70 Jahre Deutsche Mark

70 Jahre Deutsche Mark

Die Deutschen lieben mehrheitlich nach wie vor die D-Mark. Denn sie war nicht nur das Geld schlechthin, sondern nationale Identität, Symbol und Mythos zugleich. Einige Milliarden noch in Umlauf befindlicher Geldzeichen sind nur ein Beweis für die weiterhin andauernde Wertschätzung, denn diese Scheine und Münzen werden nicht nur von Sammlern gehalten. Ab und an kommen auch findige Werbestrategen auf die Idee, in ausgewählten Läden des Einzelhandels noch DM anzunehmen und rufen damit unsere ehemalige Währung immer wieder ins Gedächtnis zurück. Auch nicht neu ist, dass der Euro als „Teuro“ in Verruf ist. Dass die Zinslage für Sparer und Geldanleger zu DM-Zeiten ebenfalls erheblich besser gewesen war, ist auch unbestritten. Von der höchst zweifelhaften EZB-Politik des billigen und im Übermaß zur Verfügung gestellten Zentralbankgeldes oder der ebenso maßlosen Subventionierung maroder Staaten wollen wir an dieser Stelle gar nicht reden. Wenn wir unsere geliebte D-Mark wohl auch nicht zurückbekommen werden, so dürfen wir doch in Erinnerungen an sie schwelgen. Nachfolgend wollen wir daher die Umstände ihrer Einführung in der unmittelbaren Nachkriegszeit und die Stunde ihrer Geburt vor 70 Jahren beleuchten.

Die Ausgangslage

DBZ 70 Jahre Deutsche Mark Waehrungsreform Geld

Die Reichsmark hatte abgewirtschaftet und erfüllte neben den Lebensmittelkarten nur noch sehr beschränkt ihre Aufgabe als Recheneinheit und Zahlungsmittel. Auch die Alliierte Militärmark hatte als offizielles Zahlungsmittel zwischen alliierten und deutschen Stellen nur eine Hilfsfunktion. Sie wurde nach dem 20. Juni 1948 ebenfalls wertlos.

Die Finanzierung des Zweiten Weltkriegs mittels der Notenpresse, die damit einhergehende hemmungslose Ausgabenwirtschaft des Staates, die künstliche Bremsung des Konsums der privaten Haushalte und der Unternehmensinvestitionen infolge der stark eingeschränkten Produktion von „kriegsunwichtigen“ Gütern, die Zwangsanlage von Geldern der Kreditinstitute in Staatsanleihen sowie der administrativ verordnete Lohn- und Preisstopp hatten zu einer zurückgestauten Inflation geführt. Das heißt, diese trat nicht wie 1923 offen zutage, zeigte sich aber nach Kriegsende in einem immensen Geldüberhang. Man schätzte 1945 den Bargeldumlauf im gesamten Reichsgebiet auf mehr als 73 Milliarden Reichsmark (1938: zwölf Milliarden Reichsmark). Dazu kamen rund 225 Milliarden Reichsmark an Spar- und sonstigen Bankguthaben, sodass insgesamt rund 300 Milliarden Reichsmark an liquiden Mitteln vorhanden waren. Hinzu kamen circa 12 Milliarden von den Alliierten ausgegebene, sogenannte Militärmark, die der Reichsmark rechtlich gleichgestellt waren und die den Geldüberhang noch verstärkten. Die Verschuldung des Reichs betrug zum gleichen Zeitpunkt geschätzt weit mehr als 400 Milliarden Reichsmark, manche Schätzungen gehen sogar von mehr als 700 Milliarden Reichsmark aus. Genaue Zahlen sind heute schwierig zu ermitteln, da beinahe das gesamte Reichsbankarchiv durch Kriegseinwirkung verloren ging. [..]

Beitrag aus der DBZ 13/2018

Sie finden den kompletten Beitrag von Karlheinz Walz in der aktuellen Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Zeitung 11/2018. Was Sie sonst noch erwartet, sehen Sie im Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe. Abonnenten erhielten das Heft bereits etwas im Voraus und konnten wie üblich schon einige Tage früher im Heft lesen – und sparen außerdem Geld gegenüber dem Kauf im Einzelhandel.

Bildunterschrift Titelbild: Die Nominale von ½ bis 5 DM waren unter der Regie der US-Staatsdruckerei für die Erstausstattung der deutschen Geldreform hergestellt worden. Der kleinste Wert trug nicht die hierzulande übliche Wertbezeichnung „50 Pfennig“, sondern nach amerikanischer Art die Inschrift „Eine halbe Deutsche Mark“. Die US-Besatzungsstreitkräfte bezeichneten die Noten der Währungsreform als „Special Army Currency“ und behandelten sie als „Top secret“-Angelegenheit.


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Verfasst von: Stefan Liebig

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