Malta – Standhafte Festung im Mittelmeer

Malta – Standhafte Festung im Mittelmeer

Die Inselrepublik Malta liegt an der schmalsten Stelle des Mittelmeeres. Nur 95 Kilometer trennen die Inseln von Sizilien und 290 Kilometer von Tunesien. Daher spielten die Inseln in der Geschichte immer eine herausragende Rolle. Die Hauptinsel Malta ist lediglich 27 Kilometer lang und 15 Kilometer breit. Die zweite Insel Gozo ist knapp halb so groß. Die Hauptinsel besteht aus einem schräg gelagerten Kalksteinplateau. Besonders im Süden und auf Gozo haben sich buchtenreiche Kliffküsten gebildet, die das Wasser und der Wind zu interessanten Formen gestaltet haben. Die anderen Inseln des Archipels sind kleiner und meist unbewohnt.

Malta und seine Geschichte

Die Karnevalswoche wird auf Malta in traditioneller Weise begangen, in den Tagen vor der Fastenzeit wird ausgelassen gefeiert. Umzugswagen werden geschmückt und Kinder laufen in ausgefallenen Kostümen herum. Mittel­punkt des Treibens ist Valletta, doch überall auf den Inseln zelebrieren die Orte ihre eigene Version der Festlichkeiten (MiNr. 1157, 1158, Block 21).

Die Inselrepublik Malta liegt an der schmalsten Stelle des Mittelmeeres. Nur 95 Kilometer trennen die Inseln von Sizilien und 290 Kilometer von Tunesien. Daher spielten die Inseln in der Geschichte immer eine herausragende Rolle. Die Hauptinsel Malta ist lediglich 27 Kilometer lang und 15 Kilometer breit. Die zweite Insel Gozo ist knapp halb so groß. Die Hauptinsel besteht aus einem schräg gelagerten Kalksteinplateau. Besonders im Süden und auf Gozo haben sich buchtenreiche Kliffküsten gebildet, die das Wasser und der Wind zu interessanten Formen gestaltet haben. Die anderen Inseln des Archipels sind kleiner und meist unbewohnt. Wälder sucht man vergeblich, bereits die Römer und Karthager haben die damals vorhandenen Wälder abgeholzt. Niederschläge sind gering, Flüsse und Seen fehlen. Auf dem trockenen Kalkboden gedeihen aber Orchideen gut, sie zählen zu den botanischen Kostbarkeiten der Inseln. Im Frühjahr ist die Hochfläche oft ein Blütenmeer. Auch die Tierwelt ist sehr artenarm, größere Säugetiere sind nicht vorhanden. Kaninchen, Wiesel und Igel sind heute die größten Wildtiere. Für die Zugvögel sind die Inseln eine wichtige Raststation auf dem Weg in den Süden, aber auch eine gefährliche, denn die Bewohner machen Jagd auf die kleinen Singvögel.

Erste Besiedelung Maltas

Über 90 Prozent der 430000 Maltesen bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben. Als letztes EU-Land legalisierte Malta erst 2011 die Ehescheidung. In den Jahren 1990 und 2001 besuchte Papst Johannes Paul II. den Inselstaat (MiNr. 1169, Block 22).

Großmeister Jean de la Valette grün­dete die heutige Hauptstadt Maltas Valetta (MiNr. 1922, Block 67).

Malta wurde um 5200 vor Christus besiedelt. Um 4000 vor Christus entwickelte sich eine steinzeitliche Megalithkultur, die uns einmalige Tempel hinterlassen hat. Gewaltige Steine wurden zu mächtigen Anlagen aufgestellt. Zunächst hatten sie kleeblattförmige Formen, dann wurden sie doppelnierenförmig. Heute sind rund 40 Tempelanlagen aus der Steinzeit bekannt. Die Tempel sind nach und nach erbaut worden, die einzelnen Teile entstanden mit zeitlich großen Abständen. Ggantija auf der Insel Gozo entstand zwischen 3600 und 3000 vor Christus und gehört ebenso wie die ägyptischen Pyramiden zu den ältesten Steinbauwerken der Welt. Die Einzeltempel sind miteinander verbunden. In Ggantija hat sich die Kleeblattform zum Raum mit fünf symmetrisch angeordneten Apsiden entwickelt.In der Nähe der Steilküste im Süden Maltas erheben sich die beiden sehr gut erhaltenen Tempelanlagen, Hagar Qim und Mnajdra. Beide sind in der Tarxien-Periode, 3000 bis 2500 vor Christus, dem Höhepunkt der Megalithbaukunst entstanden. Hagar Qim bedeutet „stehender Stein“, die Fassade besteht aus riesigen Steinblöcken. Mit 600 mal 300 Metern Fläche gehört die Anlage mit drei Tempeln zu den größten auf Malta. Von einem Innenhof aus erreicht man die Apsiden mit pilzförmigen Altären. In Hagar Qim hat man auch Werke der Bildhauerkunst gefunden, darunter die berühmte „Venus von Malta“. Die Tempel von Tarxien liegen in der Nähe von Valetta. Sie werden als „Kathedrale der magalithischen Kultur Europas“ bezeichnet. Sie entstanden um 2400 vor Christus und waren dem Fruchtbarkeitskult gewidmet. Jeder der vier Tempel, von denen der älteste bereits in der Ggantija-Periode entstand, besitzt mehrere Räume. Die drei jüngeren Tempel besitzen eine gemeinsame Außenmauer.

Frauenskulpturen

Skulpturen sehr dicker Frauen fand man im mittleren der jüngeren Tempeln, darunter auch eine mit zwei Metern Größe. Die ausgegrabenen Tonwaren waren mit Spiralen verziert, die man auch auf den Kalksteinfriesen der Tempel finden kann. Auch Darstellungen von Schafen und Schweinen verzieren die Bauten. Die Statuetten befinden sich heute alle im Archäologischen Nationalmuseum Valettas. Ganz in der Nähe befindet sich das Hypogäum von Hal Saflieni, das zwischen 3300 und 3000 entstand. Bis heute gibt seine Deutung Rätsel auf. Fest steht nur, dass es sich um eine Begräbnisstätte handelt. Die Räume liegen in drei Etagen bis zu 14 Metern unter der Erdoberfläche. Die Räume der ersten und die Nebenräume der zweiten Etage waren mit Skeletten gefüllt. Insgesamt besitzt das Hypogäum 33 Räume. Das „Allerheiligste“ liegt in der zweiten Etage hinter der Haupthalle und imitiert eine Tempelfassade. Im Archäologischen Nationalmuseum in Valetta sind auch die Funde aus dem Xaghara Steinkreis zu besichtigen. Alle megalithischen Tempel Maltas gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Karthager, Römer, Araber und andere hinterließen ihre Spuren auf Malta. Schon früh setzte sich das Christentum durch, da der Apostel Paulus auf der Insel landete. Doch niemand hat die Insel und ihre Geschichte so geprägt wie der Johanniter-Ritterorden. Der in Palästina entstandene Orden erhielt von Kaiser Karl V. nach seiner Vertreibung von Rhodos, die Inseln Malta und Gozo als „ewiges Lehen“ zugesprochen. Seit dieser Zeit spricht man vom Malteser Ritterorden. Auch wenn den Rittern die Insel nicht besonders zusagte, sahen sie doch die Vorzüge der Naturhäfen und ließen sich in der Nähe des Großen Hafens in Birgu, heute Vittoriosa, nieder. Piratenüberfälle zwangen die Ritter zum Ausbau der Befestigungsanlagen im Großen Hafen. Fort St. Elmo wurde erneuert und stark ausgebaut.

Malta besiegt die Osmanen

Insel verteidigt 1565 belagerte die osmanische Flotte unter Großadmiral Piali Pascha und General Mustafa Pascha Malta und blockierte den Hafen. Nach vier Monaten mussten sich die Osmanen zurückziehen, der Malteserorden konnte seine Insel verteidigen und sich gegen die Invasoren behaupten. Da die Ordensritter Europa vor den Türken gerettet hatten, gingen in Malta reiche Geldspenden ein. Großmeister Jean de la Valette ließ damit eine neue Stadt errichten, die bis heute seinen Namen trägt. Valetta liegt auf einer Halbinsel zwischen dem Großen Hafen und dem Marsamxett Hafen. Auf der Spitze der Halbinsel erhob sich das Fort St. Elmo, im Zentrum entstand Fort St. Angelo. Die Anlage der Stadt erfolgte nach einem klaren Rastersystem. Die Hauptstraße verläuft vom Stadttor durch die Bastionen schnurgerade bis zum Fort St. Elmo. An dieser Straße liegen fast alle bedeutenden Bauwerke. Die ehemalige Auberge des Provence beherbergt heute das Nationalmuseum. Die St. John’s Co-Kathedrale liegt in einer Nebenstraße. Die Außenfassade ist recht schlicht, doch das Innere ist sehr prachtvoll. Beeindruckend sind die zahlreichen Grabplatten mit Intarsienarbeiten auf dem Boden. Die Fresken stammen von Mattia Preti, einem Barockmaler, der auch das Bild geschaffen hat, das den Sieg der Ordensritter über die Osmanen verherrlicht. Das Bild „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ im Oratorium der Kirche von Michelangelo da Caravaggio gilt als Meisterwerk. Am Queen’s Square erhebt sich der Palast der Großmeister mit seinen reichen Sammlungen an Kunstwerken. Besonders wertvoll ist die Sammlung von Gobelins. Treppen führen von der Hauptstraße, der Republic Street, zum Wasser, doch man kann nur durch jeweils ein Tor auf jeder Seite das Wasser erreichen. Die Stadt war gut gegen Angriffe gesichert. Heute gehört Valetta zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Text: Dietrich Ecklebe


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Verfasst von: Stefan Liebig

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