Leserbriefe Extra zum Offenen Brief der Verbandspräsidenten

Leserbriefe Extra zum Offenen Brief der Verbandspräsidenten

Meine Gratulation zum Abdruck der Worte der Verbandspräsidenten. Im ersten Moment ärgert man sich vielleicht, dass die DBZ Platz für diesen Unsinn hat. Beim längeren Nachdenken wird einem aber klar, dass die Herren Lang, Rauhut, Schmidt und Geigle fast schon aufdringlich dokumentiert haben, warum das Interesse an der Philatelie seit Jahren nachlässt. Selbstherrlichkeit und Unwahrhaftigkeit (man muss nur die zitierte Netsite aufrufen, um zu erkennen, dass die DBZ über Fürth korrekt berichtet hat und die Verbandspräsidenten falsch liegen) der Verbände und ihrer leitenden Personen. Im BDPh waren schon Adler und Hartig katastrophal. Decker kann man zugute halten, dass er einen vor der Pleite stehenden Verband wenigstens finanziell saniert hat (sein Kommunikationsverhalten hat die DBZ eindrucksvoll dokumentiert), Schmidt wird, wenn er so weiter macht wie im ersten Jahr, den BDPh auf unter 10 000 Mitglieder abwirtschaften.
Meine Meinung zu Ihren Fragen: Die DBZ berichtet nicht negativ, sondern zu 95 Prozent positiv. Darum wirbt die DBZ für die Beschäftigung mit der Philatelie und gehört nicht zu denen, die die Philatelie zu einem sterbenden Hobby machen. Ich meine, die DBZ kann in ihren Berichten und Kommentaren notfalls stärker auf Distanz zu den Verbänden gehen.
Die Meinung Ihres Lesers Detlef Günther (wir sind seit Jahren Brieftauschpartner), dass 40 Einzelmarken als Neuheiten im Jahr reichen, unterschreibe ich ohne Einschränkung.
Siegfried M. Bahnert, Herford
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Beim Lesen des Leserbriefs der Verbandspräsidenten habe ich mich gefragt, was dieser bewirken soll. Zu Beginn wird ein kleiner Artikel fast zu einem Skandal hochstilisiert und unterschwellig dem Redakteur Unredlichkeit vorgeworfen. Etwas schäbig, die Herren. Soll das ein Maulkorb für einen kritischen Redakteur sein?
Oder wird hier versucht, Frau Schäfer die Hand über den Kopf zu halten und jegliche weitere Kritik an der Post künftig zu unterbinden? Wundern würde es mich nicht. Hat man sich doch mit viel Aufhebens eine Wohlfühlecke namens „Wir sind Briefmarke“ geschaffen – da stören kritische Bemerkungen zu den einzelnen Wohlfühlpartnern natürlich – da hält man lieber zusammen.
Die Argumentation der Schreiber ist für mich nicht nachzuvollziehen. Da wird zwischen einer Zeitschrift und Frau Schäfer verabredet, ein Interview zu führen. Die Fragen werden schriftlich eingereicht und schriftlich beantwortet. Und jetzt soll die Zeischrift sagen, Ihre Antworten sind mir zu negativ, ich bringe das Interview nicht? Das wäre ein Affront gegen Frau Schäfer und die Post! Die Veröffentlichung wurde schließlich von Frau Schäfer freigegeben. Und die Meinung der Sammler zu dem Interview soll unterdrückt werden? Das ist starker Tobak.
Das drei der Verbandspräsidenten lieber unkritische Sammler haben, kann ich ja noch verstehen. Schließlich verdienen sie ihr Geld mit den Sammlern. Und da sind zu gut informierte und kritische Sammler nicht so gerne gesehen. Ich frage mich aber, wenn diese Herren lieber Schönfärberei mögen, wie halten sie es dann mit ihren Verkaufsangeboten und Auktionslosen – auch Schönfärberei?
In dem Zusammenhang frage ich mich ebenso, wieso hier der Präsident des BDPh mit unterschrieben hat? Wen vertritt er hier, das Schönreden der Händler, Auktionatoren und Prüfer, das Konkurrenzblatt seines Vizepräsidenten oder die sammlerfeindlichen Verkaufsstrategien der Post? Die Sammler, deren Vertreter ihn ins Amt gewählt haben, vertritt er jedenfalls nicht.
Die gute Laune vergeht dem Sammler nämlich nicht beim Lesen der „negativen“ Artikel. Da irren die Präsidenten gewaltig. Die gute Laune ist dem Sammler schon vorher vergangen, nämlich durch negative Handlungen. In meinem Verein geben die Sammler das Sammeln von Bundmarken nicht auf, weil sie irgendwelche Artikel in Zeitschriften lesen, sondern weil sie so manche Marke nicht bei mehr bei der Post kaufen können und wegen der Ausgabenpolitik der Post. Und das muss und darf auch deutlich benannt werden. Das erwarte ich nicht nur von einer guten Zeitschrift, sondern ganz besonders auch vom BDPh, der ja angeblich die Sammler vertritt.
Aber zum Glück entscheiden nicht die Verbandspräsidenten, was in der DBZ gedruckt wird und was nicht. Das ist immer noch das Vorrecht der Leser und somit der Käufer der DBZ. Mir ist auch weiterhin ein kritischer Journalismus lieber, wie er bislang in der DBZ zu finden ist. Auch wenn dies manchmal negativ ist und den einen oder anderen Verband trifft. Aber das versteht man in der Wohlfühlecke natürlich nicht.
Helma Janssen, Moormerland
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Durch mein Sammelgebiet „Deutsches Reich; Inflation in der Zeit von 1916 – 1923“ bin ich, als Mitglied des Schweizerischen Philatelisten-Verbandes, auch Mitglied des Vereins Infla-Berlin geworden. Damit verbunden ist auch die Zwangsmitgliedschaft im deutschen Philatelisten-Verband (BDPh).
Selber helfe ich auch Privaten, meistens sind sie von Händlern abgewiesen worden, ihre oftmals ererbten Sammlungen optimiert zu liquidieren.
Die DBZ habe ich freiwillig abonniert und schätze sie sehr und freue mich jeweils auf ihr Erscheinen. Ich lese sie somit freiwillig und sehe vorläufig keinen Grund mein Abonnement zu kündigen. Ich sage dabei gar nichts Negatives über die „Philatelie“ und die „Schweizer Briefmarken Zeitung“. Was mir auffällt, ist die Tatsache, dass sich in meiner angelegten Bibliothek zahlreiche Artikel aus der DBZ befinden, die zu meinem Wissen beigetragen haben. In der DBZ schätze ich die Berücksichtigung von postgeschichtlichen Themen sehr. Bei den Verbands-Zeitungen gibt es wesentlich weniger Artikel, die mich direkt interessieren.
Ich denke, die in der DBZ geäußerte Kritik und auch die Art, wie sie gebracht wird, ist vertretbar und auch wichtig. Mich stört das sicher nicht.
Wenn sie einerseits die Briefmarkenkataloge ansehen und vergleichen mit früheren Ausgabejahren, stellen sie eine verheerende Zunahme an Ausgaben fest. Mit dem Rückgang der Sammler gibt es eine massive Zunahmen von Ausgaben, die sich direkt an die Briefmarkensammler richten. Die Postverwaltungen versuchen damit, das Umsatzvolumen zu erhalten.
Andererseits sind heute am Markt neuere Briefmarken, speziell FDC und Sammelblätter, nicht mehr verwertbar. Mit den Verkauf von Neuheiten an Sammler werden somit nach wie vor gewaltige Mittel generiert, für die die Post keine Leistung erbringen muss. Die ausgegebenen Summen lassen sich bei Liquidationen nie mehr realisieren. Der Fachhandel weist heute viele Erben ab, die noch ein Minimum realisieren möchten. Auktionatoren nehmen Sammlungen nur noch als Gesamtposten mit lächerlichem Ausruf auf.
Dass man diese Begleiterscheinungen auch ansprechen darf, finde ich absolut korrekt und auch wichtig. Ich kann ja auch denken und die Kritik werten.
Die Verbände sollten eigentlich primär Dienstleister für Ihre Mitglieder sein, die sie auch mit den Beiträgen finanzieren. Dazu werden sie teilweise auch gezwungen (siehe Einleitung). Bevor die Präsidenten ihrer Verbände die DBZ kritisieren, sollten sie ihre Tätigkeit zuerst überprüfen. Ich selber machte zum Beispiel am 15. November 2017 eine Mail-Anfrage an den Verantwortlichen für das Ausstellungswesen im BDPh und warte noch heute auf eine Antwort.
Franz-Josef Felder, Langenthal, Schweiz
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Ich sammle seit fast 30 Jahren keine Neuheiten mehr. Aufgegeben habe ich, als die Deutsche Bundespost 1990/ 1991 schamlos zulangte und das Programm der zonalen Post „integrierte“, wie es verhüllend hieß. Danach habe ich mich spezialisiert auf Bund und Berlin 1960er-Jahre. Das sammelt keine Sau, weil alle auf die 1950er-Jahre gucken, und ich bekomme 90 Prozent der Lose zum Ausruf, und wenn ich länger in unserem Haus im Tessin bin und den Auktionskatalog zu spät erhalte, viel zu minus zehn oder minus 20 Prozent im Nachhinein. Selbstverständlich erwerbe ich damit keine Reichtümer. Das wäre beim sinnlosen Aneinanderreihen von Neuheiten, die die Versandstelle in Berlin lieferte (heute sitzt die Versandstelle in der Provinz, meines Wissens in Weiden), aber auch nicht anders gewesen. Nur die Sammelfreude liegt um ein Vielfaches höher und einen Brief der Pan American aus Berlin nach Frankfurt oder einen Dienstbrief des Durchgangslagers Marienfelde kann man auch Nichtsammlern zeigen, die beim Anblick vom „Weltmeisterschaften im Bobsport“, „Pflanzen aus dem Rennsteiggarten Oberhof“ und „Historische Luftpostbeförderung“ (drei Sätze, mit denen die „DDR“ Westmark, die sie „Valuta“ nannte, einheimsen wollte und die dann die Bundespost herausgegeben hat) nicht einmal gähnen.
Darum überblättere ich die Seiten mit den Neuheiten in der DBZ und lese das wirklich Interessante. Von der Fürth-Ganzsache wusste ich nichts bis zum realsatirischen Brief der Verbandsrepräsentanten Wolfgang Lang, Harald Rauhut, Alfred Schmidt und Christian E. Geigle. Danach habe ich die alte DBZ hervorgeholt und den Artikel gelesen (ich habe alle DBZ seit 1964 aufbewahrt) und mich sachkundig gemacht. Wo auch immer man nachschaut, liest man überall, dass Fürth 1808 Stadt wurde und 1818 seine eigene Stadtverwaltung und sogar eine eigene Polizei bekam. In Bayern nannte man das 2. und 1. Klasse, woanders hatte man vielleicht andere Begrifflichkeiten. Damit war Fürth eindeutig schon 1808 und nicht erst 1818 eine Stadt. Vor dem Hintergrund ist es ungeheuerlich, dass die Verbandsrepräsentanten der DBZ eine Falschmeldung vorwerfen. Die Sachdarstellung der Verbandsrepräsentanten ist eindeutig falsch, nicht die der DBZ. Die Vorgehensweise der Verbandsrepräsentanten erinnert an den Sender „Russia Today“.
Im Grunde genommen ist es Sektierertum, was die Verbände betreiben, und erinnert an die K-Gruppen, die während meiner Studienzeit entstanden und wirre Thesen verbreiteten. Wenn man Mao Zedong und Ho Chi Minh zu Recht als Massenmörder bezeichnete, wurde man von den Sektierern niedergebrüllt. Ihre Flugblätter lasen sich oft wie der Brief der Verbandsrepräsentanten und klangen scheinbar normal und seriös, doch wenn man die Fakten prüfte und auch zwischen den Zeilen las, erkannte man, dass man es mit Sektierern zu tun hatte. Aus deren Versammlungen (ich war gottlob nie da) hörte man, dass die Mitglieder unter Druck gesetzt wurden, den größten Unsinn nachzuplappern und dass Mitglieder, wenn sie Zweifel nur andeuteten, schnell ausgegrenzt oder sogar ausgeschlossen wurden. Dass der Brief der Verbandsrepräsentanten nicht zufällig entstanden ist und nicht nur das Denken von Lang, Rauhut, Schmidt und Geigle, sondern das Denken der Funktionärsschicht ingesamt wiedergibt, weiß ich aus Gesprächen, die ich auf Messen an den Ständen der Verbände geführt habe. In Sindelfingen gehe ich immer gleich weiter, wenn am LV-Stand der dortige Vorsitzende steht, und komme wieder, wenn er weg ist. Einen intellektuell so armseligen Funktionär findet man nicht einmal in der hiesigen SPD. Im Hinblick auf das selbstherrliche Auftreten kann er es mit Leni Breymayer und ihren Getreuen aufnehmen.
Eigentlich braucht man sich dafür nicht zu interessieren. Hinz und Kunz haben gesagt, was sie denken, und darüber geht man am besten hinweg. Da Hinz und Kunz aber Ämter innehaben, in denen sie Dritten gegenüber als wichtige Vertreter der Philatelie erscheinen, muss sich jeder ernsthafte Philatelist in Deutschland von Lang, Rauhut, Schmidt und Geigle und den von ihnen geleiteten Verbänden APHV, BDB, BDPh und BPP distanzieren. Die DBZ und den Philapress-Verlag und alle Mitarbeiter fordere ich auf, aus den genannten Verbänden auszutreten und die Sektierer im eigenen Saft weiterschmoren zu lassen. Mitglieder von APHV, BDB und BPP sollte man sich genau angucken und nicht darauf vertrauen, dass sie aufgrund ihrer Mitgliedschaft per se vertrauenswürdig und seriös sind.
Konrad Spamer, per E-Mail
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