Israels Vielvölkerstadt Jerusalem

Israels Vielvölkerstadt Jerusalem

Die Postgeschichte des Heiligen Landes, über Jahrhunderte Palästina genannt, erstreckt sich über mehr als viertausend Jahre. Schon zu Zeiten des mesopotamischen Königs Sargon von Akkad bestand ein Botendienst entlang der Hauptstraßen seines Reichs zwischen Mittelmeer und Persischem Golf, wie frühe Briefe auf Tontafeln aus dem 23. Jahrhundert vor Christus schließen lassen.

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Israel zeigte 1986 auf Block 32 eine kartographische Ansicht des Heiligen Landes mit Jerusalem von Gerard de Jode (1509-1591). Für heutige Betrachter ungewohnt ist die Platzierung des Mittelmeers am oberen statt linken Rand der Landkarte.

Im Satz zum Tag der Philatelie vom 17. Dezember 2008 zeigte die Israelische Post drei antike Briefe aus der Vorgeschichte des Landes. Der Höchstwert stellt einen Tontafelbrief aus Ugarit in akkadischer Keilschrift um 1230 vor Christus dar (MiNr. 2023). In Hebräisch mit Tusche auf Ton wurden die 1935 gefundenen Briefe aus Tel Lachish geschrieben, auf 589 vor Christus datiert (2022). Der Papyrusbrief von Simon Bar Kochba, eines jüdischen Rebellen gegen die Römer um das Jahr 134, wurde 1960 mit 14 weiteren Schreiben am Toten Meer in der „Höhle der Briefe“ entdeckt, die den Hintergrund der Marke zu 1,60 Shekalim bildet.

Kuriersystem Namens „barid“

Zu Zeiten der arabischen Kalifate, die sich seit dem siebten Jahrhundert als Stellvertreter des Gottesgesandten Mohammed (um 570 bis 632) verstanden, hatte sich ein Kuriersystem entlang der Hauptstraßen in nord-südlicher und west-östlicher Richtung etabliert, „barid“ genannt, bis heute als arabisches Wort für Post gebräuchlich. Der Transport erfolgte mit Pferden, Eseln und Kamelen; auch die Beförderung von Nachrichten durch Brieftauben war damals bereits üblich.

In der „Höhle der Briefe“ wurde dieser Papyrus des jüdischen Rebellen Bar Kokhba entdeckt (links Israel MiNr. 2021). Die weiteren Werte zum Tag der Briefmarke 2008 zeigen antike Briefe auf Tontafeln aus dem 13. und sechsten Jahrhundert vor Christus (Israel MiNr. 2022 bis 2023). Auf den Tabs sind die jeweiligen Schriften vergrößert dargestellt (Schwaneberger Verlag).

Die ältesten Häuser im heutigen Gebiet von Jerusalem entstanden nach bisherigen Funden wohl vor rund fünftausend Jahren. Älteste schriftliche Zeugnisse einer Siedlung Urusalim, aus der sich Jerusalem entwickelte, bieten sechs der 1892 freigelegten „Amarna-Briefe“ – Tontafeln, die der im Palästina regierende Fürst Abdi-Hepa um 1350 vor Christus an den König von Ägypten senden ließ. König David von Juda eroberte die Stadt um 1000 vor Christus und verlegte seinen Regierungssitz von Hebron dorthin. Die frühesten Tempel für den jüdischen Gott wurden danach errichtet. Der babylonische König Nebukadnezar II. (640 bis 532) eroberte Jerusalem zweimal und ließ es zuletzt mit seinen Tempeln zerstören. 538 vor Christus durften die Juden aus dem Exil zurückkehren und bauten die Siedlung und Tempel neu auf. [..]

Titelthema der DBZ 3/2018

Sie finden den kompletten Beitrag von Michael Burzan in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Zeitung 25/2017. Was Sie sonst noch erwartet, sehen Sie im Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe. Abonnenten erhielten das Heft bereits etwas im Voraus und konnten wie üblich schon einige Tage früher im Heft lesen – und sparen außerdem Geld gegenüber dem Kauf im Einzelhandel.

Text zur Titelabbildung:
Eingeschriebener Brief eines wahrscheinlich jüdischen Absenders aus Jerusalem nach Paris, aufgegeben am 22. Juli 1918, freigemacht mit der Marke zu 2 Piaster, MiNr. 10.


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Verfasst von: Stefan Liebig

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