Weltspiegel: Ginger Meggs, ewig jung

Weltspiegel: Ginger Meggs, ewig jung

Er ist frech, rothaarig und eine typisch australische Figur: Ginger Meggs wird 2021 stolze 100 Jahre alt. Anzusehen ist es ihm nicht. Der schelmische Charakterkopf ist energiegeladen, immer neugierig, äußerst sympathisch und ewig jung in der Welt unterwegs.
Ginger Meggs ist der am weitesten verbreitete australische Comicstrip, der in mehr als 100 Zeitungen in über 30 Ländern erschienen ist. Die Briefmarken der Ausgabe „100 Jahre Ginger Meggs“, die am 7. September 2021 erschienen sind, zeigen die Arbeiten von drei der fünf Zeichner, die die beliebte Comicfigur in den vergangenen 100 Jahren illustriert haben, ist auf der Homepage der Australia Post nachzulesen. Zu den Sammlerstücken gehören zwei numismatische Postumschläge (PNC) und ein Buch in limitierter Auflage, das einen speziellen Ersttagsbrief und einen exklusiven Block mit vier Briefmarken enthält.

Die Briefmarkenausgabe zeigt Arbeiten der drei Zeichner (v.l.n.r.) Jason Chatfield, Jimmy Bancks (Serie 3, 1926) und James Kemsley (1989) und deren Interpretationen von Ginger Meggs im Laufe des vergangenen Jahrhunderts.

Der Star des ältesten australischen Comicstrips, „Ginger Meggs“, begann seine Karriere im November 1921 als Nebenfigur namens Ginger Smith in einem Strip mit dem Titel „Gladsome Gladys“, der erstmals in der Sunday Sun in Sydney veröffentlicht wurde. Mit Erfolg. Bis April 1922 entwickelte er sich zum Hauptdarsteller − nun als Ginger Meggs, das freche, schlagfertige, aber liebenswerte, Weste tragende, rothaarige, durch und durch australische Vorstadtkind.
Bald nach der Entstehung von Ginger Meggs gesellten sich eine mufftragende Freundin namens Minnie Peters und die Kumpels Benny und Ocker hinzu. Damals und auch heute noch wird Ginger häufig von zwei weiteren treuen Gefährten begleitet: Mike, dem Hund, und Tony, dem Affen.

Mit neuem Namen

Der Comicstrip, der zunächst „Us Fellers“ und ab 1939 „Ginger Meggs“ hieß, wurde ursprünglich von James Charles „Jimmy“ Bancks geschaffen. Als Bancks im Juli 1952 unerwartet an Herzversagen starb, hatte er das Leben von Ginger Meggs fast drei Jahrzehnte lang zu Papier gebracht. Nachfolgende Künstler, die Ginger Meggs schufen, waren Ron Vivian (1953−1973), Lloyd Piper (1973−1983) und James L. Kemsley (1983−2007).

Im Jahr 1993 erweiterte Kemsley Gingers Bekanntheitsgrad mit einem täglichen Comicstrip, der auf dem wöchentlichen Sonntagstrip aufbaute. Als preisgekrönter Cartoonist und ehemaliger Präsident der Australian Cartoonists’ Association zeichnete Kemsley Ginger Meggs bis zu seinem Tod.

Seit 2007 wird Ginger Meggs von dem in Perth geborenen und in New York lebenden Cartoonisten und Comedian Jason Chatfield gezeichnet. In seinem Studio zeichnet er neben seiner Arbeit als Präsident der 1946 gegründeten National Cartoonists Society auch für den New Yorker und andere Publikationen Karikaturen.

Das Zeichnen ist etwas, das Jason Chatfield seit seiner Kindheit liebt: „Es war alles, was ich je gemacht habe!“, erzählt er in einem Interview mit der Australia Post. Als er den Comic übernahm, was er als „eine große Ehre und ein Privileg“ bezeichnet, hatte Chatfield den Comic sein ganzes Leben lang gelesen und kannte alle Figuren, als wären es seine eigenen Freunde, mit denen er aufgewachsen ist.

Hier ist was los: Ginger Meggs, das freche ­Vorstadtkind, ist unterwegs.

Als er den Comic übernahm, arbeitete Jason Chatfield als redaktioneller Karikaturist und produzierte das Clubmagazin für die Australian Cartoonists’ Association. Der damalige Präsident war der Schöpfer von Ginger Meggs, James L. Kemsley. „Wir wurden schnell Freunde, und er war mein Mentor in der Kunst und im Geschäft der Comic-Zeichner. Ein paar Tage vor seinem Tod bat er mich, seine Nachfolge anzutreten. Es war eine sehr bittersüße Art, ein so großes Erbe anzutreten“, erinnert sich Chatfield.
„Ich wollte sicherstellen, dass die Figur das wesentliche Element des australischen Larrikinismus nicht verliert, während ich gleichzeitig dafür sorgte, dass sich die heutigen Leser weiterhin mit ihr identifizieren können. Im Laufe der Jahre haben wir den Comic nach und nach verändert, indem wir Ginger ein Smart­phone gaben und einheimische und internationale multikulturelle Freunde in die Bande aufnahmen“, sagt Jason Chatfield.

„Ich finde es toll, dass er Leute, die sich selbst zu ernst nehmen, nicht einfach so davonkommen lässt. Er ist frech, ohne unhöflich oder respektlos zu sein. Mir gefällt auch, dass er ständig alles in Frage stellt, was er in der Welt sieht und hört, und dass er immer versucht, neue Dinge zu lernen. Trotz all seiner Unruhe und seines Aufruhrs ist er im Grunde ein wirklich gutes Kind“, charakterisiert Chatfield die Comicfigur.

Während Chatfields Zeit als Schöpfer hat sich Ginger Meggs auch von einem Star der gedruckten Comics zu jemandem mit einer Online- und Social-Media-Präsenz entwickelt, wo er auf Menschen trifft, die Ginger Meggs täglich auf Instagram, Twitter und Facebook lesen. „Viele dieser Leser wissen nicht einmal, dass es sich um einen 100 Jahre alten gedruckten Comic handelt, sie halten ihn einfach für einen Webcomic, den sie in den sozialen Medien entdeckt haben“, sagt Chatfield.

Zu der Briefmarkenausgabe zum 100. Geburtstag von Ginger Meggs gibt es eine Sonderausgabe eines limitierten Buches mit einem exklusiv für die Australia Post gestalteten Umschlag, einen Ersttagsbrief in limitierter Auflage mit einem Stempel in Goldfolie und einen exklusiven Block mit vier Briefmarken.

Die Briefmarken zum Nennwert von je 1,10 Dollar sind im Offset-Lithografie-Verfahren gedruckt, im Format 26 mal 37,5 Millimeter. Größe des Kleinbogens ist 170 mal 80 Millimeter. Der Briefmarkenentwurf stammt von Jason Watts, Australia Post Design. Die Veränderungen in Stil, Farbe und Typografie der visuellen Elemente der Briefmarken zeigen etwas von der Entwicklung von Ginger Meggs im Laufe eines Jahrhunderts.

Ginger Meggs ist auch auf einer australischen 1-Dollar-Münze abgebildet, wobei die farbigen Münzen der Royal Australian Mint auf zwei numismatischen Postumschlägen erscheinen, die mit dieser Ausgabe herausgegeben werden.


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