Britische Mischfrankaturen 1840–1901

Britische Mischfrankaturen 1840–1901

Es gibt Bücher, die legt man so schnell nicht wieder aus der Hand. Das gilt auch dann, wenn sie ein Gebiet behandeln, mit dem man sich gewöhnlich eher am Rande beschäftigt wie der bekanntermaßen mehr an der Ost- denn an der Nordsee heimische Autor dieser Zeilen. Zunächst einmal besticht der Band durch die großen, bestens reproduzierten und gedruckten Abbildungen, welche die Belege sprechen lassen. Doch gehen die Autoren darüber hinaus und präsentieren vielfach vergrößerte Abbildungen der Frankaturen und bringen damit diese und die Poststempel besser zur Geltung – ein Verfahren, das man sich auf Ausstellungen, auf denen man höchstens dicht an das Blatt herangehen oder eine Lupe aus der Tasche ziehen kann, öfter zu sehen wünscht.

Viktorianische Pracht

Strukturell gestalteten Ray Simpson und Karl Louis ihr Werk konservativ an den Erscheinungsdaten der Ausgaben ausgerichtet – die Katalogangaben erfolgen natürlich nach Stanley Gibbons, doch nutzen Spezialisten neben dem Michel ohnehin Kataloge, die in den Ländern ihrer Wahl erscheinen. Zu Beginn der meisten Kapitel sehen wir die Freimarken in ungebrauchter Schönheit. Ausnahmen machen die Anfangskapitel, die der Erstausgabe – den beiden Briefmarken und den Mulreadies – gewidmet sind, und das fünfte und sechste Kapitel, in denen die Autoren den Weg von der geschnittenen zur gezähnten Briefmarke nachzeichnen. Zunächst gibt es einigen Lesestoff, den auch jene, die nicht regelmäßig mit dem Englischen in Berührung kommen, gut verdauen können, ehe dann die Pracht viktorianischer Korrespondenzen vollends zur Geltung kommt.

Die Basis für die umfassende Recherche bildete die Kartei, die Karl Louis über die Jahre hinweg aufgebaut hat. Sie dokumentiert rund 100 000 Ganzstücke und dürfte zu den weltweit bedeutendsten Registraturen gehören – der Rezensent wählt bewusst eine zurückhaltende Formulierung. Schritt für Schritt extrahierten die Autoren aus dem Bestand die Mischfrankaturen der einzelnen Ausgaben und präsentieren sie in einer Form, die sowohl klassische Ländersammler, die beispielsweise jede Marke in Einzel-, Mehrfach und Mischfrankatur suchen, als auch Postgeschichtler, die Destinationen und anderes belegen möchten, bei der weiteren Forschung unterstützt. Natürlich lohnt sich der Blick in den Band auch für Sammler anderer Länder, wenn auch die eingehende Post – Incoming Mail – auf Interesse stößt.

Kurz und knapp, der Band begeistert rundum. Den Verkaufspreis darf man angesichts des Gehalts als recht bescheiden einstufen.

Great Britain Victorian Mixed-franking Covers. Illustrating Postage Stamp Development. Von Ray Simpson und Karl Louis. 288 Seiten, mehr als 393 Farbabbildungen, Format DIN A4, gebunden mit Festeinband. Preis: 75 Pfund (etwa 82,50 Euro) plus 12 Pfund Porto bei Versand nach Deutschland. Erhältlich unter www.mjpublications.com (Bestellung per E-Mail-Link).

 


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Authored by: Torsten Berndt

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