Viele Grüße aus Tampere! (Teil 4)

Viele Grüße aus Tampere! (Teil 4)

Unser Autor Jonas Staab macht derzeit ein Praktikum im Finnischen Postmuseum in Tampere. In den nächsten Wochen wird er uns davon berichten (Hier geht es zum Teil 1).  

Über das Wochenende war ich in Nordfinnland unterwegs und entdeckte die Region um Oulu, die nördlichste Großstadt der Europäischen Union. Merken Sie sich diesen Namen, denn 2026 wird diese Metropole Europäische Kulturhauptstadt. Ein Besuch lohnt sich, besonders im Winter, wenn man über die zugefrorene Ostsee laufen darf oder wenn sich ein Sonnenuntergang mit Polarlicht mischt.

Ein Scanner voller Briefmarken

Dienstag wartete wieder Archivarbeit auf mich, eine vielprämierte Sammlung an Blumenbriefmarken, hauptsächlich der 1960er- und 1970er-Jahre, sollte eingescannt werden. Es ist für mich immer wieder besonders, solche Sammlungen zu sehen und wie sie aufgebaut wurden. Leider war diese in keinem guten Zustand, die Klemmstreifen hielten nicht mehr und das Einscannen wurde so zu einer Herausforderung, einmal war der ganze Scanner voller Briefmarken. An diesem Tag bekam ich auch die Zugangsdaten zu dem Twitter-Account des Museums.

Philatelie Museum Tampere

105 Jahrgänge finnische Briefmarken zum Anfassen und Entdecken für alle Altersgruppen.

Privat bin ich dort schon länger unterwegs und präsentiere immer wieder große und kleine Geschichten rund um Philatelie und Postwertzeichen. Mirka Ylä-Mattila, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, war sehr angetan von meiner bisherigen Arbeit, die ich auf diesem Kurznachrichtendienst machte, daher hatten sie diese Idee, dass ich den Account für eine gewisse Zeit betreuen dürfe.

Mittwoch wurde ich zum Kameramann, da Olli Nordling einen Erklärfilm für eine App drehen wollte. Der Film soll später Lehrkräften helfen, wenn sie mit ihren Schulklassen Zusatzinformationen per Smartphone zur Postgeschichte herunterladen wollen.

Vortrag über Briefmarkenzeitschriften

Am Abend hatte ich die große Ehre, vor der Tampereen Filatelistiseura  (Tamperes Philatelie-Gesellschaft) sprechen zu dürfen. Ich  hielt einen kurzen Vortrag über deutsche und österreichische Briefmarkenzeitschriften und meine Arbeit dort sowie über meine eigene Sammlung. Die besondere Herausforderung für mich war, dass ich den Text auf Finnisch vortrug. Die Zuhörer waren sehr interessiert, und so wurde ich gleich für die nächsten Abende des Vereins eingeladen.

Jonas Staab in Tampere

Jonas Staab spricht vor der Philateliegesellschaft Tamperes.

Mit einigen kam ich noch kurz ins Gespräch: Wie auch in Deutschland hat der Verein Nachwuchsprobleme und seit Corona kommen auch immer weniger zu den Sitzungen, da sie die Vorteile der Online-Konferenzen entdeckt haben. Am selben Tag erhielt ich die Nachricht, dass ich auch für die „Filatelia“, das finnische Pendant zur Zeitschrift philatelie, schreiben darf. Eine große Anerkennung und bestimmt eine gute Sprachübung!

Am nächsten Tag hatten wieder Schulklassen des Bezirkes Tampere, Pirkanmaa (Deutsch: „Birkenland“, Führungen durch das Museum gebucht. Dieses Mal machte eine Gruppe von Kindern mit Handicap davon Gebrauch. Vor einiger Zeit arbeitete ich mit beeinträchtigten Menschen bei der Lebenshilfe in Kempten, daher war mir die Situation vertraut.


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Auch hier war es sehr interessant, wie Emilia Lautanen, die Postgeschichte Finnlands vermittelte und wie groß das  Interesse an diesem Thema war. Der große Magazinschrank mit allen finnischen Briefmarken war das Highlight, vor allem, als die Kinder unter den Postwertzeichen ihres Jahrgangs die Mumins entdeckten.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich für die vielen Kommentare bedanken. Damit hätte ich niemals gerechnet!

Viele Grüße nach Deutschland!

Ihr Jonas M. Staab


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There are 9 comments for this article
  1. phila at 9:19

    Irgendwann gibt jeder Kleber im Klemmstreifen nach und muss ersetzt werden. Hoffentlich hat ihre Sammlung keinen Schaden genommen.

  2. Volker Bieber at 9:36

    Spannend und informativ zu lesen.
    Finnland wird glaube ich mein nächster Urlaub. Und es freut mich sehr, dass sich ein junger Mensch für die Philatelie begeistern lässt.

  3. Dieter Stephan at 10:49

    Schön dass Herr Staab auch Menschen mit Handicaps die Philatelie nahebringen konnte, ausser in Bethel und Alsterdorf ist in Deutschland wenig über solche Arbeit bekannt. Warum eigentlich? Wäre doch eine gute Möglichkeit diese Menschen an unserem Hobby teilhaben zu lassen. Der Tipp mit Kulturhauptstadt 2026 ist super, zumal wer will das Polarlicht nicht sehen in seinem Leben.!Danke wieder für den Bericht. Bleiben Sie gesund Herr Staab, damit weiterhin von Ihnen hören.

  4. Wilfried Maucher at 11:21

    Auch dieser Text hat mir wieder gefallen.
    Muss ein spannender Aufenthalt für den jungen Autoren sein.
    Mit freundlichen Grüßen,
    W. Maucher

  5. David Fasching at 15:27

    Ich finde es sehr schön, wie du deinen Weg gehst Jonas und uns gleichzeitig von deinen Erlebnissen und Erfolgen berichtest!
    P.S. Die Mumins sind ja echt niedlich 🙂

    Beste Grüße,
    David

    • Jonas Staab at 20:32

      Danke für den freundlichen Kommentar, David. Wenn ich wieder in Wien bin, werde ich Euch allen viel zu erzählen haben. Bis bald! Jonas

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