Neuheiten November 2020: Kirchenkunst, Fernsehserien und Weihnachten

Neuheiten November 2020: Kirchenkunst, Fernsehserien und Weihnachten

Am 2. November erscheinen die neuen Briefmarken aus dem Ausgabeprogramm der Deutschen Post AG.

Weihnachten: Kirchenfenster – Geburt Christi

Briefmarke Deutschland Weihnachten

Auch 2020 zeigt die Zuschlagsmarke der Deutschen Post in der Serie „Weihnachten“ ein Kirchenfenster, das die „Geburt Christi“ thematisiert. Im Oktober des vergangenen Jahres war ein Kunstwerk aus der Kathedrale Notre Dame in Chartre auf einem Wert zu sehen. Nun ziert eine Glasmalerei des Künstlers Johannes Beeck ein Postwertzeichen. Geschaffen wurde sie Ende der 1950er-Jahre. Die Arbeit ist in der Pfarrkirche St. Katharina zu finden, die in Bad Soden am Taunus im Bundesland Hessen steht.
Bei dem Fenster der katholischen Kirche, das Beeck bemalte, handelt es sich um das Portalfenster. Es ist in 59 Felder gegliedert und aus 13 000 einzelnen Glasstücken zusammengesetzt. Neben jenen, die christliche Figuren und Szenen zeigen, weist das Portalfenster auch Streifen auf, die mit Ornamenten bemalt sind. Das Fensterteil, auf dem das Jesuskind, Maria und Josef dargestellt werden, gehört zu einer Bilderreihe, die sich mit dem Neuen Testament beschäftigt. Sie beginnt unten links neben dem Hauptportal der Kirche. Einen weiteren Zyklus widmete Beeck alttestamentlichen Motiven.
Die katholische Kirche St. Katharina entstand in den Jahren 1955 bis 1957. Als Architekt fungierte Paul Johannbroer. Am 1. September 1957 weihte der Limburger Bischof Wilhelm Kempf das Gotteshaus. Eine erste, dem Heiligen Valentin geweihte, katholische Kapelle gab es in Bad Soden bereits seit 1482, eine zweite Kirche wurde 1864 gebaut. Auch ihre Patronin war die Heilige Katharina. Die Pfarrei St. Katharina existiert seit 1873.
Die Figur der Heiligen Katharina wird in der Katholischen Kirche als Märtyrerin verehrt. Ihre Legende besagt, dass sie an der Wende des dritten zum vierten Jahrhundert nach Christus Untergebene des römischen Kaisers Maxentius zum Christentum bekehrte. Der Herrscher ließ sie dafür foltern. Katharina erschienen Engel sowie Christus selbst. Nachdem sie hingerichtet worden war, trat aus ihren Wunden nicht Blut, sondern Milch hervor. Engel brachten ihre sterblichen Überreste zum Berg Sinai. An der Mitte des sechsten Jahrhunderts wurde dort das noch heute bestehende griechisch- othodoxe Katharinenkloster errichtet.
Der Künstler Johannes Beeck kam am 13. April 1927 in Mönchengladbach zur Welt und starb am 9. August 2010 in Krefeld. Er fertigte Fenstermalereien in vielen Kirchen an, unter anderem in der katholischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Buer, der katholischen Kirche St. Adalbert in Aachen und der katholischen Kirche Sancta Familia in Frankfurt-Ginnheim. Beecks Arbeiten waren bei Ausstellungen in diversen europäischen Hauptstädten sowie in Buenos Aires und New York zu sehen. In Anerkennung seiner künstlerischen Arbeit im Bereich der Glasmalerei erhielt Beeck 1992 das Bundesverdienstkreuz.
Zwischen seinem 14. und 17. Lebensjahr machte Beeck eine Lehre zum Maschinenbauer. Während des Zweiten Weltkriegs war er bei der Luftwaffe.
Nach dem Krieg wurde er privater Schüler der Malerin Mate Mink-Born sowie Professor Anton Wendlings von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Anfang der 1950er-Jahre studierte Beeck an der Kunstgewerbeschule in Krefeld. Von 1955 bis 1957 arbeitete er als Kunstlehrer am Gymnasium in Geilenkirchen, Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig erhielt er zunehmend Aufträge für Glasmalereien in Kirchen. Oft arbeitete Beeck mit seinem Freund, dem Bildhauer Paul Brandenburg, zusammen. In der ersten Phase seines Schaffens bis zum Beginn der 1970er-Jahre arbeitete Beeck bei seiner Glasmalerei figürlich sowie ornamental. Danach gestaltete er seine Werke abstrakt. Beeck stellte Heilige, Apostel und
Evangelisten dar. Außerdem gab er Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament wieder. Er verband Elemente der klassischen christlichen Fenstermalerei mit modernen, expressiven Formen des 20. Jahrhunderts. Eine besondere Rolle in seinem OEuvre spielt die biblische Pfingsterzählung, in welcher der Heilige Geist auf die Erde ausgesandt wird.
Für Beeck schlossen seine Fensterbilder an die Architektur und liturgischen Gegenstände im Innenraum von Kirchen an und verstärkten deren Eindruck. Sie vermittelten in seinen Augen eine meditative Stimmung und regten die Besucher der kirchlichen Räume zum Nachdenken über die religiösen Themen an, die dort behandelt wurden.
Der Entwurf der Weihnachtsmarke 2020 stammt von Kym Erdmann. In der Vergangenheit entwickelte er bereits Briefmarken zu den Themen „100 Jahre einheitliche deutsche Kfz-Kennzeichen“, MiNr. 2551, „100. Geburtstag Helmut Käutner“, MiNr. 2654, „Für den Umweltschutz: Eisbär Knut“, MiNr. 2656, „100. Geburtstag Marion Gräfin Dönhoff“, MiNr. 2766, „100 Jahre Friedrich-Loeffler-Institut“, MiNr. 2825, „125 Jahre Automobil“, MiNr. 2867, sowie „Für die Jugend: Das Traumfresserchen“, MiNr. 3096–3098.
Erdmann studierte Kommunikationsdesign an der Muthesius Hochschule Kiel. In der Schleswig-Holsteinischen Hauptstadt betreibt er das Studio Erdmann Design für Grafik, Fotografie und Webdesign. Gestaltet werden Broschüren und Flyer, Anzeigen und Außenwerbung, Bücher und CDs sowie Websites. Auch Produktfotografie gehört zu den Arbeitsbereichen.
Das Folienblatt 101 umfasst zehn selbstklebende Werte mit dem Kirchenfenster-Motiv.

Entwurf: Kym Erdmann, Foto des Kirchenfensters St. Katharina Kirche in Bad Soden am Taunus von Ilse Jentzsch
Ersttag: 2. November 2020
Wert: 80 Cent + 40 Cent
Michel-Nr.: 3571, 3574, FB 101
Philotax-Nr.: 3445, 3448, MH 234
Bestell-Nr. NL Philatelie: 151700039
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin
Größe: 44,20 mm x 26,20 mm, 39 mm x 22,4 mm (selbstklebend)
Papier: gestrichenes, weißes, fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Bogenrandgestaltung: weißer Grund, graue Ornamente „Gutes tun Mit Briefmarken helfen“

Deutsche Fernsehlegenden: 50 Jahre Tatort

Briefmarke Deutschland Tatort

Stempel Berlin TatortDie Reihe „Deutsche Fernsehlegenden“ wird im November mit der beliebten Krimiserie „Tatort“ fortgesetzt. Diese begann vor 50 Jahren, am 29. November 1970, mit der ersten Folge „Taxi nach Leipzig“. Da gab Werner Richter den Kommissar Trimmel. Mittlerweile wurden über 1 000 Tatort-Filme gedreht. Zuletzt traten die fiktiven Polizisten Adam Schürk und Leo Hölzer im Frühjahr 2020 ihren Dienst an. Mit seinen verschiedenen Ermittler-Teams sowie wechselnden Schauplätzen, die sich auf ganz Deutschland erstrecken, erfreut sich der Tatort anhaltender Beliebtheit. Sein Sendeplatz am Sonntagabend ist ein fester Termin für die meisten Krimi-Freunde.
Mehr über die Geschichte der Fernseh-Institution erfahren Sie in Harald Kuhls Artikel auf den Seiten und Ihrer DBZ 23/2020.

Stempel Bonn TatortEntwurf: Thomas Steinacker, Abbildung einer Szene aus dem Vorspann der Tatort-Serie und eines TV-Testbildes @ xiver/shutterstock
Ersttag: 2. November 2020
Wert: 80 Cent
Michel-Nr.: 3572
Philotax-Nr.: 3466
Bestell-Nr. NL Philatelie: 151104901
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe: 44,20 mm x 26,20 mm
Papier: gestrichenes, weißes, fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Bogenrandgestaltung: weißer Grund, angedeutete graue bis schwarze Kreise, „ERSTAUSTRAHLUNG 29.11.1970“

Frohes Fest!

Briefmarke Deutschland Frohes Fest

Ein weiterer Wert vom 2. November behandelt das Weihnachtsfest. Darauf sind Tannenzweige und Christbaumschmuck zu sehen. So gibt die Briefmarke die Stimmung wieder, die in der Weihnachtszeit in Haushalten sowie an öffentlichen Orten durch Kerzen und Lichterketten, Gesang, Adventskränze und-kalender, Krippen, Gebäck und die Düfte von Zimt, Kardamon, Anis und Nelken hergestellt wird.
Wie die Tatort-Marke, wurde auch das Sonderpostwertzeichen mit der Überschrift „Frohes Fest!“ von Thomas Steinacker gestaltet. Der Grafiker studierte an der Universität in Wuppertal. Steinacker entwarf schon zahlreiche Briefmarken und Stempel für die Deutsche Post. Sie behandelten die Themen „Asterix“, MiNr. 3175–3177, Block 80, MiNr. 3178–3179 selbstklebend, „Eröffnung der Elbphilharmonie“, MiNr. 3278, 3286 selbstklebend, und „Ottifanten“, MiNr. 3292, 3295 selbstklebend. Außerdem kreiierte er die Postwertzeichen „Emoji: Ich schreib mal wieder“, MiNr. 3458, „50. Jahrestag der ersten bemannten Mondlandung“, MiNr. 3479, Block 84, und „50 Jahre Chipkarte“, MiNr. 3494.
Zuletzt schuf Steinacker die Briefmarken „250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven“, MiNr. 3513, 3520 selbstklebend, Block 85, sowie „Sagenhaftes Deutschland: Loreley“, MiNr. 3567.
In der Serie „Deutsche Fernehlegenden“ gestaltete Steinacker die Ausgaben „50 Jahre Raumpatrouille Orion“, MiNr. 3260, „Das Millionenspiel“, MiNr. 3335, „Dinner for One“, MiNr. 3415, und „Beat Club“, MiNr. 3503.
Für die Reihe „Optische Täuschungen“ entwarf er die Werte „Gebogene Linien?, Perspektivwechsel“, MiNr. 3496–3497, sowie „Zwei Grautöne?, Freies Quadrat?“, MiNr. 3536, 3537, 3540 selbstklebend.
Im Folienblatt 102 ist die Briefmarke zum Weihnachtsfest auch in selbstklebender Form erhältlich. Das Markenset umfasst zehn Exemplare. Wie die selbstklebenden Werte der Weihnachtsmarke 2020, sind sie mit 39 mal 22,4 Millimetern kleiner als ihre nassklebenden Pendants.

Stempel Berlin Frohes FestEntwurf: Thomas Steinacker, Abbildung @ Devor/shutterstock.com
Ersttag: 1. Oktober 2020
Wert: 95 Cent
Michel-Nr.: 3573, 3575 (selbstklebend), FB 102
Philotax-Nr.: 3447, 3449, MH 235
Bestell-Nr. NL Philatelie: 151104902
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Größe: 44,20 mm x 26,20 mm, 39 mm x 22,4 mm (selbstklebend)
Papier: gestrichenes, weißes, fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP II
Bogenrandgestaltung: Christbaumschmuck des Motivs


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Authored by: Marius Prill

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