Viele Grüße aus Tampere! (Teil 6)

Viele Grüße aus Tampere! (Teil 6)

Unser Autor Jonas Staab macht derzeit ein Praktikum im Finnischen Postmuseum in Tampere. Sechs Wochen lang hat er uns davon berichtet (Hier geht es zum Teil 1).  

Das Wochenende begann bei mir bereits Freitagnacht, als ich den Nachtzug gen Norden betrat, um mit diesem nach Rovaniemi zu reisen. Was in Deutschland mittlerweile undenkbar geworden ist: günstige und funktionierende öffentliche Verkehrsmittel. So reiste ich bequem in einem Großraumwagen voll mit anderen Studenten aus aller Welt Richtung Polarkreis. Dort sollte ein großes Treffen der finnischen Postcrosser stattfinden. Meine finnischen Freunde habe ich, bedingt durch die Covid-Pandemie, mehr als zwei Jahre nicht gesehen, von einigen Online-Meetings abgesehen. Insgesamt 50 Postcrosser aus ganz Finnland, plus einer aus Deutschland, trafen sich nun zum gemeinsamen Kartenschreiben, Tauschen von Ansichtskarten und fröhlichen Beisammensein.

2000 Postkarten vom Polarkreis

Man kennt mich schon von einigen finnischen Treffen, dementsprechend freuten sich viele über meine Anwesenheit, auch mein Praktikum war immer wieder Gesprächsthema. Insgesamt haben wir über 2000 Postkarten vom Weihnachtsmannpostamt am Polarkreis in alle Welt verschickt. Das Postamt, welches gleichzeitig das normale Postamt für die Bewohner der Region ist, versetzte alle in eine weihnachtliche Stimmung. Die Wichtel – verkleidete Postbedienstete – erfüllten alle philatelistischen Wünsche. Samstagabend machte ich mich bereits wieder auf Richtung Süden bzw. nach Tampere, um dort am Sonntagmorgen pünktlich und ausgeschlafen anzukommen.

Napapiiri Polarkreis Weihnachtsmann

Hier wohnt der Weihnachtsmann: 96960 Napapiiri (direkt am Polarkreis gelegen).

Montag und Dienstagvormittag digitalisierte ich weiter die Blumensammlung und bekam Einblicke in die finnische „Postphilatelie“. Ab 2017 (während der Finlandia-Messe) wurde diese vollständig aufgelöst und eine derartige Abteilung gibt es nun nicht mehr. Ersttagsbriefe oder ähnliche Produkte werden nun von einer Mitarbeiterin des Museums angefertigt. Es machte mich sehr nachdenklich zu sehen, wie sehr unser Hobby überall unter Rationalisierungen oder ähnlichem leidet. Wenn demnächst die Mitarbeiterin in Pension geht, weiß niemand, wer sich in Zukunft darum kümmern soll.

Sonderstempel Klischee Finnland

Das Sonderstempel-Klischee vor seinem Einsatz.

Beim Tag der Briefmarke in Helsinki in der Hauptpost wurden alle Stempel der letzten zwei Jahre angeboten, da durch die Covid-Pandemie keine Veranstaltungen stattgefunden hatten. Nachmittags stand ein weiterer Termin an, der Tag der Briefmarke „postimerkin päivä“ in Tampere, welcher im Untergeschoss des Kaufhauses Sokos gefeiert wurde, da sich dort seit einiger Zeit die Postfiliale der zweitgrößten Stadt Finnlands befindet. Die philatelistische Gesellschaft der Stadt hatte mich dazu eingeladen. Es wurden personalisierte Briefmarken verkauft und eine Tombola abgehalten. Ich gewann drei finnische FDCs nach Wahl, die ich nach meinen Thematiksammlungen (Politik, Radio & TV) auswählte, eine schöne Erinnerung.


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Mittwoch bekam ich Besuch aus Hämeenlinna, einer Stadt, die genau zwischen Helsinki und Tampere liegt und bekannt für ihre Burg ist. Der Chefredakteur der finnischen Verbandszeitung „filatelisti“ hat ein Interview mit mir gemacht. Immer wieder ein aufregender Moment für mich, schließlich macht man solche Dinge nicht jeden Tag. Später kam noch eine Frau in die philatelistische Bibliothek und wollte meine Ratschläge hören. Sie hat eine Machin-Sammlung begonnen und fragte sich nun, wie sie diese in eine gute Form bringen könne. Als ich ihr mehrere Kataloge aus der umfangreichen Fachliteratur zeigte und dann noch die Liste der ausgegebenen Briefmarken präsentierte, war sie ziemlich erstaunt. Mikko (der Leiter der Bibliothek) war sehr dankbar, dass ich helfen konnte.

Viele Grüße nach Deutschland! (Weiter zu Teil 7)

Ihr Jonas M. Staab


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There are 8 comments for this article
  1. Wilfried Maucher at 12:30

    Sehr interessante Neuigkeiten aus Finnland, hoffentlich zieht die Deutsche Post nicht nach…!!

  2. Volker Bieber at 12:59

    Bin schon sehr gespannt auf die deutsche Postcrossing-Briefmarke, welche im Oktober erscheinen soll. Haben Sie davon schon gehört, Herr Staab?
    Ihre Berichte sind sehr bereichernd, es freut mich immer wieder, dass Sie sich für unser Hobby so sehr interessieren.

    • Jonas Staab at 16:17

      Hallo Herr Bieber!
      Habe natürlich von der Briefmarke gehört und ebenfalls sehr gespannt. Vielen Dank für Ihre Nachricht.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Jonas Staab

  3. zacke at 13:11

    Gibt es diese Texte auch in der regulären Ausgabe?

  4. Dieter Stephan at 16:35

    Vielen Dank an den Autor Herrn Staab, bin bildlich im Kopf im Zug mit über den Polarkreis gefahren Richtung Norden. Schön diese Serie und. Lesenswert, den Schwung sollte die DBZ bei behalten!

  5. Frank at 19:30

    Ich war in Finnland schon mehrmals, Tampere habe ich noch nie gesehen. Das muss ich bei der nächsten Reise ändern. Aber das Santa Claus Postamt ist wirklich sehr schön.

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