„Frauen laut Satzung nicht vorgesehen“

„Frauen laut Satzung nicht vorgesehen“

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Energisch protestiert der Verein „Frau und Philatelie“ gegen den Entwurf für die neue Satzung des Bundes Deutscher Philatelisten. Diesen hatten der Bundesvorstand und der Verwaltungsrat gemeinsam verabschiedet. Statt zeitgemäß für die Ämter geschlechtsneutrale Formen zu verwenden, erscheinen in dem Papier nur die männlichen Formen. „Frauen sind laut Satzung nicht vorgesehen“, schlussfolgern Christine Hennings-Kuhlmann und Helma Janssen unter anderem.

Die Erklärung im Wortlaut:

„In dem Editorial der philatelie vom Juli 2019 beklagt Vizepräsident Billion – zu Recht – das schlechte Image des Briefmarkensammelns in der Öffentlichkeit. Dabei zitiert er den Satz: ‚Ist das nicht nur ein Hobby für ältere Männer?‘ Er verweist drauf, dass sich die Vereine und Sammler*innen positiver in der Öffentlichkeit verkaufen müssen. Das ist sicher richtig. Aber handelt es sich hier wirklich nur um ein Imageproblem? Genügt wirklich nur eine positive Darstellung in der Öffentlichkeit oder ist das Problem in manchen Details nicht tiefgründiger?

Da wird der Hauptversammlung in Bensheim eine überarbeitete Satzung zur Abstimmung vorgelegt. Die komplette Satzung ist nur in männlicher Form abgefasst. So können, nur als Beispiel, die Delegierten auch künftig keine Präsidentin und keine Rechnungsprüferin wählen. Frauen sind laut Satzung nicht vorgesehen. Wie ist so etwas in unserer heutigen Zeit noch möglich?

Wie sollen die Sammler*innen denn Frauen für das Briefmarkensammeln und für die organisierte Philatelie gewinnen, wenn sie gar nicht vorgesehen sind? Und wie sollen gar jüngere Mitglieder geworben werden? Die lachen sich doch kaputt, wenn sie diese antiquierte Satzung lesen.

Sammlerinnen sind immer noch in der absoluten Minderheit im Bund Deutscher Philatelisten. Natürlich gibt es sie in einigen Vereinen, aber auch dort nur in der Minderheit. Und es gibt auch engagierte Sammlerinnen, die in Vorständen aktiv sind oder gar einen Verein leiten. Wie der Verein der Briefmarkenfreunde Soest, der von Hannelore Oeleker über viele Jahre erfolgreich geführt wurde und jetzt mit Brigitte Mühlhaus wieder eine Frau an der Spitze hat. Aber das sind immer noch Ausnahmen. Die wenigen engagierten Sammlerinnen dienen den Männern aber immer gerne als Feigenblatt und werden als Argument angeführt, das doch alles bestens sei.

Aber so lange es kein Umdenken bei den Sammler*innen und in den Vorstandsetagen des Bundes Deutscher Philatelisten gibt, so lange wird das Hobby Briefmarkensammeln weiter ein ‚Hobby für ältere Männer‘ bleiben. Und da hilft auch keine Imageoffensive.

Wir sind gendermäßig bereits beim dritten Geschlecht angekommen – der Bund Deutscher Philatelisten ist leider immer noch beim Ersten stehen geblieben!“


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Verfasst von: Torsten Berndt

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