftung

Briefmarken für Bethel feiert im kommenden Jahr den 130. Gründungstag. Bereits im September steht in Bielefeld der große Festakt zum 150. Jahrestag der von Bodelschwinghschen Stiftungen selbst auf dem Programm. 1867 kümmerte sich die Innere Mission zunächst um Epileptiker. Am 12. Juli 1867 übernahm Friedrich Simon die Leitung der Anstalt, deren Gebäude den Namen „Ebenezer“ trug. Mit der Errichtung eines weiteren Gebäudes entstand 1871 der Name „Bethel“ – abgeleitet von „Bet-El“, „Haus Gottes“ auf Hebräisch.
Prägend für die Entwicklung Bethels wurden die Amtszeiten Friedrich von Bodelschwinghs des Älteren und des Jüngeren. Ersterer leitete die Institution von 1872 bis 1910, Letzterer ab 1910 bis 1946. Zu Recht tragen die heute in acht Bundesländern tätigen Stiftungen den Namen der beiden Pfarrer. Bundesweit arbeiten 18000 Menschen für Bethel, in Bielefeld 9000. Sie unterstützen rund 200000 Menschen, neben körperlich und geistig Behinderten inzwischen auch Obdachlose und sozial Hilfsbedürftige. Die Arbeit geht Bethel mit Sicherheit nicht so schnell aus. Philatelisten unterstützen die Einrichtung – durch Spenden und den Kauf der Kiloware.

Das 1909 errichtete alte Pförtnerhaus von Bethel steht heute unter Denkmalschutz. Es ziert den Handwerbestempel zum offiziellen Festakt am 17. September.

Kontakt: Briefmarkenstelle Bethel, Quellenhofweg 25, 33617 Bielefeld, www.briefmarken-bethel.de.

Text: Torsten Berndt

Bildunterschrift Titelbild: Jede Menge Briefmarken für Bethel präsentierte die gleichnamige
Sondermarke, die 1988 an den 100. Gründungstag der Sammelstelle erinnerte, MiNr. 1395.


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Verfasst von: Stefan Liebig

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