Neue Briefmarken für Polarphilatelisten

Neue Briefmarken für Polarphilatelisten

Neben Eisbrechern sind heute Flugzeuge das wichtigste Transportmittel in der Antarktis. Die neuseeländische Post hat am 7. November die unten gezeigten sechs Marken mit dieser Thematik für das Ross Dependency herausgegeben.

Ross Dependency

Neuseeland bezeichnet sein in der Antarktis beanspruchtes Gebiet als Ross Dependency. Es umfasst die zwischen 160° östlicher und 150° westlicher Länge liegende Region, in der sich auch das riesige Ross-Schelfeis befindet. Die US-amerikanische McMurdo Station sowie Neuseelands Scott Base auf der Ross-Insel werden von Neuseeland aus per Flugzeug versorgt.
Von 1957 bis 1987 war in der Scott Base eine Poststelle aktiv mit eigenen Marken für dort aufgegebene Postsendungen. Danach wurde Post zunächst nach Neuseeland befördert und erst dort in einem Postamt in Christchurch mit neuseeländischen Marken frankiert. Seit 1994 erscheinen wieder eigene Marken mit der Aufschrift Ross Dependency: Jährlich im November gibt die neuseeländische Post einen Satz mit fünf oder sechs Sondermarken heraus.
Allerdings gibt es heute weiterhin keine Poststelle in Neuseelands Antarktisstation und sämtliche von dort kommende Post wird zunächst nach Christchurch transportiert, um dort postalisch behandelt zu werden. Im von der zuständigen Postagentur verwendeten Poststempel stehen das Datum sowie Ross Dependency Agency und Christchurch NZ.

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Ausgabe 2018

Die sechs neuen Sondermarken zeigen Fotografien von Luftfahrzeugen, die sich beim Einsatz im Ross Dependency bewährt haben. Dabei übernahm von Beginn an der Flugzeugpark der Royal New Zealand Air Force (RNZAF) eine zentrale Rolle: Eine Maschine vom Typ Auster T7C stammte aus Großbritannien und wurde 1945 als Beobachtungsflugzeug entwickelt. Dank dessen Fähigkeit, auch auf kurzen Pisten zu landen und zu starten, eignete es sich gut zur Begleitung der Commonwealth Trans-Antarctic-Expedition ab 1955. Das abgebildete Flugzeug steht heute im RNZAF-Museum in Christchurch.
Die Maschine vom Typ de Havilland Canada DHC-2 Beaver wurde ursprünglich als Buschflugzeug für entlegene Gebiete Nordamerikas entwickelt und konnte je nach Ausstattung auf befestigten Pisten, Schnee- oder Wasserflächen landen. Während der Trans-Antarctic-Expedition war dieses Flugzeug für die Einrichtung von Versorgungsdepots entlang der Strecke zuständig. Später diente die Maschine für das Antarktisprogramm Neuseelands, wurde jedoch 1960 bei einem Absturz schwer beschädigt. Das Wrack liegt noch heute auf dem Beardmore-Gletscher.
Das wohl bekannteste Transportflugzeug, die Lockheed C130 Hercules, wird seit über 60 Jahren gebaut. Die Luftwaffe Neuseelands setzt solche Maschinen seit 1965 ein und versorgt damit bis heute die Scott Base. Für Landungen und Starts nutzt man Eispisten der benachbarten McMurdo Station. Letzteres gilt ebenfalls für eine Boeing B757 der RNZAF, die hauptsächlich für den Transport von Wissenschaftlern und Technikern in die Antarktis dient.
Zudem hat das neuseeländische Antarktisprogramm Verträge mit externen Anbietern geschlossen, darunter Southern Lakes Helicopters. Deren Hubschrauber, ein AS350-B3 Squirrel, dient während der antarktischen Südsaison zur Versorgung von Sommercamps. Hinzu kommt eine de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter des Betreibers Kenn Borek Air. Dieses Flugzeug ist jährlich von März bis Oktober in Nordamerika im Einsatz und fliegt dann über Südamerika sowie den Südpol bis zum Stützpunkt auf der Ross-Insel.

Text: Harald Kuhl / Literatur: www.antarcticanz.govt.nz


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