Leserbriefe Extra zum Offenen Brief der Verbandspräsidenten

Leserbriefe Extra zum Offenen Brief der Verbandspräsidenten

Zum Pamphlet der Verbandspräsidenten fällt einem nur noch die Nationalmannschaft ein: Aus einem traurigen Haufen wird auch nach ein paar Umstellungen kein Klasseteam. Ein Umbruch wie mit Jürgen Klinsmann muss her. Doch gibt es in der Philatelie weit und breit keinen Klinsmann, sondern nur peinliche Gestalten wie Berti Vogts und Lothar Matthäus. Und wie im Fußball glauben auch in der Philatelie viele Matthäusse, der wahre Heiland zu sein.
Peter Markwart, per E-Mail
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Für mich kann die Berichterstattung gar nicht kritisch genug sein. Diese ganze Schönfärberei, die man gelegentlich so mitbekommt, nützt der Philatelie nämlich am wenigsten.
Auch die Kritik an der Postphilatelie Weiden ist meiner Ansicht nach überfällig, wobei es da noch eine andere Baustelle gibt, um die sich die Verbandsherren (allen voran der APHV) einmal kümmern könnten.
Meiner Meinung nach ist es zum Beispiel wettbewerbswidrig und schädlich für den ganzen Sammlermarkt, wenn die Postphilatelie mit selbst produzierten Briefmarken in einen dauerhaften Wettbewerb mit dem Briefmarkenhandel geht. Genau das tut sie aber, indem Sie alle ihre Briefmarken dauerhaft in kompletten Jahrgängen, auf Motiv-Steckkarten und noch vielen anderen „wichtigen Zusammenstellungen“ speziell für die Sammler anbietet.
Monopolunternehmen unterliegen in Deutschland strengen Regeln. Sie dürfen zum Beispiel nicht in einer Weise in einen Wettbewerb eingreifen, die geeignet ist, diesen Wettbewerb auszuschalten. Genau das ist aber der Fall, wenn der Briefmarkenhändler die Marken erst zu einem Preis einkaufen kann, zu dem die Post sie den Sammlern dauerhaft anbietet.
Die Post hat Ihre Lizenz als Logistikunternehmen zur Abgeltung von Postdienstleistungen erhalten und nicht, um mit diesen Marken auf dem Sammlermarkt in einen ungleichen Wettbewerb mit dem Briefmarkenhandel zu gehen.
Und so steht das auch im Postgesetz!
Anstatt Schuldige im Bereich der Berichterstattung der DBZ zu suchen, wäre es zumindest für den Herrn vom APHV einmal der Mühe wert, diesen Sachverhalt zu prüfen.
Mit etwas Glück kommt er dann vielleicht sogar zu dem Schluss, dass nicht die Berichterstattung in der DBZ, sondern das Geschäftsgebaren der Postphilatelie Weiden der Philatelie diesen „immensen“ Schaden zufügt. Um so mehr, als ja die eigenen Mitglieder davon am meisten betroffen sind!
Einem Sammlermarkt wie der Philatelie schadet nämlich nichts mehr, als wenn der Hersteller der Sammlergegenstände diese auch noch unbegrenzt anbietet (wozu dann überhaupt noch der Begriff „Sammeln“, wozu Fachzeitschriften, wozu Tauschabende in Vereinen und wozu noch Briefmarkenhändler!!! Man kann doch einfach bei der Post bestellen!)
Wenn die Post ihre (meiner Meinung nach wettbewerbswidrige) Verkaufsstrategie beibehält, dann stirbt dieses Sammelgebiet langsam Jahr für Jahr mehr, aber mit absoluter Sicherheit!
Viola Keller, per E-Mail
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„Wir reichten die Frage an den Präsidenten des Bundes Deutscher Philatelisten (BDPh), Alfred Schmidt weiter. Eine Antwort erhielten wir nicht“, schrieben Sie in der DBZ 20/2018. Jetzt erhielten Sie eine Antwort. Der BDPh und die anderen Verbände haben sich als Sprachrohr der Deutschen Post geoutet.
Dietrich Kaiser, per E-Mail
Anmerkung der Redaktion: Dietrich Kaiser hatte geschrieben: „Was sagt der BDPh zu den skandalösen Antworten von Frau Schäfer? Vertritt er die Interessen der Sammler oder ist er Sprachrohr der Deutschen Post?“ (vgl. DBZ 20/2018, S. 56)
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Den Brief der vier Verbandspräsidenten könnte man unter Umständen als „Angriff auf die Pressefreiheit“ ansehen. „Kopf hoch“, liebe DBZ-Redaktion. Wenn der Ausspruch „Wahrheit tut weh“ nicht ertragen werden kann, sollten die Verbände zunächst Ursachenforschung der Missstände bei sich selbst betreiben. Weiter so, liebe DBZ-Redaktion.
Günter Behrend, Erfurt
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Ich erwarte zu unserem Hobby keine Diplomatie-Berichterstattung, sondern klare und kritische Darstellungen des Sachverhaltes. Sollte eine Kritik etwas überzogen sein, so gibt es immer noch mündige Leser, die sich ihre Meinung bilden können.
„Sensationshascherei“ laut den vier Herren sieht anders aus. Ich kann nur hoffen, dass Sie in Ihrer Zeitschrift weiter so berichten wie bisher. Danke im Voraus.
H. Scheufel, Berlin

Leserbriefe Deutsche Briefmarken Zeitung 2018

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Auch ich war beim Lesen des Interviews mit Frau Schäfer von der Deutschen Post im Heft 20/2018 der DBZ irritiert, erschrocken und empört. Wenn die Aussagen von Frau Schäfer auch nur annähernd so gefallen sind, so zeugen Sie doch von einer gewissen Arroganz, fehlendem Einfühlungsvermögen oder Trotz bei der – für die Philatelie zuständigen – Frau Schäfer.
Auch ich wollte damals an die DBZ schreiben, um meine Empörung auszudrücken. Doch aus Bequemlichkeitsgründen kam es nicht dazu. Aber jetzt, meine Herren Präsidenten, kann ich aufgrund Ihres Briefes nicht anders, als zu schreiben.
Ich bin 74 Jahre alt, sammle schon seit über 60 Jahren Briefmarken und bin kein Mitglied in einer Ihrer Verbände, also ein ganz „normaler“ Sammler mit einer sehr großen Erfahrung. Auch ich bin Ihrer Meinung, dass u n s e r Hobby eine Freizeitbeschäftigung ist, welche Vergnügen bereiten soll. Um so mehr wundere ich mich, dass sich nicht Sie wegen der Äußerungen von Frau Schäfer meldeten. Sie sollten doch eigentlich Ihre Mitglieder vertreten, wenn es bei unserem Hobby gewisse Fehlentwicklungen gibt. Natürlich kann man auch hier geteilter Meinung sein, was eine Fehlentwicklung ist. Doch die riesige Zahl der DBZ-Leserbriefschreiber sollte Ihnen zu Denken geben. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass in den über 40 Jahren, in denen ich die DBZ beziehe, eine solche – verständliche – Empörung gemeldet wurde. Bei so vielen Leserbriefen muss etwas nicht stimmen. Es kann deshalb nicht vom Suchen „nach einem Haar in der Suppe“ die Rede sein.
Sie schreiben, wem nützt das? Man kann aber doch nicht zur Tagesordnung übergehen, wenn man auf die Wünsche beziehungsweise Hinweise der Sammler nicht eingeht, sondern sie ganz einfach ignoriert! Weiter schreiben Sie, dass wir natürlich einen kritischen Journalismus brauchen. Wenn dann unbequeme Interviewfragen gestellt werden, dann gefällt es Ihnen auch nicht, ja was denn jetzt? Sie stellen fest, dass die beklagte Situation nicht verbessert wird. Das kann im Umkehrschluss nur heißen, dass man als Journalist keine kritischen und unbequemen Fragen im Sinne der Sammler stellen darf. Glauben Sie, dass sich dann etwas verändern oder verbessern wird?
Ob jetzt die Stadt Fürth/Bayern vor 200 Jahren oder schon vor 210 Jahren zur Stadt erhoben wurde, ruft bei mir als gebürtigen Nürnberger nur ein müdes Lächeln hervor. Auch ähnliche Artikel sind für mich nur am Rande interessant. Bedenklicher allerdings stimmt mich Ihre Frage, „ob hier Negativmeldungen über fehlende Befähigung zur wenigstens neutralen Berichterstattung hinwegtäuschen soll“. Ich kenne Herrn Torsten Berndt nicht persönlich. Seine Artikel, Bemerkungen und Meldungen finde ich jedenfalls interessant und lesenswert. Für mich hat sich bisher kein Verdacht der fehlenden Befähigung zur neutralen Berichterstattung ergeben – im Gegenteil.
Als – wie erwähnt – Nichtmitglied in einem Ihrer Verbände habe auch ich in den von Ihnen aufgeführten vergangenen über zwei Jahren festgestellt, dass in der DBZ über gewisse „Vorgänge“ in einzelnen Ihrer Verbände nicht gerade positiv berichtet wurde. Soweit ich mich erinnern kann wurde über Wahlen, Rücktritte und so weiter berichtet. Diese Artikel habe ich zwar gelesen, sie interessierten mich aber nur am Rande. Vermutlich sind durch diese Berichterstattung bei Ihnen noch einige Rechnungen offen, die Sie jetzt mit Ihrem Brief an die DBZ begleichen wollten!?
Zusammenfassend stelle ich für mich fest: DBZ – und Herr Berndt – w e i t e r s o !
Heinrich Uhlein, per E-Mail
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